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Große Enttäuschung für Vogel im Keirin

Olympia Große Enttäuschung für Vogel im Keirin

Die scheinbar sichere Medaille ist futsch. Kristina Vogel hat ausgerechnet im Keirin-Finale Nerven gezeigt und nur den sechsten Platz belegt. Im Sprint wartet auf die Erfurterin noch eine Chance.

Kristina Vogel lässt den Kopf hängen, eine Medaille hatte sie fest eingeplant.

Quelle: Felix Kaestle

Rio de Janeiro. Kristina Vogel rollte nach dem Keirin-Finale mit gesenktem Kopf um das Holzoval. Eine weitere Medaille schien die 25-Jährige nach Bronze im Teamsprint bereits sicher zu haben, da wurde sie auf den letzten Metern noch bis auf Platz sechs durchgereicht.

Die Weltmeisterin musste sich im Kampfsprint überraschend geschlagen geben, nachdem sie den ganzen Tag über den Wettbewerb dominiert hatte. Gold ging stattdessen an die Niederländerin Elis Ligtlee vor der Britin Rebecca James und Anna Meares aus Australien.

"Gerade überwiegt die Traurigkeit. Ich hätte es gerne besser gemacht. Vielleicht hätte ich eine Millisekunde wacher sein müssen. Ich war eingeklemmt, es war eng", sagte Vogel und richtete ihren Blick auf den am Sonntag beginnenden Sprint: "Abhaken, neu angreifen."

Gerade im Keirin wollte Vogel als Weltmeisterin den zweiten Olympiasieg ihrer Karriere holen. Vor vier Jahren in London hatte die Erfurterin zusammen mit Miriam Welte (Kaiserslautern) Gold im Teamsprint gewonnen. Am Freitag belegte das Duo in diesem Wettbewerb Platz drei.

Unterdessen hat Keirin-Weltmeister Joachim Eilers eine Medaille im Sprint verpasst. Im Viertelfinale scheiterte der Chemnitzer am australischen Vize-Weltmeister Matthew Glaetzer in zwei Läufen. Damit sind alle deutschen Starter im Sprint ausgeschieden, Maximilian Levy (Cottbus) musste sich mit Platz neun begnügen. Eilers war ursprünglich gar nicht für den Sprint vorgesehen, erst durch den Ausfall von Max Niederlag (Chemnitz) wegen eines Infektes war er auf die Startliste gerückt.

Im Mittelpunkt stand aber Vogel. "Kristina de Janeiro", stand auf einem Plakat geschrieben. Und auch Michael Vesper wollte sich als Chef de Mission auf der Tribüne die scheinbar sichere Medaille nicht entgehen lassen. Denn schon auf dem Weg ins Finale war Vogel eine Klasse für sich. Im hochkarätig besetzten ersten Lauf hatte sie sich bereits vor Meares knapp durchgesetzt, in der zweiten Runde siegte sie dann mit großem Abstand. Nur im Finale hatte sie sich einklemmen lassen und war so chancenlos.

Eine große Show war unterdessen das Mannschaftszeitfahren der Frauen ohne deutsche Beteiligung. Der britische Vierer in der Besetzung Katie Archibald, Laura Trott, Elinor Barker und Joanna Rowsell-Shand holte sich in der Weltrekord-Zeit von 4:10,236 Minuten den Sieg gegen die USA (4:12,454) und verbesserte damit den eigenen Weltrekord vom Vormittag um fast zwei Sekunden.

Die Briten toppten damit die Bestmarke zum dritten Mal bei den Sommerspielen in Rio. Zwischendurch hatten am Samstag auch die US-Girls für wenige Minuten den Weltrekord gehalten. Für das Team GB war es das dritte Gold bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben. Der deutsche Vierer war dagegen schon in der Qualifikation ausgeschieden. Gut 20 Sekunden, was im Bahnradsport eine Ewigkeit ist, war das deutsche Quartett um das Holzoval geradelt.

dpa

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