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Japan: Keine illegale Zahlung bei Olympia-Vergabe an Tokio

Olympia Japan: Keine illegale Zahlung bei Olympia-Vergabe an Tokio

Nach dem Ärger um das zu teure Olympiastadion, Plagiatsvorwürfen rings um ein Logo und drohenden Verzögerungen bei Baumaßnahmen dürfen sich Tokios Olympia-Organisatoren ausnahmsweise über gute Nachrichten freuen.

Die Japaner haben sich nichts vorzuwerfen.

Quelle: Kiyoshi Ota

Tokio. Ein japanischer Untersuchungsbericht zur Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tokio hat das Bewerbungsteam von Korruptionsvorwürfen entlastet.

Eine vom Nationalen Olympischen Komitee des Landes eingesetzte unabhängige Kommission sieht in einer Millionenzahlung an eine Beratungsfirma in Singapur keinen unrechtmäßigen Vorgang. Das geht aus einem vorgelegten Untersuchungsbericht hervor.

"Die Ermittlungen ergeben, dass Inhalt und Durchführung der Zahlung gegen keine japanischen Gesetze verstoßen", sagte Yoshihisa Hayakawa, der die Kommission geleitet hatte. Es seien zudem keine Verstöße gegen den ethischen Kodex des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entdeckt worden.

Bei der Untersuchung ging es um die Zahlung von umgerechnet derzeit knapp zwei Millionen Euro an die Beratungsfirma. Sie war im Zusammenhang mit Ermittlungen französischer Behörden gegen den Sohn des ehemaligen Leichtathletik-Weltverbandschefs Lamine Diack in die Schlagzeilen geraten. Es bestand der Verdacht, das Geld aus Tokio könnte bei Lamine Diack oder dessen Sohn Papa Massata Diack gelandet sein, der einst Marketing-Beauftragter des Leichtathletik-Weltverbands war.

Die Untersuchungskommission erklärte nun, die Verantwortlichen von Tokios Olympia-Bewerbung hätten keine Kenntnis von Verbindungen zwischen der Beratungsfirma und Papa Massata Diack gehabt. Allerdings konnte die Kommission wegen der andauernden französischen Ermittlungen nicht mit den Diacks und dem Vorstand der Beratungsfirma, Ian Tan Tong Han, sprechen. "Ich bedauere, dass wir sie nicht befragen konnten", sagte Hayakawa. "Wenn wir Herrn Tan hätten treffen können, bin ich mir sicher, dass wir hätten prüfen können, was genau passiert ist."

Unklar ist laut Bericht, wie das Geld ausgegeben wurde. Die Ermittler erwähnten auch, dass das Honorar der Beratungsfirma zweimal so hoch gewesen sei wie durchschnittliche Zahlungen des japanischen Olympischen Komitees an solche Agenturen. Laut französischen Ermittlern, ist das Geld in zwei Raten, im Juli und Oktober 2013, an die Firma überwiesen worden. Im September des Jahres wurde Tokio als Gastgeber der Olympischen Spiele ausgewählt.

dpa

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