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Dynamisches Comeback nach 92 Jahren - 7er-Rugby bei Olympia

Schnell und aggressiv Dynamisches Comeback nach 92 Jahren - 7er-Rugby bei Olympia

Bei der bislang letzten Austragung eines 7er-Rugby-Wettbewerbes bei Olympia kam es zu Schlägereien auf den Rängen. In der Partie gegen Frankreich mussten die US-amerikanischen Fans das Stadion unter Polizeischutz verlassen. Das war 1924. Jetzt ist 7er-Rugby wieder zurück bei Olympia.

Rugby-Seven-Party zwischen Australien (grün und gelb) und Spanien (rot).

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Endlich nimmt mal jemand den Begriff Einlaufen ernst. Im Deodoro Stadiun wird nicht auf den Platz geschritten, sondern gelaufen, gerannt. Beim 7er Rugby geht es eben schnell zu. Schnell auf den Platz, kurzes Warmmachritual – und los geht’s. Sieben gegen sieben, zwei Halbzeiten von je sieben Minuten.

In der Nacht zu Dienstag endete das olympische Frauenturnier mit dem Finale zwischen Australien und Neuseeland, das das australische Team mit 24:15 gewann. Die beiden Rugby-Nationen machten Werbung für ihren Sport, der erstmals seit 1924 wieder bei Olympischen Spielen dabei ist. Es war eine gute Idee, den traditionsreichen Sport wieder ins olympische Programm aufzunehmen. Das Spiel ist dynamisch und temporeich, taktisches Geplänkel wie bei der großen Variante mit 15 Spielern oder beim Fußball (wie wohl ein Bundesligaspiel mit zwei Siebenminuten-Halbzeiten aussähe?) gibt es nicht. Es ist ein 14-minütiges Drauflosstürmen und Suchen nach der Lücke in der gegnerischen Abwehrreihe.

Olympia-Neuzeiterfinder Pierre de Coubertin persönlich hatte 1900 dafür gesorgt, dass Rugby bei den zweiten Spielen mit dabei war. Er liebte den Sport mit dem sogenannten Ei, bei dem man nur rückwärts passen und vorwärts kicken darf. Doch 1924 war Schluss. Vielleicht lag es auch daran, dass es beim damaligen Finale zwischen Frankreich und den USA zu Schlägereien auf der Tribüne kam und die Amerikaner nach ihrem Sieg das Stadion unter Polizeischutz verlassen mussten.

92 Jahre später ist die Stimmung auf den Tribünen euphorisch. „Dass wir unseren Sport hier der ganzen Welt im Fernsehen präsentieren können, ist fantastisch. Das wird die Ausbreitung des Sports sicher befördern“, hofft die Britin Danielle Waterman, die mit ihrem Team den vierten Platz belegte.

Werbung für ihre Sportart wollen auch die Männerteams machen, die seit Dienstag um die Medaillen spielen. Mit dabei sind auch die Fidschiinseln. Im 890.000-Einwohner-Staat im Nirgendwo des Südpazifiks ist Rugby Volkssport. Die Fidschi-Männer haben nun die große Chance, für die erste olympische Medaille ihres Landes zu sorgen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Die World Rugby Sevens Series hat der kleine Staat zuletzt zweimal in Folge gewonnen.

Manuel Becker

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