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Werder nach magischer Nacht von Klassenerhalt überzeugt

Fußball Werder nach magischer Nacht von Klassenerhalt überzeugt

Die ganze Fußball-verrückte Stadt Bremen steht hinter Werder, das mit dem 6:2 gegen Stuttgart die Abstiegsränge verlässt. Das kritisierte Montagabendspiel wird zu einem Offensivspektakel.

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Die Bremer feierten den Sieg ausgelassen.

Quelle: Carmen Jaspersen

Bremen. Viktor Skripnik lächelte und sprach erstmals seit Wochen richtig gern über seinen Gefühlszustand.

"Ich hatte eine Gänsehaut. Es war wie bei der Meisterschaft 2004 - bei solch einer Kulisse musst du etwas zurückgeben", sagte der Trainer von Werder Bremen nach dem packenden 6:2 (3:1) im umstrittenen Montagabendspiel der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. Die magische grün-weiße Nacht erinnerte an längst vergangene Europapokal-Abende an der Weser.

Der sonst so nüchterne Trainer stand 90 Minuten an der Seitenlinie und schien seinen Spielern ebenso wie die geschlossene Werder-Wand aus fast 41 000 Zuschauern Selbstvertrauen einzuimpfen. "Das bringt Energie für unsere Jungs", meinte Skripnik.

Für Torjäger Claudio Pizarro war es "eines der größten Spiele", die er für Werder bestritt. Der Peruaner zog mit seinem Treffer (64. Minute) statistisch sogar mit Bayerns Robert Lewandowski gleich: Beide trafen in der Rückrunde 13 Mal.

Und je näher die Norddeutschen mit nun 34 Punkten auf Rang 15 dem Klassenverbleib kommen, um so wahrscheinlicher wird auch die Vertragsverlängerung mit dem 37 Jahre alten Unikum. "Wir haben noch zwei Spiele, dann ist hoffentlich alles klar und wir sehen weiter", deutete Pizarro den Verbleib in Bremen an. Neben dem 35-jährigen Clemens Fritz, der für sein weiteres Jahr gefeiert wurde, ist auch Pizarro immens wichtig für die Stabilität der oft schwankenden Mannschaft.

Als Levin Öztunali für den am Oberschenkel verletzten Sambou Yatabaré hereinkam, setzte Pizarro den jungen Offensivspieler immer wieder gut in Szene. Der Seeler-Enkel agierte dynamischer und mutiger als sonst und hätte nach seinem Tor (42.) fast nachgelegt. Mann des Abends war der flinke und bissige Finn Bartels (10. und 80. Minute), den die desolate VfB-Abwehr nicht stoppen konnte. "Wir wollten den Druck in positive Energie umwandeln, das ist uns gelungen. Nun müssen wir in Köln daran anknüpfen", forderte Bartels am Dienstag.

Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Daniel Didavi (26.) und das Tor von Barba (53.) machten den "Riesenabend" (Skripnik) spannend, das Eigentor von Federico Barba (33.) half in schwieriger Phase. Das 6:2 von Anthony Ujah (87.) war der Startschuss für die ungewöhnliche Montagabend-Party. "Wir haben eindrucksvoll bewiesen, dass wir in die Liga gehören", betonte Keeper Felix Wiedwald. In den Partien beim 1. FC Köln und daheim gegen Eintracht Frankfurt haben die Hanseaten nun alles selbst in der Hand.

"Wir waren unglaublich konzentriert, das war etwas Besonderes", sagte Fritz. Das Mini-Trainingslager in Verden sei genau richtig gewesen. Er vergaß aber auch nicht die Diskussion um die Ansetzung und den Boykott der eigenen Ultras. Mit dem Spruchband "Liebe im Abstiegskampf # Montagstoleranz" erklärten die Werder-Fans im Stadion ihre Abneigung gegen einen zerfaserten Spielplan. "Ich kann die Ultras auch verstehen, viele Fans müssen am nächsten Tag arbeiten", sagte Fritz. An diesem Montag nahm das Fußball-verrückte Bremen die kurze Nacht gern in Kauf.

dpa

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