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Hoffen auf "Lottogewinn" Gold: Judoka optimistisch in Rio

Olympia Hoffen auf "Lottogewinn" Gold: Judoka optimistisch in Rio

Drei bis vier Medaillen hat der DOSB als Ziel für die deutschen Judokas bei Olympia ausgegeben. Die größten Hoffnungen ruhen auf den Schwergewichtlern um Karl-Richard Frey. Verbandspräsident Peter Frese hofft mit Gold auf einen Lottogewinn - warnt aber vor zu viel Druck.

Rio de Janeiro. Acht Jahre nach dem letzten Olympia-Coup wollen die deutschen Judokas endlich wieder den ganz großen Wurf. Vor allem bei den Männern um Vizeweltmeister Karl-Richard Frey rechnen sich die Mattenkämpfer in Rio de Janeiro etwas aus.

"Wir haben einige Athleten, die um die Medaillen kämpfen können. Und unser Ziel ist ein Olympiasieg. Das wird schwer, ist aber möglich", sagte Bundestrainer Detlef Ultsch. Insgesamt 13 Athleten sind unterm Zuckerhut am Start. Vor dem Auftakt am Wochenende herrscht im deutschen Team ein Mix aus Zuversicht, Anspannung - und Demut ob der großen Herausforderung.

"Wie ein Lottogewinn" wäre für Verbandspräsident Peter Frese ein Olympiasieg unterm Zuckerhut. Der erfahrene Funktionär stapelt lieber tief. "Ich habe die Hoffnung, dass wir zwei oder drei Medaillen gewinnen können. Meine Sorge ist, ohne Medaillen nach Hause zu fahren", sagte Frese der Deutschen Presse-Agentur.

Vor vier Jahren holten seine Judokas vier Medaillen, auch für Rio hat der Deutsche Olympische Sportbund drei- bis viermal Edelmetall als Ziel ausgegeben. In 13 von 14 Klassen sind die Deutschen vertreten, die größten Chancen werden den schwereren Sportlern eingeräumt.

Doch auch Frese ist bewusst, dass die Gold-Flaute bei WM und Olympia seit Ole Bischofs Triumph in Peking 2008 einen Grund hat. Für einen Titel muss immer alles passen. "Ein Athlet muss 110 Prozent Leistung bringen, eine richtige Kampf-Reihenfolge zugelost bekommen, die Auslage beim Gegner muss passen, und auch der Kampfrichter muss ihn mögen. Das ist wie beim Ziehen der Lottozahlen...", sagte er.

Gerade in dieser Kampfsportart kommt es auch auf den Kopf der Athleten an, eine Unaufmerksamkeit kann das schnelle Aus bedeuten. "Im Judo besteht das Risiko, dass man seine Leistung nicht abrufen kann. Das passiert vielen", mahnte Olympiasieger Bischof. Frese will daher den Druck auf seine Judokas nicht zu groß werden lassen. "Die Olympia-Starter dürfen nicht von Gold träumen, sondern nur von Kampf zu Kampf denken", mahnte er vor den ersten Wettkämpfen am Samstag.

Als größte deutsche Gold-Hoffnung gilt Karl-Richard Frey, der in der Klasse bis 100 Kilogramm antritt. Doch auch 2015-Europameisterin Martyna Trajdos und Halbschwergewichtlerin Luise Malzahn werden gute Chancen auf eine Medaille eingeräumt. "Wir haben Ziele, und wir haben die Möglichkeiten, um die Medaillen mitzukämpfen", sagte Frauen-Bundestrainer Michael Bazynski.

Der 25 Jahre alte WM-Zweite Frey, der am Donnerstag antritt, kündigte selbstbewusst an: "Ich will Olympiasieger werden." Doch Peking-Gewinner und DOSB-Vizepräsident Bischof mahnte: "Auch er braucht einen guten Tag, an dem alles stimmt. Man darf das ganze Abschneiden der Judomannschaft nicht an ihm alleine festmachen."

"Dabei sein ist nicht alles", fasste Martyna Trajdos ihr Ziel zusammen. Die 27-Jährige tritt am Dienstag in der Klasse bis 63 Kilogramm an. "Dennoch unterschätze ich Judo nicht, da eine kleine Unachtsamkeit bereits das Aus bedeuten kann", sagte die Hamburgerin.

Die 26 Jahre alte Luise Malzahn will ihre "sehr erfolgreiche Qualifikationsphase gerne mit einer Olympia-Medaille krönen". Zu hohe Erwartungen sollen die WM-Dritte vor dem Auftritt am Donnerstag aber nicht belasten. "Ich will mich jetzt auch nicht unnötig unter Druck setzen. Wenn es am Ende nicht so ist, dann ist es so, dann geht die Welt auch nicht unter, aber es wäre schon schön."

dpa

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