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Warner-Datei: Keine neuen Erkenntnisse in der WM-Affäre

Fußball Warner-Datei: Keine neuen Erkenntnisse in der WM-Affäre

Monatelang schlummerte in der DFB-Zentrale eine verschlüsselte Datei mit dem Namen "Komplex Jack Warner". Die Staatsanwaltschaft erhoffte sich von ihrer Öffnung neue Erkenntnisse in der WM-Affäre, doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat eine brisante und bislang verschlüsselte Datei mit dem Namen «Komplex Jack Warner» geknackt.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. Die mit Spannung erwartete Öffnung der verschlüsselten "Warner-Datei" hat der Staatsanwaltschaft Frankfurt keine neuen Erkenntnisse in der WM-Affäre gebracht. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

"Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat uns heute bestätigt, dass in der Datei 'Erdbeben' wie von den staatlichen Ermittlern vermutet keinerlei neue Erkenntnisse zur WM-Affäre enthalten sind. Für die Klärung des Sachverhalts ist sie belanglos", sagte auch DFB-Mediendirektor Ralf Köttker dazu.

Ende 2015 war in der DFB-Zentrale eine Datei mit dem Namen "Komplex Jack Warner" angelegt, verschlüsselt und in einem Ordner namens "Erdbeben" abgespeichert worden. Der nachweislich korrupte und mittlerweile lebenslang gesperrte frühere FIFA-Funktionär Jack Warner ist möglicherweise eine der Schlüsselfiguren in dem Skandal um dubiose Geldflüsse rund um die Weltmeisterschaft 2006. Vor einem Jahr tauchte ein Vertragsentwurf zwischen ihm und dem DFB auf, der aus den Tagen kurz vor der WM-Vergabe datiert und Warner unter anderem 1000 WM-Tickets der teuersten Kategorie zusichern sollte.

Der Umgang mit dieser Datei hatte erneut erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Deutschen Fußball-Bundes um Umgang mit dieser Affäre geweckt. Denn der DFB verzichtete nach mehreren vergeblichen Versuchen darauf, das Dokument zu öffnen. Zur Begründung hieß es, der "finanzielle und zeitliche Aufwand" dafür sei möglicherweise zu hoch.

Nach der Öffnung der Datei durch die Staatsanwaltschaft sieht sich der Verband nun in diesem Vorgehen bestätigt. Es sei richtig gewesen, "keine Verbandsgelder für die kostspielige Entschlüsselung auszugeben, sondern die Auswertung der Staatsanwaltschaft mit ihren umfassenderen Ermittlungsmöglichkeiten zu überlassen", so Köttker.

Allerdings hatte der DFB die Warner-Datei der Staatsanwaltschaft erst im November und damit rund ein Jahr nach ihrer Erstellung überreicht. Das war einer der Gründe dafür, warum die Behörde dem Verband zuletzt vorwarf, "seine ursprüngliche Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlungsbehörden ab Anfang 2016 stark eingeschränkt" zu haben.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch wies das am Freitag erneut zurück. "Es besteht kein Anhaltspunkt, anzunehmen, dass hier nicht versucht worden wäre, diesem Sachverhalt mit größter Anstrengung hinterherzugehen", sagte der Jurist. Er habe vor dem Sportausschuss des Bundestages sogar selbst auf die Datei hingewiesen.

dpa

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