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Olympia-Generalsekretär Yeo: Skandal schadet der Stimmung

Olympia Olympia-Generalsekretär Yeo: Skandal schadet der Stimmung

Die Sportstätten bereiten den Organisatoren der ersten Olympischen Winterspiele in Südkorea kaum Probleme. Einzig das Olympiastadion hinkt den Planungen hinterher. POCOG-Generalsekretär Yeo sieht die Vorbereitungen auf gutem Weg, gibt aber Mängel zu.

Yeo Hyung Koo ist Generalsekretär des Organisations-Komitees POCOG.

Quelle: Jeon Heon-Kyun

Pyeongchang. Der Korruptionsskandal um die Vertraute der entmachteten Präsidentin Park Geun Hye hat die Olympia-Stimmung in Südkorea vor den Winterspielen 2018 getrübt.

Dennoch seien alle Vorbereitungen auf gutem Weg, erklärte der Generalsekretär des Organisationskomitees POCOG, Yeo Hyung Koo, im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Pyeongchang.

"Natürlich gab es wegen der Affäre Schwierigkeiten, genügend Sponsoren zu finden, und auch dem angestrebten Boom hat das etwas geschadet", sagte er. Auf den Bau der olympischen Sportstätten habe der Politskandal jedoch keinen Einfluss gehabt, behauptete Yeo. IOC-Vertreter und Verbandsoffizielle hätten oft im Lande geweilt und den Stand der Arbeiten überprüft. Ihnen wäre nichts verborgen geblieben.

Weitere Probleme, die Schatten auf die Spiele werfen könnten, sind der Doping-Skandal um staatlich gelenktes Doping in Russland sowie die Spannungen zu Nordkorea. "Nordkorea wird behandelt wie jedes andere Land, es erhält genauso die Einladung", antwortet Yeo ausweichend auf die Frage, ob eine Teilnahme Nordkoreas zur Entspannung in der Region beitragen könne. "Sport und Politik sind zwei verschiedene Dinge. Aber ich wünsche mir natürlich friedliche Olympische Winterspiele ohne Zwischenfälle", sagte er.

Yeo räumte ein, dass es noch bei seinem Amtsantritt im November 2015 viele Probleme mit den Olympia-Bauprojekten gab. "Diese sind behoben worden. Es macht mir Freude, dass wir viele Dinge in den Griff bekommen haben", meinte der frühe Vizeminister für Transport.

Letztes unvollendetes Bauwerk ist das Olympiastadion für die Eröffnungs- und Abschlussfeier der Spiele. Der POCOG-Generalsekretär sicherte zu, dass das Stadion im September fertig sein werde. "Es hat einige Zeit gebraucht", gab er zu. "Zunächst stand die Frage, ob das Stadion überhaupt gebaut wird, und dann wurde der Standort diskutiert. So verstrich einige Zeit, ehe der Bau beginnen konnte", sagte er zu den Gründen für die Verzögerungen.

Eine der wichtigsten Aufgaben bis zur Eröffnung der Spiele am 9. Februar 2018 sei es, erkannte Mängel abzustellen. "Die Test-Events haben gezeigt, dass noch nicht alles reibungslos abläuft. Wir müssen die Probleme erkennen, auswerten und bis Olympia lösen." Mängel seien zum Beispiel aufgetreten in Sachen Unterkunft und Transport. So hatten die Eisschnellläufer bei ihrer WM beklagt, dass sie in einem Hotel 70 Kilometer entfernt von der Eishalle untergebracht waren. Auch sollen für die Athleten mehr Aktivitäten in den Arenen organisiert werden, kündigte Yeo an.

Abseits der politischen und organisatorischen Probleme sieht Yeo in der verbleibenden Zeit als wichtigste Aufgabe, das Land mit einem Olympia-Fieber zu infizieren. "Ich bin sehr selbstbewusst, dass wir in einem Jahr eine große Begeisterung entfachen können." Nicht zuletzt wären olympische Wettbewerbe mit nur wenig Interesse der Zuschauer nicht nur dem Image abträglich, sondern auch ein Kostenfaktor. Immerhin haben sich die Organisatoren das Ziel gestellt, 90 Prozent der 1,18 Millionen zur Verfügung stehenden Tickets zu verkaufen und so 143 Millionen Euro zu erlösen.

dpa

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