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Biedermann ohne Medaille im letzten Einzelrennen

Olympia Biedermann ohne Medaille im letzten Einzelrennen

Im letzten Einzelrennen der Karriere ist Paul Biedermann die ersehnte Olympia-Medaille nicht vergönnt. Das deutsche Team wartet weiter auf das erste Edelmetall in Rio. Eine Chance hat Biedermann noch: Nach der Freistilstaffel über 4 x 200 Meter ist für ihn dann Schluss.

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Paul Biedermann schlug im Finale über 200 Meter Freistil als Sechster an.

Quelle: Michael Kappeler

Rio de Janeiro. Paul Biedermann rang sich irgendwie ein zerknirschtes Lächeln ab. "Ich habe alles gegeben, mehr war leider jetzt nicht drin. Das war das Maximum", bilanzierte der 30-Jährige nach Platz sechs im olympischen Finale über 200 Meter Freistil.

Auch in seinem letzten Einzelrennen bei Sommerspielen erfüllte sich der Traum von einer Olympiamedaille für den Weltrekordler nicht. "Aber es war ein super Rennen, die ganze Welt war vertreten", erklärte Biedermann.

Biedermann schlug nach 1:45,84 Minuten und damit langsamer als im Halbfinale und im Vorlauf an. "Es war keine gute Zeit", sagte Biedermann. Zu Bronze fehlten 0,61 Sekunden. Gold über diese prestigeträchtige Strecke ging in 1:44,65 Minuten an den Chinesen Sun Yang. Silber sicherte sich Chad le Clos aus Südafrika vor dem Amerikaner Conor Dwyer. "Alles war möglich. Er hat gegeben, was er hatte", hob Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen, die frühere Lebenspartnerin Biedermanns, hervor.

Als Olympiasieger jubelten im Olympic Aquatics Stadium Ryan Murphy (USA/51,97 Sekunden) und Katinka Hosszu (Ungarn/58,45) über 100 Meter Rücken. Für die Ungarin war es der zweite Olympiasieg. Über 100 Meter Brust verhinderte die Amerikanerin Lilly King ein umstrittenes Gold. Die 19-Jährige schlug in 1:04,93 Minuten mehr als eine halbe Sekunde vor Dopingsünderin Julija Jefimowa aus Russland an. Weltmeisterin Jefimowa hatte sich gerichtlich ihren Start erkämpft und war in Rio mit reichlich Buhrufen und Pfiffen bedacht worden. Nach dem Rennen flossen bei der 24-Jährigen nach turbulenten Tagen die Tränen.

Enttäuschte Mienen gab es in der deutschen Delegation. Angesichts der Zeiten, für die es Medaillen über 200 Meter Freistil gab. "Das tut es doppelt weh", sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz, der jetzt erstmal voll auf die Freistilstaffel über 4 x 200 Meter setzt. "Die Jungs werden richtig vorne angreifen."

Gibt es doch noch ein olympisches Happy End für Biedermann? Nach zwei fünften Plätzen im Einzelrennen in Peking 2008 und London 2012 glückte ihm am Tag nach seinem 30. Geburtstag nicht die ersehnte Krönung mit der ersehnten olympischen Plakette. Doch die Hoffnung bleibt. "Es ist noch eine Staffel, da muss ich mich motivieren. Da sind drei Jungs, die auf mich zählen", sagte Biedermann. "Mir bleibt nicht viel Zeit, drüber nachzudenken, ich denke nur an die Staffel."

Die Freistilstaffel um Biedermann hat eine kleine Außenseiterchance, dazu greifen zwei andere Medaillenhoffnungen des Deutschen Schwimm-Verbandes an. Weltmeister Marco Koch springt über 200 Meter Brust ins Becken, Europameisterin Franziska Hentke über 200 Meter Schmetterling. Bei beiden stehen aber erstmal die Vorläufe an. Sollten weder die beiden noch die Staffel Erfolg haben, dürfte es wie bei den Spielen in London wieder eine Nullnummer im Becken geben.

Wie erwartet verpasste Alexandra Wenk über 200 Meter Lagen das Finale. Vorfreude auf den Endlauf über 200 Meter Schmetterling machte ein packendes Halbfinalduell: Tamas Kenderesi aus Ungarn hielt im verbissenen Kampf den Rekordolympiasieger Michael Phelps (USA) knapp auf Distanz.

dpa

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