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Olympia: Doppelvergabe für 2024 und 2028 möglich

Olympia Olympia: Doppelvergabe für 2024 und 2028 möglich

Das schwindende Interesse westlicher Städte für die Ausrichtung kostspieliger Olympischer Spiele bringt das IOC in Zugzwang. Da wäre eine Änderung des Vergabeverfahrens für 2024 und 2028 eine Option.

IOC-Präsident Thomas Bach stellte eine Doppelvergabe für Olympia 2024 und 2028 in Aussicht.

Quelle: Yonhap

Pyeongchang. Angesichts der wenigen Kandidaten hält IOC-Präsident Thomas Bach eine Doppelvergabe der Olympischen Spiele 2024 und 2028 an Los Angeles und Paris für möglich.

"Alle Optionen liegen auf dem Tisch", sagte Bach zum Abschluss der zweitägigen Sitzung der Führungsspitze des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im südkoreanischen Pyeongchang. Die IOC-Exekutive beauftragte die vier Vize-Präsidenten, mögliche Änderungen im Bewerbungsverfahren auszuloten, wie Bach sagte. Bis zum Juli soll die Arbeitsgruppe über die Ergebnisse berichten. Dann trifft sich die Exekutive erneut in Lausanne am Sitz des IOC.

Seit vergangenem Dezember läuft die Debatte, ob das IOC im September in Lima nicht auf einen Streich die Spiele für 2024 und 2028 vergeben sollte. Aus dem Bewerberfeld für die Spiele 2024 sind nur noch Paris und Los Angeles übrig geblieben. Hamburg, Rom und zuletzt Budapest hatten sich aus dem Rennen verabschiedet. In den USA gab Boston auf, Los Angeles übernahm. Zumeist wendete sich die Stimmung bei den Bewohnern gegen Olympische Spiele.

Bach bescheinigte Paris und Los Angeles, "exzellente Kandidaten" zu sein. Beide folgten der Agenda 2020, dem Reformkonzept für die Olympische Bewegung, dass den Ausrichtern die Nutzung schon bestehender Wettkampfstätten und eine möglichst sparsame Organisation vorschreibe. Ziel der Agenda in diesem Punkt ist, die Gastgeber-Rolle wieder attraktiver machen.

Die Zukunft des Bewerbungsverfahrens im Kreis der IOC-Exekutive "in einem sehr konstruktiven Geist" beraten worden, sagte Bach in Pyeongchang. Sollte die Arbeitsgruppe im Juli zu dem Ergebnis kommen, keine Änderungen vorzuschlagen, werde sich das IOC daran halten. Vorschläge in die andere Richtung müssten dann bewertet werden. Der 63-Jährige hält eine Abstimmung darüber für richtig.

Bei den Beratungen in Pyeongchang hörten die Mitglieder auch Berichte über die Vorbereitungen für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang und vier Jahre später in Peking sowie die Sommerspiele 2020 in Tokio. "Drei Spiele in Asien nacheinander ist bereits eine Botschaft", sagte Bach.

Erneut bescheinigte er den südkoreanischen Organisatoren der nächsten Winterspiele, "gute Fortschritte" gemacht zu haben. Es gebe keine "wirkliche Herausforderung" mehr. Allerdings müssten die Macher jetzt noch für Begeisterung bei den Menschen im In- und Ausland für die Spiele sorgen.

Am Donnerstag hatte die IOC-Exekutive Vorschläge für ein unabhängiges Anti-Doping-Testsystem vorgelegt. Sie zog damit die Konsequenz aus dem Doping-Skandal in Russland. Unter anderem sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA künftig gleichermaßen unabhängig von Sportverbänden wie von staatlichen Interessen sein müsse.

dpa

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