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Gold 20 & 21 für Phelps - Küsse für Verlobte, Mama & Baby

Olympia Gold 20 & 21 für Phelps - Küsse für Verlobte, Mama & Baby

Für einen Michael Phelps reichen Superlative lange nicht mehr aus. Nach den Olympiasiegen 20 und 21 ist er nun auch der älteste Schwimmsieger in einem Einzel. Phelps genießt die Spiele der Gefühle. Für Paul Biedermann steht der Amerikaner über Bolt & Co.

Rio de Janeiro. Bei der Jubelrunde teilte Michael Phelps sein Familienglück auch vor den Kameras mit der Weltöffentlichkeit.

Nach der Medaillenvergabe für den Erfolg des ältesten Olympiasiegers in einer Schwimm-Einzeldisziplin wollte er unbedingt zu den wichtigsten Menschen in seinem Leben. Der 31-Jährige erklomm die Stufen des Fotografenpodests bis zu seiner Familie. Er küsste vor unzähligen Objektiven seine Verlobte Nicole Johnson, gab Mama Debbie ein Bussi - und dann überreichte ihm die Liebste das drei Monate alte Baby Boomer.

Phelps nahm seinen Sprössling in den Arm, küsste den Sohnemann ein paar Mal. "Ich wollte ihn länger halten. Es war gut, dass er wach war, normalerweise schläft er die ganze Zeit", sagte der stolze Vater. Boomer, dessen eigene Fanseite im Netz ebenso ein Renner ist wie die von den Eltern geposteten Familienfotos, wurde mit Kopfhörern in Stars and Stripes vor dem Lärm geschützt. Je später es wurde, desto weinerlicher wurde er.

Sein Papa wollte diesen Olympiasieg über "seine" 200 Meter Schmetterling unbedingt. "Seine Leistung über 200 Meter Schmetterling und in den Kraul-Staffeln, das war jeweils eine super Leistung. Michael Phelps halt. Der Beste. Punkt", staunte Paul Biedermann.

Bei der WM 2009 hatte Biedermann den Amerikaner mit Weltrekord besiegt. Die Leistungen von Phelps seien auch wegen dieses Comebacks auch über den Schwimmsport hinaus größer als die von Usain Bolt und anderen zu bewerten, befand der Deutsche. "Da fehlen mir die Worte, wie er das gemacht, was er da im Training geleistet haben muss. Das ist so etwas Besonderes, das kann ich gar nicht greifen."

Mit einem hauchdünnen Vorsprung von vier Hundertstelsekunden setzte sich Phelps vor dem Japaner Masato Sakai durch. London-Olympiasieger Chad le Clos (Südafrika) wurde Vierter. Es war ein Akt der Genugtuung für Phelps, auch wenn er zu höflich oder weit nach Mitternacht vielleicht auch zu müde war, das so zu formulieren.

Der Südafrikaner le Clos hatte Phelps 2012 eine bittere Niederlage zugefügt, die erste auf dieser Strecke seit zehn Jahren. Danach folgten despektierliche Äußerungen von le Clos über Phelps' zwischenzeitlich fragwürdigen Lebenswandel mit Trunkenheitsfahren und Suchtklinik. Der amerikanische Rekord-Olympiasieger schwieg dazu, antwortete lieber im Wasser: Bei einem Schwimmfest vor einem Jahr war der damals vom US-Verband wegen seiner Eskapaden gesperrte Phelps schneller als le Clos in diesen Tagen bei seinen WM-Titeln in Kasan.

"Ich war auf einer Mission und habe sie erfüllt", beschrieb Phelps nun die Wichtigkeit dieses Olympia-Erfolgs. "Ich wollte diesen Sieg zurückhaben." Eine knappe Stunde nach dem Schmetterling-Triumph schlug er noch einmal zu: Gold mit der amerikanischen Freistilstaffel über 4 x 200 Meter - 25 Medaillen bei Olympischen Spielen lautet nun die unfassbare Bestmarke, darunter 21 Goldene. Und er kann sie toppen: Phelps startet noch über 200 Meter Lagen, 100 Meter Schmetterling und in der Lagenstaffel.

Die Konkurrenz geht meist anerkennend, teils fassungslos oder auch mal genervt vom Hype mit den Leistungen des besten Olympioniken aller Zeiten um. "Das ist ja auch irgendwie krank", sagt Phelps selbst über seine 21 Olympiasiege.

Diese Spiele gehen aber auch einem Ausnahmeathleten wie Phelps an die Substanz. Bei der Fragerunde im vollgepackten Presseraum gab er nachts um halb zwei zu: "Ich bin so fertig, ich kann nicht mal richtig denken."

dpa

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