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Leipzigerer Ruderer verpassen Olympia-Eröffnung und wollen heute angreifen

Annekatrin Thiele und Philipp Wende Leipzigerer Ruderer verpassen Olympia-Eröffnung und wollen heute angreifen

Eröffnungsfeiern der Sommerspiele finden traditionell ohne den Großteil der Ruderer statt. Für die DHfK-Skuller Annekatrin Thiele und Philipp Wende hieß es am Freitagabend in Rio: Beine hochlegen und die Zeremonie via TV genießen, statt sich die Beine stundenlang in den Bauch zu stehen.

Philipp Wende und Annekatrin Thiele (Archivfotos).

Quelle: Christian Modla

Rio de Janeiro. Denn schon heute in aller Herrgottsfrühe fuhr der Bus zu den Vorläufen in Richtung Cobacabana. Ab 17.30 Uhr deutscher Zeit (Männer) sowie 17.50 Uhr (Frauen) könnten die beiden Doppelvierer den Finaleinzug für Mittwoch perfekt machen, statt die „Ehrenrunde“ über den Hoffnungslauf am Montag zu nehmen.

„Wir haben noch nicht viel gesehen. Nur den Weg zur Regattastrecke“, so die zweifache Silbermedaillengewinnerin von Peking und London, die erstaunt war, „wie nah am Zentrum unsere Strecke liegt und das wir die Christus-Statue sehen können“. Da die Ruderer bekanntlich rückwärts fahren, reicht beim Start schon ein Blick nach oben, um zu wissen: Christus ist dabei, er hat ein Auge auf mich geworfen. Auch Philipp Wende, der vor vier Jahren Gold errang, findet es toll, dass diesmal mitten in der Stadt gerudert wird. Die Größe und Weite Rios seien beeindruckend. „Und die großen Unterschiede zwischen den Favelas in der Nähe des Flughafens und dem besseren Stadtteil in Barra.“

Der frühere brasilianische Langstreckenläufer Vanderlei de Lima hat um 23.49 Uhr Ortszeit das Olympische Feuer in Rio de Janeiro entzündet und damit für den Höhepunkt der spektakulären Eröffnungsfeier gesorgt. Zuvor hatte Tischtennis-Spieler Timo Boll das deutsche Team ins Maracana-Stadion geführt. Fotos: dpa

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Beide mussten zuletzt etwas Schlaf nachholen, um ausgeruht an den Start zu gehen. Die erste Nacht im Olympischen Dorf war kurz und turbulent. Zwischen 3 und 4 Uhr gab es drei fehlerhafte Feueralarme und am Morgen klopfte die Dopingkontrolle. Beide Weltklasse-Ruderer fühlen sich insgesamt wohl und sind der Meinung, man solle die Spiele von London und Rio nicht miteinander vergleichen. „Die Volunteers sind manchmal noch etwas überfordert, da sich die Abläufe noch einspielen müssen“, so Thiele: „Aber alle sind freundlich und sehr bemüht. Ich denke, wenn es dann erst mal losgegangen ist, werden es super Spiele.“

Das Olympische Dorf sei sehr schön. „Es ist cool zu sehen, wie mehr und mehr Nationen anreisen. Ich mag es, in der Mensa zu sitzen und zu raten,welche Sportarten die Athleten betreiben.“ Wende ergänzt: „Die Atmosphäre ist noch ausgelassen, aber so langsam muss sich das Wettkampffeeling einstellen. Bei den vielen Sportlern, Sportarten und Nationen fällt das nicht leicht.“

Von spiegelglatt bis extrem wellig präsentierte sich im Training der Lagoa Rodrigo de Freitas bisher. „Es ist schon sehr anspruchsvoll und schwierig zu rudern, wir haben ständig wechselnde Bedingungen und Wind“, erzählt der aus Wurzen stammende Modellathlet. Die gebürtige Sangerhausenerin ergänzt: „Ich gehöre nicht zu denen, die ständig den Wetterbericht checken und sich darüber Gedanken machen. Rudern müssen wir schließlich bei allen Bedingungen.“

Beide Vierer würden sehr gut harmonieren, der direkte Finaleinzug wäre gut fürs Selbstvertrauen und gleichbedeutend mit einer guten Bahn im Finale. „Wir wollen uns auf keinerlei Taktik-Spielchen einlassen“, meint die Europameisterin: „Am besten ist es, gleich mal einen rauszuhauen.“

Von Frank Schober

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