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Gericht beendet Olympia-Traum von Hollands van Gelder

Olympia Gericht beendet Olympia-Traum von Hollands van Gelder

Der niederländische Turner Yuri van Gelder kann den Rausschmiss aus der Olympia-Mannschaft seines Landes nicht ungeschehen machen. Ein Richter in Arnheim entschied, er sei nach einer Alkoholtour zu Recht nach Hause geschickt worden.

Yuri Van Gelder bleibt nach seinem Fehlverhalten für das Ringe-Finale gesperrt.

Quelle: Remko de Waal

Arnheim. Aus der Traum: Der niederländische Spitzenturner Yuri van Gelder muss auch die letzte die Hoffnung aufgeben, doch noch am Ringe-Finale bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen zu dürfen.

Ein Gericht in Arnheim lehnte einen Antrag van Gelders auf eine Einstweilige Anordnung gegen den nationalen Sportverband und das Nationale Olympische Komitee ab. Der frühere Turn-Weltmeister, der wegen einer Alkoholtour und unerlaubten Verlassens des Olympischen Dorfes ins nächste Flugzeug nach Amsterdam gesetzt worden war, wollte die Verbände per Urteil zwingen, ihn wieder nach Rio zu schicken.

 

 

Der Anwalt der Sportverbände argumentierte, man habe van Gelder heimschicken müssen. Dieser habe zweimal das Olympische Dorf unerlaubt verlassen, zudem sei er kurz nach fünf Uhr morgens betrunken zurückgekommen und habe erst gegen 15.00 Uhr das Bett wieder verlassen. Dies sei ein Verstoß gegen diverse Regeln gewesen. Auch Auswahl-Trainer Bram van Bokhoven sagte in einem Interview in Rio, ein Spitzenturner wie van Gelder müsse sich an Regeln halten. "Wer vor einem Finale steht, muss sich wie ein Profi verhalten."

 

 

Van Gelder, der wegen seiner Paradedisziplin auch als "Herr der Ringe" apostrophiert wird, bestritt jegliches Fehlverhalten. Er habe bis kurz nach Mitternacht im Holländischen Heineken Haus in Anwesenheit diverser Funktionäre "vier oder fünf Bierchen" getrunken: "Wenn wir uns für ein Finale qualifiziert haben, machen wir das immer so. Also auch hier." Danach habe er keinerlei Alkohol mehr getrunken und auch "keinen Zug um die Häuser" gemacht. "Mucksmäuschenstill" und praktisch nüchtern - so sein Anwalt Cor Hellingman - sei er morgens ins Olympische Dorf heimgekehrt. Van Gelder sagte: "Wenn ich gewusst hätte, dass das verboten war, hätte ich keinen Alkohol getrunken."

 

 

Vor der Urteilsverkündung sagte er noch, er sei "sehr motiviert", so rasch wie möglich wieder nach Rio zu fliegen: "Mein Kopf ist noch in Rio." Ein Sprecher des Weltturnverbandes FIG hatte schon am Mittwoch gesagt, eine Teilnahme van Gelders am Turnfinale sei nicht möglich: Er sei vom niederländischen Sportbund abgemeldet worden, der Nachrücker sei Igor Radiwilow aus der Ukraine.

Bereits 2009 war van Gelder bei einer Dopingkontrolle des Kokainmissbrauchs überführt und nach reumütigen Eingeständnissen für ein Jahr gesperrt worden. In London 2012 fehlte er als überführter Ex-Doper bei Olympia.

dpa

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