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Deutscher Gewehrschütze Junghänel holt Olympia-Gold

Gebürtiger Leipziger Deutscher Gewehrschütze Junghänel holt Olympia-Gold

Was für ein Omen: Am Tag seines Weltcupsieges in Rio wurde die olympische Flamme in Griechenland entzündet. Nun ist der gebürtige Leipziger Henri Junghänel Olympiasieger. Nach dem Engleder-Gold und den silbernen Medaillen von Karsch und Bogenschützin Unruh die vierte Medaille für den DSB.

Henri Junghänel

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Henri Junghänel präsentierte stolz sein Olympia-Gold, Papa Reinhart und Mama Regina hatten Tränen in den Augen nach dem Triumph des Sohnes mit dem Gewehr. „Er ist so zielstrebig, die Ziele, die er sich setzt, schafft er auch“, sagte die stolze Mutter. „Er hat Maschinenbau mit 1 abgeschlossen, was er anpackt, wird zu Gold“, meinte der Vater mit einem Lächeln.

Der gebürtige Leipziger Junghänel wurde am Freitag mit dem Kleinkalibergewehr Olympiasieger im Liegendwettbewerb in Rio. Der 28-jährige Debütant holte sich auf der Schießanlage in Deodoro mit dem olympischem Rekord von 209,5 Punkten den ersehnten Sieg vor dem Südkoreaner Kim Jonghuyn und dem Russen Kirril Grigorian. „Ich gönne es dem Henri so, er ist ein Superliegendschütze. Irgendwie haben wir im Team jetzt eine Eigendynamik, es läuft so super“, sagte Barbara Engleder. Die Bayerin hatte mit ihrem Olympiasieg mit dem Kleinkalibergewehr am Vortag für einen weiteren Gänsehautmoment gesorgt.

Im Finale ging es gut los für Junghänel. Mit einem guten Zehnerschnitt begann, lag zunächst auf Rang drei. Nach der dritten Dreier-Serie übernahm der Hesse sogar die Spitze. Mit traumwandlerischer Sicherheit traf er, baute seinen Vorsprung aus. 2012-Olympiasieger Nicolo Campriani aus Italien scheiterte früh, Junghänel traf weiter sicher.

Nach den Schüssen 13 und 14 war die Führung erst einmal weg, doch Junghänel behielt die Nerven. Die deutschen Fans waren in Feierstimmung. Auch Gold-Gewinnerin Engleder feuerte ihren Kollegen an. Die letzte Gewehrmedaille bei den deutschen Männern hatte 2004 Christian Lusch ebenfalls im Liegenschießen gewonnen.

Dabei war Junghänel als Vorkampf-Achter gerade so ins Finale gerutscht. Am Ende reichten die 624,8 Ringe für den letzten freien Platz für das Medaillen-Duell, das in zwei Durchgängen als Ausscheidungswettkampf geschossen wurde. Beim vorolympischen Weltcup auf dieser Anlage hatte er noch den Weltcup gewonnen. Kurios: Genau an dem Tag seines Sieges wurde im griechischen Olympia das olympische Feuer für Rio entzündet.

Eine richtige Leistungsexplosion gab es für Junghänel erst, als er in die USA ging. Er studierte in Kentucky Maschinenbau, bekam ein Stipendium dank seines Könnens, was er im Collegeteam regelmäßig bewies. „Der Schießstand lag auf dem Collegegelände, man konnte jederzeit trainieren“, betonte der „Weltschütze von 2013“. Nach seinem Bachelorabschluss kehrte er nach Deutschland zurück, um in Darmstadt und Berlin seinen Master zu machen.

Enttäuschend hingegen der Auftritt von Teamkollege Daniel Brodmeier aus Niederlauterbach. Der Olympia-Fünfte von London galt als Mitfavorit und verpasste das Finale als 37. deutlich. Gründe über sein Scheitern wollte er nicht benennen und ging mit ernstem Gesicht durch die Mixedzone.

Dennoch liegt der Deutsche Schützenbund nach der Goldmedaille von Barbara Engleder sowie den silbernen Medaillen von Monika Karsch und Bogenschützin Lisa Unruh voll im Soll. Die anspruchsvolle Zielstellung von vier bis fünf Medaillen scheint nach der Olympia-Pleite von London immer noch realistisch zu sein. Die mitfavorisierten Schnellfeuerschützen Christian Reitz und Oliver Geis starteten am Freitag in ihren ersten Wettkampftag.

LVZ

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