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Heidler, Krause und Heß ohne Medaillen: "Scheiße gelaufen"

Olympia Heidler, Krause und Heß ohne Medaillen: "Scheiße gelaufen"

Den Deutschen gehen in der Leichtathletik die Medaillen-Kandidaten aus. Auch Heidler, Krause und Heß holen bei Olympia kein Edelmetall. Die Hahner-Zwillinge handeln sich für ihren Hand-in-Hand-Einlauf beim Marathon in Rio de Janeiro heftige Kritik ein.

Dennoch ist WM-Dritte mit der Platzierung nicht ganz zufrieden.

Quelle: Michael Kappeler

Rio de Janeiro. Hammerwerferin Betty Heidler, Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause und Dreispringer Max Heß haben die deutsche Medaillenbilanz bei Olympia nicht aufpoliert. Heidler musste sich zum Abschluss ihrer Karriere in Rio de Janeiro mit einem vierten Platz begnügen.

Europameisterin Krause verbesserte den deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis, der reichte zu Rang sechs. Europameister Heß verpatzte seine Olympia-Premiere gründlich und scheiterte bereits in der Qualifikation.

Heidler hatte auf einen glänzenden Abschluss ihrer Karriere gehofft. 73,71 Meter reichten der 32-jährigen Berlinerin, die 2012 in London Bronze gewonnen hatte, aber nicht zum Medaillenglück. Heidler fluchte zwar kurz, fand ihr strahlendes Lächeln aber rasch wieder. "Nein, ich bin nicht unglücklich. Aber mit Bronze wäre ich glücklicher", sagte die frühere Weltrekordlerin. "Es hört auf, wie es 2004 in Athen begonnen hat. Ich gehe stolz aus dem Stadion. Es war trotzdem ein schönes Ende." Die Polin Anita Wlodarczyk kürte sich mit dem Weltrekord von 82,29 Metern zur Olympiasiegerin.

Der Medaillen-Traum erfüllte sich auch für Krause nicht. Die 24 Jahre alte WM-Dritte aus Frankfurt verbesserte den deutschen Rekord auf 9:18,41 Minuten - die alte Bestmarke hielt seit 2009 Antje Möldner-Schmidt in 9:18,54 Minuten. Mehr als Position sechs war mit dieser Zeit aber nicht drin. "Das Minimalziel habe ich erreicht, aber ich wäre gern schneller gewesen", resümierte Krause. "Deshalb ist es suboptimal gelaufen." Gold holte sich Ruth Jebet aus Bahrain in der Weltklassezeit von 8:59,75 Minuten.

Tief enttäuscht war Heß. "Es ist einfach scheiße gelaufen, ganz simpel ausgedrückt", sagte er. Eine richtige Erklärung hatte der 20-Jährige für seinen holprigen Auftritt nicht. "Nervös war ich überhaupt nicht, bin ich eigentlich nie vor einem Wettkampf. Ich habe es eher genossen." In seinem letzten Versuch brachte es der Chemnitzer nur auf 16,56 Meter. Bei seinem EM-Triumph Anfang Juli in Amsterdam war Heß eine Weite von 17,20 Meter gesprungen.

Die Stimmung in der deutschen Mannschaft ist Heidler zufolge "so mittelmäßig". Kein Wunder bei der bisher durchwachsenen Bilanz. Viele Asse hat der DLV nicht mehr im Ärmel. Die Speerwerfer und Kugelstoßer David Storl können die Medaillenbilanz noch aufhübschen, doch viel mehr Gelegenheiten dürften sich nicht mehr bieten. Die anderen Nationen haben indes immer wieder auftrumpfen können.

dpa

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