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Bundestrainer der Vielseitigkeit hakt Goldmedaille ab

Olympia Bundestrainer der Vielseitigkeit hakt Goldmedaille ab

Eine Medaille ist noch drin. Das deutsche Team in der olympischen Vielseitigkeit liegt nach mehreren Fehlern vor dem abschließenden Springen auf Rang vier. Besonders bitter lief es im Gelände für Julia Krajewski bei ihrem ersten Olympia-Start.

Rio de Janeiro. Trotz des Debakels von Olympia-Debütantin Julia Krajewski können die deutschen Vielseitigkeitsreiter noch auf eine Medaille in Rio de Janeiro hoffen. Nach einem dramatischen Tag im Gelände liegt das Team vor dem Springen am Dienstag auf Platz vier.

"Das war eine Berg- und Talfahrt der Emotionen", sagte Dennis Peiler, Geschäftsführer des Reitverbandes FN. Doch die Hoffnung auf das dritte Olympia-Gold in Serie ist dahin. "Der Traum von der Titelverteidigung ist geplatzt", sagte Bundestrainer Hans Melzer. "Wir sind enttäuscht. Das war heute nicht unser Tag. Wir hatten hier mehr vorgehabt."

Das deutsche Quartett ist trotz des Ausfalls von Krajewski mit 172,80 Strafpunkten Vierter. Es führt Australien (150,30) vor Neuseeland (154,80) und Frankreich (161,00). "Wir hoffen noch auf eine Medaille", sagte Michael Jung, der mit seinem Pferd Sam an zweiter Stelle der Einzelwertung rangiert. "Minimalziel ist aber Platz fünf, um uns für die nächsten Spiele zu qualifizieren."

Im Einzel besitzt Seriensieger Jung eine hervorragende Chance auf ein weiteres Edelmetall. Mit einer überragenden Leistung blieb der Doppel-Olympiasieger von London ohne Fehler. "Es ist bitter, wenn es so anfängt", sagte Jung zu den Fehlern von Startreiterin Sandra Auffarth. Doch der 34-Jährige behielt die Nerven.

"Ich habe nicht lange darüber nachgedacht", berichtete der Profi aus Horb. Sam habe sich trotz seiner "Übermotivation am Anfang so reiten lassen, wie ich es gedacht hatte". Mit seinem Wallach glitt er über den 5840 Meter langen Kurs, blieb locker unter der erlaubten Zeit von 10:15 Minuten. Jung hat vor den zwei Spring-Runden des Einzels am Dienstag 40,90 Strafpunkte. Vor ihm liegt nur der Australier Christopher Burton mit Santano (37,60).

"Fassungslos" war die Stimmung nach Startreiterin Auffarth, wie die Doppel-Weltmeisterin selbst zugab. Die hoch eingeschätzte Auffarth ritt mit ihrem Opgun Louvo an zwei Hindernissen vorbei. "Er war sehr übermotiviert", sagte die 29-Jährige aus Ganderkesee. Das sei "sehr, sehr blöd für meine Mannschaftskameraden".

Doch das deutsche Team hatte Glück, nachträglich wurde ein Vorbeireiten nicht als Verweigerung gewertet. Das Ergebnis war dadurch um 20 Punkte besser als ursprünglich befürchtet.

Auch Klimke zeigte eine Runde mit Fehlern. Auch die Reiterin aus Münster ritt mit Hale Bob an einem Hindernis vorbei. Die Linie habe einmal nicht gestimmt, sagte die 48-Jährige. "Ich bin sehr enttäuscht", gab Klimke zu, die im Einzel auf Rang 19 liegt, weit von den Medaillenrängen entfernt.

Das Streichergebnis lieferte Krajewski, die als Ersatzreiterin angereist war und von Bundestrainer Hans Melzer überraschend für Andreas Ostholt ins Team gekommen war. Die 27-Jährige schied aus. Mit ihrem Samourai hatte die Olympia-Debütantin drei Verweigerungen. "Sie war total von der Rolle", sagte der Bundestrainer.

"Ich bin körperlich okay, sonst nicht", kommentierte Krajewski mit Tränen in den Augen. "Mein Pferd war mit dem Kopf nicht im Gelände", sagte die Reiterin über ihr Debakel. "Ich kann das überhaupt nicht erklären. Ich bin unheimlich enttäuscht."

dpa

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