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Bronze-Springer Hausding setzt auf Teamkollegen

Olympia Bronze-Springer Hausding setzt auf Teamkollegen

Kunstspringer Patrick Hausding verhindert mit seinem größten Einzelerfolg die Nullnummer des Deutschen Schwimm-Verbandes. Die ersten "Vier-Augen-Gespräche" über die angeschlagene deutsche Olympia-Sparte gibt es schon. Die Zukunft bleibt schwer.

Rio de Janeiro. Bronzemedaillengewinner Patrick Hausding ist jetzt der glücklichste Fan der deutschen Wasserspringer.

Als die Teamkolleginnen Maria Kurjo und Elena Wassen um das Halbfinale im Turmspringen kämpften, fand der 27-Jährige seinen dritten Platz vom Drei-Meter-Brett immer noch "unglaublich". "Es ist lange her und ich hatte vergessen wie es auf dem Podium bei Olympischen Spielen ist. Gestern Nacht war das eine großartige Erinnerung", sagte der Rekordeuropameister. Ein Vielfaches länger war die letzte deutsche Olympia-Medaille in dieser Disziplin her: 104 Jahre. "Wurde auch wieder Zeit", meinte Hausding und grinste.

Erstmals seit dem Dreifach-Triumph vor dem ersten Weltkrieg jubelte wieder ein deutscher Kunstspringer in der Konkurrenz vom Drei-Meter-Brett bei einer Siegerehrung. Für den Rekordeuropameister war es die erste Einzelmedaille außerhalb einer EM.

"Ich bin so oft vorbeigeschrammt", sagte der 27-Jährige nach vier Weltmeisterschaften und nun drei Olympischen Spielen erleichtert. "Jetzt war es genau der richtige Moment, um Mal Bronze abzusahnen." Nach einem soliden Vorkampf und einem Halbfinale mit zwei verkorksten Sprüngen zeigte der Synchronsprung-Weltmeister von 2013 im Finale vom Brett seine viel bewunderte Nervenstärke. Wie Freiwasserschwimmer Thomas Lurz 2012 in London bewahrte nun Hausding den Deutschen Schwimm-Verband vor der zweiten olympischen Nullnummer nach 1932. "Ich war gestern der DSV", sagte Hausding.

"Felsen, Felsen sind gefallen. Der Druck ist natürlich groß", gestand Buschkow. Der am Jahresende freiwillig aus dem Amt scheidende Leistungssportdirektor war in seiner Doppel-Funktion als Wassersprung-Bundestrainer natürlich froh, dass ausgerechnet aus seiner Sparte die Olympia-Plakette kam. "Deutschland juchzt nach Medaillen und da ist es für uns wichtig, dass wir unseren Beitrag leisten."

Die Wasserspringer haben dank Hausding ihr Olympia-Ziel erfüllt, die Freiwasserschwimmer nach dem Lurz-Rücktritt im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten. Bleiben die ernüchternden Auftritte im Becken.

Die letzte olympische Einzelmedaille der Springer hatte Dörte Lindner (Bronze) 2000 in Sydney geholt - ebenfalls vom Drei-Meter-Brett. Hausding gewann 2008 in Peking gemeinsam mit Sascha Klein Silber im Synchronspringen vom Turm. Nach insgesamt drei vierten Plätzen bei Olympia fand der Berliner seinen Auftritt im Maria Lenk Aquatics Centre einfach nur "geil". Nach seinen Blessuren im Vorfeld war die Plakette für ihn und seinen Anhang besonders viel wert. Für den viereinhalbfachen Vorwärtssalto kassierte der 27-Jährige mit 98,8 Punkten die höchste Wertung der gesamten Konkurrenz.

Vor und nach der Siegerehrung wurde Hausding lauter angefeuert als Chinas Olympiasieger Cao Yuan und der WM-Dritte Jack Laugher (Großbritannien) auf Rang zwei. Es sei ein "Mischmasch" aus Freundin, Freunden und Sportlern gewesen, beschrieb Hausding die lautstarke Kulisse.

Auch Fünfkampf-Olympiasiegerin Lena Schöneborn jubelte mit. Am Goldtag von Turn-König Fabian Hambüchen wurde es auch für Hausding "eine kurze Nacht". "So zwei, drei Caipis waren auf jeden Fall drin", sagte der Berliner. "Aber ich bin fit, gefeiert wird noch die nächsten Tage." Am liebsten nach Einzelerfolgen der deutschen Turmspringer.

dpa

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