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Wider aller Zweifel: Nadal kehrt auf den Tennis-Thron zurück

Tennis Wider aller Zweifel: Nadal kehrt auf den Tennis-Thron zurück

Vor Saisonbeginn hätte kaum einer gedacht, dass Rafael Nadal wieder an der Spitze der Tennis-Welt stehen könnte. Eher schon war damit gerechnet worden, dass seine Karriere ohne weiteren großen Titel zu Ende geht.

Rafael Nadal ist wieder Weltranglistenerster.

Quelle: Scott Stuart

Cincinnati. Doch der Spanier hat es allen Kritikern gezeigt.

Es war im Mai 2016 bei seinem Lieblingsturnier, als Rafael Nadal einen der schmerzhaftesten Momente seiner Tennis-Karriere durchlebte. Mit feuchten Augen erklärte der spanische Sandplatz-Held vor dem Drittrundenspiel gegen seinen Landsmann Marcel Granollers seinen Rückzug von den French Open in Paris. Sein Handgelenk machte nicht mehr mit. Kaum einer hielt es damals für möglich, dass Nadal auf Platz eins der Weltrangliste zurückkehren könnte. Doch keine 15 Monate später hat der 31-Jährige alle Zweifel besiegt: Ab Montag wird er die Tennis-Branche wieder anführen.

"Das ist für mich etwas sehr Besonderes", gestand der Mallorquiner. "Es ist viel passiert, seitdem ich zum letzten Mal in dieser Position war. Verletzungen und einige schwere Momente, aber ich habe die Leidenschaft und die Liebe für das Spiel behalten".

Nach seinem bislang famosen Jahr 2017 musste der Linkshänder für den finalen Schritt gar nichts mehr leisten. Weil es seinem Dauerrivalen Roger Federer am Rücken zwickt und der Schweizer das Masters-Event in Cincinnati auslässt, fällt der Zweikampf um die Spitze aus.

Nadal bekommt es zunächst mit dem Franzosen Richard Gasquet zu tun. Aber es ist egal, wie er bei dem Masters-Turnier abschneidet. Den schwächelnden und ebenfalls angeschlagen pausierenden Andy Murray löst Nadal ab. Neun Jahre, nachdem er erstmals und mehr als drei Jahre, nachdem er letztmals ganz oben gestanden hat, wird er vor den US Open in seine insgesamt 142. Woche als Führender gehen. "Ich werde den Moment genießen und versuchen, bereit für den Wettkampf zu sein", sagte Nadal. "Das ist momentan das wichtigste."

Bittere Zeiten und Probleme mit seinem Körper hat der Linkshänder genug durchgestanden, sei es mit dem Handgelenk oder mit dem Knie. Verunsicherung begleitete ihn selbst, Zweifel wurden immer wieder an ihn herangetragen. Die Saison 2016 hatte er vorzeitig im Oktober beendet. Zum Jahreswechsel herrschte Skepsis, ob der geplagte 15-fache Grand-Slam-Sieger für die großen Titel noch infrage kommt. Nur an Position neun begann er seinen neuen Anlauf.

Und wie Federer erwies sich Nadal als nimmermüdes Tennis-Phänomen. Der Sandplatzspezialist ist bislang erfolgreichster Profi der Saison, stand gleich bei den Australian Open im Finale. Bei den French Open zeigte er eine der beeindruckendsten Vorstellungen in der Geschichte des Tennis und triumphierte zum zehnten Mal: "Ich habe eine großartige Saison."

Momentan ist Nadal gar als Einziger der Großen Vier, zu denen noch Federer, Murray und Novak Djokovic gehören, fit. In Abwesenheit der verletzten Hauptkonkurrenten kann der 73-fache Turniersieger in Cincinnati sein Punkte-Polster ausbauen.

Federer hat mit seinem Verzicht auf die Teilnahme in Kauf genommen, vorerst Nadal bei der Rückkehr auf den Tennis-Thron den Vortritt lassen zu müssen. Den Kampf um Platz eins zum Saisonende hat der Schweizer noch nicht aufgegeben. "Das würde mir mehr bedeuten", sagte der 36-Jährige und schmunzelte. "Dann könnte ich als Nummer eins Urlaub machen, das wäre nicht so schlecht."

dpa

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