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James Bond und die Queen: Olympia-Eröffnungen

Olympia James Bond und die Queen: Olympia-Eröffnungen

Die Eröffnungsfeiern bei Olympischen Spielen bieten rings um den Einmarsch der Athleten ein Spektakel. Dieses wird in jahrelanger Arbeit mit großem Aufwand vorbereitet. Ein Geheimnis gilt es dabei stets gut zu bewahren: Wer entzündet das Feuer?

Rio de Janeiro. Die Organisatoren Olympischer Spiele scheuten in den vergangenen Jahrzehnten keine Mühen und Kosten, um vor dem Beginn der Wettkämpfe für einen ebenso aufwendigen wie unvergesslichen Auftakt zu sorgen.

Nicht immer waren allerdings alle großen Nationen beim Einmarsch der Athleten dabei. Ein Rückblick auf einige Eröffnungsfeiern bei vergangenen Sommerspielen:

DER ZITTERNDE ALI: Für einen der wenigen großen Momente der Spiele von Atlanta 1996 sorgt der Größte. Zur Überraschung aller Zuschauer weltweit taucht wie aus dem Nichts als letzter Fackelträger Muhammad Ali auf. Der einstige Box-Weltmeister und Olympiasieger von 1960 ist bereits von der Parkinson-Krankheit gezeichnet und tut sich mit zitterndem Arm schwer, das olympische Feuer zu entzünden. Nach lang erscheinenden Momenten gelingt es der in diesem Jahr gestorbenen Sport-Ikone unter dem Jubel der Zuschauer schließlich.

JAMES BOND UND DIE QUEEN: 1976 spricht die britische Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt von Kanada in Montréal die Eröffnungsformel. 2012 verblüfft die Queen als Schauspielerin mit einer Portion feiner britischer Selbstironie. Superagent James Bond - gespielt von Bond-Darsteller Daniel Craig - holt die Regentin im Buckingham-Palaat ab, um dann mit ihr aus einem Hubschrauber über dem Olympiastadion abzuspringen. Diese Szene wurde allerdings gedoubelt.

WASSERSPIELE IN SYDNEY: Es wirkt wie eine Entschuldigung Australiens für den langjährigen Umgang mit den Ureinwohnern, dass in 400-Meter-Läuferin Cathy Freeman eine Aborigine letzte Fackelträgerin ist. Die spätere Olympiasiegerin entzündet zum Abschluss einer fantasievollen Eröffnungsfeier mit surrealistisch anmutenden Meereswesen auf spektakuläre Weise das Feuer. Die Leichtathletin steht in einer Schale mit Wasser, der einen Flammenring enthält. Als die Schale in einem Schrägaufzug auf den obersten Stadionrand geschoben wird, ergießt sich um Freeman herum ein Wasserfall.

ZWEI DEUTSCHE TEAMS: Schuhplattler aus Bayern und Mariachi aus Mexiko gehören ebenso zur Eröffnungsfeier der Spiele 1972 in München wie zwei deutsche Mannschaften im damals geteilten Deutschland. Schauspieler und Moderator Joachim Fuchsberger fungiert als Stadionsprecher, Bundespräsident Gustav Heinemann spricht die Eröffnungsformel im Olympiastadion mit seinem Zeltdach. Die anfangs heiteren Spiele stehen nach dem Anschlag auf das israelische Team vor dem Abbruch - und gehen nach einem Tag der Trauer dann doch weiter.

DIE BOYKOTTSPIELE: Die meisten Sportler aus dem damaligen Westen sitzen daheim vor dem Fernseher, als 1980 in Moskau die Spiele eröffnet werden. Wegen des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan im Dezember 1979 hatten sich zahlreiche westlichen Staaten entschieden, Olympia in der sowjetischen Hauptstadt zu boykottieren. Die Teams aus Großbritannien - mit dem damaligen Mittelstreckenstar und heutigen Leichtathletik-Weltverbandschef Sebastian Coe - sowie aus Frankreich und Italien sind im Lenin-Stadion aber dabei. Vier Jahre später in Los Angeles fehlt bis auf Rumänien und Jugoslawien der Ostblock.

dpa

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