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IPC-Präsident: Schwierigste Umstände in Paralympics-Historie

Olympia IPC-Präsident: Schwierigste Umstände in Paralympics-Historie

Es sind schwierige Tage für die Organisatoren der Paralympischen Spiele in Rio. Das Organisationskomitee ist klamm. Überall sind Einschnitte nötig. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten.

Rio de Janeiro. Alle Wettbewerbe der Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro finden trotz Finanzierungsproblemen statt. Das versicherten am Freitag das Organisationskomitee und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) in Rio.

Die Regierung und die Stadt werden zusammen etwa 250 Millionen Real (68 Millionen Euro) aufbringen, um die Finanzlücke zum großen Teil zu schließen. 150 Millionen Real kommen von der Stadt. Die Spiele für Menschen mit Behinderung finden vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro und damit erstmals in Südamerika statt.

Dennoch müssen auch die Paralympics - wie schon die Olympischen Spiele - bei der Organisation Abstriche machen, die allerdings die Wettbewerbe nicht beeinträchtigen sollen. So sollen beispielsweise einige Wettkampfstätten besser ausgelastet werden. Es sind Kürzungen beim Personal und beim Transport geplant.

Für IPC-Präsident Philip Craven stellen die Spiele in Rio die Bewegung vor ihre bisher größte Herausforderung. "Niemals zuvor in der 56-jährigen Geschichte mussten wir mit solchen Umständen zurechtkommen", sagte Craven. Die ersten Paralympics fanden 1960 in Rom statt.

Craven zeigte sich erleichtert über die Finanzspritzen. Entscheidend sei nun, rasch an zahlreiche Nationale Paralympische Komitees Zuschüsse für deren Reisekosten zu überweisen. Zehn Länder, deren Teilnahme auf der Kippe gestanden habe, könnten nun doch teilnehmen. Namen nannte er nicht. Die Überweisungen sind seit Ende Juli überfällig.

Die Organisatoren versprachen, dass trotz knapper Mittel alle Wettbewerbe in den 22 paralympischen Sportarten ausgerichtet würden. Es gebe die Zusicherung der brasilianischen Streitkräfte, bei der Logistik zu helfen.

Hintergrund der schwierigen Finanzlage ist die Wirtschaftskrise im Land. "Der Kartenverkauf und die Sponsorenmittel liegen unter unseren Erwartungen", sagte der Sprecher des Organisationskomitees, Mario Andrada. Bisher sind von 2,3 Millionen Tickets erst rund 300 000 verkauft, das sind etwa zwölf Prozent. Craven ist überzeugt, dass der Kartenverkauf noch deutlich anziehen werde.

Auch Interimspräsident Michel Temer machte sich für die Paralympics stark. "Ich möchte die gleiche Präsenz erreichen, die gleiche Passion, die die Brasilianer während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele gezeigt haben", sagte er.

Ein Richter in Rio hatte zunächst jede weitere staatliche Zahlung per einstweiliger Verfügung gestoppt, solange das Organisationskomitee nicht seine Bücher öffnet und transparent seinen Bedarf darlegt. Damit sollte der Missbrauch von Subventionen ausgeschlossen werden. Die Verfügung wurde laut Andrada aufgehoben.

dpa

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