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Berezko übertrifft Brzeska: Zweites Olympia nutzen

Olympia Berezko übertrifft Brzeska: Zweites Olympia nutzen

Seit 25 Jahren verbindet man in Deutschland die Rhythmische Sportgymnastik mit dem Namen Magdalena Brzeska. Nun tritt Jana Berezko-Marggrander zum zweiten Male bei Olympia an und möchte diese Wahrnehmung ändern. Doch der Weg ist steinig.

Jana Berezko-Marggrander ist zum zweiten Mal bei Olympia.

Quelle: Michael Kappeler

Rio de Janeiro. Das Tattoo auf ihrem rechten Fuß mit den olympischen Ringen erinnert sie stets an hohe Ziele. Als erste deutsche Gymnastin hat sich Jana Berezko-Marggrander eine zweite Olympia-Teilnahme verdient.

Und sie hat damit schon die berühmte Magdalena Brzeska übertroffen, die nur 1996 in Atlanta dabei war. "Mein Traum ist das Finale der besten Zehn. Doch das wird schwer. Ich muss viermal fehlerfrei bleiben und einige der Konkurrentinnen müssen patzen", äußert die 20-Jährige aus Schmiden ihre ambitionierten Ziele vor dem Start der Einzel-Gymnastinnen in der Olympic Arena von Rio.

Natürlich weiß sie, für welche Schlagzeilen die 26-malige deutsche Meisterin Brzeska dank Ausdrucksstärke, Anmut und gekonnter Vermarktung in den 90er Jahren sorgte, auch ohne international vorn zu landen. "Aber das waren andere Zeiten. Damals ist viel Gymnastik auch im Fernsehen übertragen worden. Das kann man nur schwer vergleichen", erzählt sie im Olympischen Dorf und ist noch ein wenig müde nach dem Jetlag. Magdalena Brzeska sieht sie häufig, schließlich trainiert deren 14-jährige Tochter Noemi auch am Stützpunkt Schmiden. "Aber Freundinnen sind wird nicht", meint sie trocken.

Große Unterschiede zu ihrem ersten Olympia-Auftritt in London sieht sie schon nach ein paar Tagen in Rio. "Da war ich erst 16 und hatte Angst vor jedem. Jetzt weiß ich, wie alles abläuft und bin weniger nervös", sagt die gebürtige Russin, die vor zehn Jahren nach Deutschland übersiedelte. Schwachstellen bei ihren Übungen habe sie nicht. "Doch Fehler mit den Geräten können auch bei Kleinigkeiten passieren." In London landete sie auf Platz 17, das soll jetzt weit besser werden.

Obwohl ihre Form gut sei, sollte der Realismus dominieren, mahnt Cheftrainerin Katja Kleinveldt. "Bei den Kampfrichterinnen wird sie eher mit Haltungsnoten von 8,6 als 9,0 eingestuft. Da müsste irgendwann mal ein Umdenken passieren", sagte sie. Die Dominanz der Russinnen ist so riesig, dass alles andere als ein Sieg der Weltmeisterinnen Jana Kudrjawzewa oder Margarita Mamun eine Sensation wäre.

Ihre Stärken liegen im Tempo, der Dynamik und der Ausstrahlung. Ein wenig fehlt ihr die Super-Eleganz. Manchmal mangelt es ihr an der Genauigkeit der Körpertechnik", sagt Kleinveldt und wägt Stärken und Schwächen der deutschen Ausnahme-Athletin miteinander ab.

dpa

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