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Wellinger Zweiter bei Skisprung-Weltcup in Sapporo

Skispringen Wellinger Zweiter bei Skisprung-Weltcup in Sapporo

Andreas Wellinger bleibt vor der WM auf der Erfolgswelle. Der 21-Jährige springt in Sapporo hinter dem Polen Stoch auf Rang zwei, ist aber nicht ganz zufrieden. Wie Markus Eisenbichler, der eine Schrecksekunde erlebt.

Andreas Wellinger sprang in Sapporo auf den zweiten Platz.

Quelle: Andrzej Grygiel

Sapporo. Die Freude über den sechsten Podestplatz im WM-Winter stellte sich bei Andreas Wellinger nur langsam ein. Und auch Frohnatur Markus Eisenbichler war das Lachen nach einer Bruchlandung beim Skisprung-Weltcup im Land des Lächelns zunächst vergangen.

Trotz eines erneut starken Auftritts musste Wellinger in Sapporo dem Polen Kamil Stoch den Vortritt lassen und haderte nach dem knapp verpassten zweiten Saisonsieg mit dem Wind. "Speziell in Sapporo sind die Bedingungen sehr wechselhaft. Meine beiden Sprünge waren komplett unterschiedlich. Beim ersten Sprung war unten Aufwind, da bin ich schön ins gleiten gekommen. Der zweite Sprung war auch in Ordnung, da war aber nur im oberen Teil Aufwind. Dann bekommt man erstmal den Ski ins Gesicht und hat relativ wenig Rückmeldung", schilderte Wellinger seine Versuche auf 140,5 und 132 Meter.

7,4 Punkte fehlten dem Team-Olympiasieger zum Sieg, den ihm Vierschanzentourneesieger Stoch wegschnappte. Der Weltcup- Spitzenreiter feierte mit 137,5 und 140 Metern seinen fünften Erfolg im WM-Winter. Dritter wurde der Österreicher Stefan Kraft, der im Finale mit 144 Metern einen Schanzenrekord aufstellte. "Insgesamt bin ich mit meinem Wettkampf zufrieden", stellte Wellinger dann doch noch fest. Am Vortag war er hinter dem Polen Maciej Kot und dem Slowenen Peter Prevc, die sich den Sieg teilten, sowie Kraft Vierter geworden.

Bundestrainer Werner Schuster, der nach einigen freien Tagen am Sonntag zum letzten Weltcup vor der WM in die Olympia-Stadt Pyeongchang flog, war mit seinem Vorzeigespringer sehr zufrieden. "Ich habe mir die Ergebnisliste mit Freude angeschaut. Es ist wertvoll, dass sich Andi auch bei diesen schwierigen Bedingungen behaupten konnte. Das zeigt, wie ausgeglichen und komplett er geworden ist und gibt Selbstvertrauen", sagte Schuster.

Auf Eisenbichler, der mit 134 und 136 Metern Neunter wurde, traf das nur bedingt zu. Nach der Landung im Finale stürzte er Kopf über in den Schnee. "Das ist mir lange nicht mehr passiert. Es war ein Fehler von mir. Ab und zu passiert es, dass ich unten das Hirn ausschalte. Dann liege ich auf dem Bauch", sagte der Bayer.

Zum Glück blieb Eisenbichler, der vor der WM noch einmal eine Wettkampfpause einlegt und nicht bei den vorolympischen Weltcups am Mittwoch und Donnerstag in Südkorea startet, unverletzt. "Die Brust tut etwas weh, aber ansonsten ist alles okay. Ich fühle mich putzmunter", sagte der Sechste des Vortages.

Trotz des Missgeschicks trat er die Heimreise mit einem guten Gefühl an: "Ich bin zufrieden mit dem Wettkampf, habe zwei gute Sprünge gezeigt. Das kann ich mitnehmen, darüber bin ich glücklich." Auch Schuster zählt bei der WM auf den 25-Jährigen. "Die zwei Top-Ten-Plätze sind eine Bestätigung seines Weges", sagte der Bundestrainer.

Eine große Enttäuschung erlebte Richard Freitag, der mit 107,5 Metern nur auf Rang 40 landete. Noch schlimmer erwischte es Japans Skisprung-Legende Noriaki Kasai. Der 44-Jährige belegte bei seinem Heim-Weltcup nach einem Sprung auf 81 Meter den letzten Platz - mit lediglich 5,2 Punkten.

dpa

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