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Wer folgt auf Blatter: Gegner oder Strippenzieher?

Fußball Wer folgt auf Blatter: Gegner oder Strippenzieher?

Schon wenige Minuten nach dem angekündigten Rückzug von Joseph Blatter haben die Spekulationen um den möglichen Nachfolger begonnen. Der Wahlkongress soll voraussichtlich zwischen Dezember diesen Jahres und März 2016 stattfinden.

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Michel Platini wäre ein Kandidat für das FIFA-Präsidenten-Amt.

Quelle: Patrick B. Kraemer

Zürich. Schon am Dienstagabend äußerten sich die ersten potenziellen Kandidaten - das Feld reicht von aktuellen Top-Funktionären, früheren Herausforderern des scheidenden Schweizers bis zu einer deutschen Lichtgestalt.

DER UEFA-CHEF: Eine Kampfkandidatur gegen Blatter hatte Michel PLATINI als Präsident der Europäischen Fußball-Union stets tunlichst vermieden. Ambitionen auf das höchste Funktionärsamt verhehlte der Franzose hingegen ebenso wenig. "Es ist noch nicht an der Zeit etwas anderes zu tun", sagte Platini vor zehn Monaten, als er seinen Verzicht auf eine FIFA-Bewerbung erklärte. Doch eine weltweite Unterstützung für den Blatter-kritischen Platini erscheint zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt fraglich.

DIE FRÜHEREN BLATTER-GEGNER: Der gegen Blatter unterlegene Prinz Ali BIN AL-HUSSEIN aus Jordanien und der Niederländer Michael VAN PRAAG erklärten schon am Dienstagabend, dass sie sich eine Kandidatur offenhalten. Luis FIGO, der wie van Praag vor der Wahl zugunsten al-Husseins zurückgezogen hatte, forderte eine "gemeinsame weltweite Lösung". Aus dem Trio besäße al-Hussein wohl die größten Chancen - pikant würde die Situation, wenn sowohl der aus Europa unterstützte Jordanier als auch Platini antreten sollten.

BLATTERS STELLVERTRETER: Wäre der Schweizer sofort zurückgetreten, hätte Issa HAYATOU als längster sich im Amt befindender Vizepräsident die Geschäfte übernommen. Alles andere als ein Neuanfang. Der 68-Jährige aus Kamerun sitzt seit 1990 in der FIFA-Exekutive und stand schon mehrfach unter Korruptionsverdacht, den er stets zurückwies. 2011 kam er mit einer Rüge des Internationalen Olympischen Komitees für den Erhalt von 20 000 US-Dollar vom früheren Marketingpartner ISL davon.

DER STRIPPENZIEHER: Erst beim Kongress am vergangenen Freitag wurde Ahmad al Fahad AL SABAH ins FIFA-Exko gewählt. Und doch war der Kuwaiti schon mittendrin. Am Vorabend der Wahl zeigten Fotos den höchst einflussreichen Sportfunktionär an der Seite von Platini, al Sabah weiß, wie man Mehrheiten beschafft. Schon Thomas Bach profitierte bei der Wahl zum IOC-Präsidenten von seinen Diensten.

DER KAISER: Seine Popularität nutzte Franz BECKENBAUER bereits, um die WM 2006 nach Deutschland zu holen - auf ihn als Präsidenten könnte sich die Fußball-Welt sicher einigen. Als Exko-Mitglied war er allerdings bei der skandalumwitterten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt und sieht sich noch mit Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission konfrontiert.

DER INDUSTRIELLENSOHN: Als früherer Vizepräsident hat CHUNG Mong Joon bereits Erfahrungen in der FIFA gesammelt. Jetzt kündigte der Südkoreaner sein Interesse an. Chung galt lange Zeit als Kritiker von Blatter. Der wohlhabende Sohn des Gründers des Mischkonzerns Hyundai hatte mehrmals einen Asiaten als FIFA-Präsidenten gefordert.

DIE FANTASIEKANDIDATEN: In Venezuela wünscht sich der Staatschef seinen Kumpel Diego MARADONA als kommenden FIFA-Herrscher, Brasiliens Legende ZICO sagte zu einer eigenen möglichen Kandidatur: "Warum nicht?" Auch der französische Ex-Profi David GINOLA will einen zweiten Anlauf auf das Amt nehmen. Doch schon vor der vergangenen Wahl hatte er nicht die notwendigen fünf Unterstützerverbände zusammenbekommen.

DER PHOENIX AUS DER ASCHE: Bei Buchmachern gibt es im Falle einer Rückkehr von BLATTER in sein Amt 100 Euro für einen Euro Einsatz zurück. Dass der Schweizer sich gar nicht erst zurückziehen könnte, schließt zumindest der jordanische Verband nicht vollends aus. "Er könnte sich noch umentscheiden", hieß es. Blatter könnte beispielsweise zuschauen, wie sich angesichts der von ihm nun angestoßenen umfangreichen Reformen die Fußball-Welt zerfleischt - um dann als gefeierter Retter zurückzukehren. Ein verwegener Gedanke.

dpa

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