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Ärger ohne Ende für Lochte: Kollege belastet Schwimmstar

Olympia Ärger ohne Ende für Lochte: Kollege belastet Schwimmstar

An dieser Story hätten Krimifreunde ihre Freude. Die Partynacht in Rio wird US-Schwimmstar Ryan Lochte noch ausgiebig beschäftigen. Der sechsmalige Olympiasieger steht nach der Aussage eines Teamkollegen noch schlechter da. Nun wehrt er sich erneut.

Nach der wohl erfundenen Überfallgeschichte steht Ryan Lochte das Wasser bis zum Hals.

Quelle: Patrick B. Kraemer

Rio de Janeiro. Ärger mit den Olympia-Bossen, Ärger mit dem Verband und jetzt auch noch Ärger durch einen der Team- und Partykollegen. Nach neuen Anschuldigungen wehrte sich US-Schwimmstar Ryan Lochte nun gegen die vielen Vorwürfe.

Egal ob man es Raub, Erpressung oder Wiedergutmachung für einen Schaden nenne, sagte Lochte in einem NBC-Interview. "Alles was wir wissen, ist, dass eine Waffe auf uns gerichtet war und von uns Geld verlangt wurde", bekräftigte der 32-Jährige diesen für ihn entscheidenden Teil seiner ursprünglichen Angaben. Die Folgen der nächtlichen Tour durch Rio de Janeiro samt Ausschmückung zum Überfall werden den sechsmaligen Olympiasieger weiter ausgiebig beschäftigen.

Lochte und seinen drei Teamkollegen Jack Conger, Gunnar Bentz und Jimmy Feigen droht eine Strafe durch den US-Schwimmverband. Auch das Internationale Olympische Komitee ermittelt in der Affäre. Ob dies Lochtes Karriereende beschleunigt oder den Ausnahmeschwimmer nochmal motiviert, sich würdiger aus einer bemerkenswerten Laufbahn zu verabschieden, wird sich zeigen.

Erst einmal räumte Lochte in den USA Fehlverhalten ein. Er übernehme die volle Verantwortung dafür, dass er die Geschichte übertrieben habe, sagte der zwölfmalige Olympiamedaillengewinner. Sein "unreifes Verhalten" habe ihn und seine drei Teamkollegen erst in dieses Schlamassel auf der nächtlichen Tour durch Rio gebracht. Dies sei dumm gewesen. Er habe an jenem Abend "definitiv zu viel getrunken", gab Lochte zu, "und ich war sehr berauscht".

Nach Ansicht von Staffel-Olympiasieger Bentz hat Lochte allerdings maßgeblich zur Eskalation bei dem Zwischenfall beigetragen. Auf dem Rückweg ins olympische Dorf sei das Schwimmer-Quartett aus dem Taxi gestiegen und habe nach einer Toilette Ausschau gehalten. Da es in dem aufgesuchten Geschäft keine gegeben habe, hätten sie "dummerweise" hinter dem Haus uriniert. Lochte habe ein nicht richtig befestigtes Werbeschild aus Metall umgeworfen.

Als sie wieder im Taxi saßen, hätten zwei Männer - offenbar Sicherheitskräfte - sie zum Aussteigen aufgefordert. Als Feigen und Conger vom Wagen weggingen, hätten im Verlauf beide Wachleute ihre Waffen gezogen. Die Schwimmer hätten sich auf den Bürgersteig setzen müssen. Lochte sei jedoch aufgestanden und habe die Wachmänner angeschrien. Bentz berichtete, er und Conger hätten Lochte dazu bewegen wollen, sich wieder zu setzen, doch der sechsmalige Olympiasieger habe sich mit den Sicherheitsleuten ein heftiges Wortgefecht geliefert.

"Verständlicherweise hatten wir in diesem Moment Angst und waren verwirrt", schrieb Bentz. Ähnlich klang Lochte. "Wir wollten einfach nur weg dort", sagte der 32-Jährige.

Laut Bentz sei ein Kunde des Ladens gekommen, der dank seiner Englisch-Kenntnisse vermittelt habe. Feigen und er hätten den beiden Wachmännern insgesamt rund 50 Dollar gegeben, dann hätten die Schwimmer gehen dürfen und seien mit einem anderen Taxi ins olympische Dorf zurückgekehrt. Weder die Tür und noch die Toilette des Geschäfts seien seines Wissens beschädigt, erklärte Bentz.

Lochte hatte zuvor allerdings von einem Überfall berichtet und behauptet, ihm sei sogar eine Waffe an den Kopf gehalten worden. Die brasilianischen Behörden hatten dies aufgrund von Zeugenaussagen und Videoaufnahmen als falsch bezeichnet. Sie wollte sogar das FBI um Mithilfe bitten, um weitere Informationen von Lochte zu bekommen.

dpa

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