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Zweiter Schock für Weltmeister - Trauriger Tag für DFB

Fußball Zweiter Schock für Weltmeister - Trauriger Tag für DFB

Wieder Terrorangst statt Freundschaftsspiel für den Frieden. Die Absage des Fußball-Länderspiels gegen die Niederlande ist für die Weltmeister das zweite verstörende Ereignis in nur vier Tagen.

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Der Bus drehte auf dem Weg zum Stadion um und wurde von der Polizei umgeleitet.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Zweites Schockerlebnis für die Weltmeister: Die Fußball-Nationalmannschaft war schon auf dem Weg zum Stadion, da wurde der Mannschaftsbus in Hannover kurz vor der Arena gestoppt.

Statt mit dem Freundschaftsspiel gegen die Niederlande nach den direkt miterlebten Anschlägen in Paris ein Symbol für Frieden und Freiheit setzen zu können, musste Bundestrainer Joachim Löw mit seinen Spielern wieder umkehren - zurück an einen sicheren Ort.

"Dass unsere Mannschaft innerhalb von vier Tagen zweimal so ein tragisches Erlebnis miterleben muss, war in meiner Vorstellungskraft nicht möglich", sagte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz im niedersächsischen Innenministerium. "Mein Eindruck ist, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tage in allen Facetten eine andere Wendung genommen hat", sagte Rauball nach der ersten Absage eines Länderspiels in Deutschland wegen Terrorgefahr.

Löw und das Team waren da schon nach Barsinghausen ins Teamquartier zurückgekehrt. Aber nur kurz. Spieler und Betreuer aus München flogen direkt heim nach Bayern. Andere Spieler wurden von Freunden abgeholt, berichtete Rauball. "Es ist ein trauriger Tag für Deutschland und ein trauriger Tag für den deutschen Fußball, sicher auch für den holländischen Fußball", sagte der Topfunktionär.

Dafür, dass die DFB-Auswahl in Frankreich und nun in Hannover das primäre Anschlagsziel gewesen sei, gebe es keine Erkenntnisse, sagte Rauball. Schon das erste Schreckensszenario im Stade de France am vergangenen Freitag hatte die Spieler und Trainer tief verunsichert. Das Team musste überzeugt werden, dass das Niederlande-Spiel nicht schon am Wochenende abgesagt wurde. Die ganze Nacht hatten die Weltmeister in der Kabine in Paris ausharren müssen.

"Wir Spieler haben uns natürlich darüber unterhalten und gesagt, dass, wenn dieses Spiel stattfindet, es extrem schwierig sein wird. Wir haben uns irgendwo dann auch ein Stück weit dagegen ausgesprochen, um da mal auch ehrlich zu sein, weil wir letztendlich keine Maschinen sind, sondern auch Menschen mit Gefühlen. Auch wenn wir Profis sind, in dem, was wir machen, geht das nicht spurlos an einem vorbei", berichtete der Dortmunder Ilkay Gündogan vor den dramatischen Ereignissen in Hannover über die Gefühlswelt der Nationalspieler.

Fünf Kilometer vor der Arena wurde der deutsche Teambus am Dienstagabend gestoppt. Der niederländische Bus fuhr direkt dahinter. Rauball telefonierte nach der Information der Sicherheitskräfte mit Löw und Teammanager Oliver Bierhoff. Löw hatte bei einer emotionalen Pressekonferenz am Montag noch erklärt, dass diese Partie zu einem Symbol für Frieden und Freiheit werden solle, jenseits jeder sportlichen Rivalität mit den Niederländern. Mit den Gästen aus dem Nachbarland waren mehrere symbolische Aktionen vor dem Anpfiff abgesprochen gewesen, um Solidarität mit Frankreich zu demonstrieren.

Die Nationalspieler haben nun eine viermonatige Länderspielpause vor sich. Erst Ende März stehen die Klassiker gegen England in Berlin und gegen Italien in München an. "Was dann zu beachten sein wird, muss mit den Sicherheitsbehörden zu klären sein", sagte Rauball. Für eine DFB-Delegation um Löw und Bierhoff steht am 12. Dezember noch die Auslosung der EM-Gruppen in Paris an.

Trotz des abgesagten Länderspiels soll in der Bundesliga am Wochenende gespielt werden. "Der Spieltag wird stattfinden", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Absage habe aber Folgewirkungen bei den nun zu klärenden Sicherheitsfragen. Zuvor hatte Rauball zu der Frage nach den Auswirkungen gesagt: "Ich kann Ihnen diese Frage nicht übel nehmen. Darüber denken wir natürlich auch nach."

dpa

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