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Olympia-Vorbereitung: Kombinierer um Frenzel voll im Plan

Ski nordisch Olympia-Vorbereitung: Kombinierer um Frenzel voll im Plan

Muss man sich an Niederlagen der deutschen Nordischen Kombinierer gewöhnen? Beim Sommer-Grand-Prix in Oberwiesenthal jedenfalls siegten andere. Doch die Auftritte in diesen Tagen sind lediglich eine willkommene Abwechslung in der knüppelharten Olympia-Vorbereitung.

Eric Frenzel und die deutschen Kombinierer trainieren intensiv für Olympia.

Quelle: Patrick Seeger

Oberwiesenthal. Wenn die deutschen Nordischen Kombinierer nicht gewinnen, wird man hellhörig. Vor allem, wenn es, wie zum Auftakt für den Sommer-Grand-Prix, praktisch im Wohnzimmer von Olympiasieger Eric Frenzel passiert.

Muss man sich um den fünfmaligen Gesamt-Weltcupsieger, der zweimal Zweiter wurde, und das Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch Sorgen machen? Frenzel winkt entspannt ab. "Wichtig war die Intensität, weil wir uns mitten im Training befinden", erläutert der Oberwiesenthaler. Training – das bedeutete bis jetzt vor allem Konditionsaufbau. Frenzel hat noch einmal Kilometer aufgestockt. 6000 sollen es am Ende sein - auf Skiern, Rollerski, Fahrrad und Geländeläufen.

Auch seine Kollegen haben bei den Intensitäten zugelegt. "Wir haben versucht, nochmal ein bisschen mehr als in der WM-Saison zu machen", sagt Weinbuch. Und ergänzt: "Das ist aber immer ein Wagnis." Denn die Jungs seien keine Maschinen. Doch Weinbuch ist mit dem derzeitigen Stand sehr zufrieden. In den nächsten drei Monaten werde nun noch an der Sprungform gearbeitet.

Im Fokus steht ganz klar Olympia, sagt Weinbuch. "Aber den Gesamt-Weltcup wollen wir auch gewinnen." Ein Spagat, der in den Jahren zuvor recht gut gelungen ist. Voraussetzung sei natürlich, dass der Start gelingt und die Athleten gesund bleiben. Wenn es nicht von Anfang an nach Plan läuft, "müssen wir während der Saison entscheiden, ob wir den Gesamt-Weltcup für Olympia sausen lassen."

Noch wissen die Deutschen nicht genau um das Können der Konkurrenz – insbesondere der Norweger. Im vorigen Sommer hatte man sich am sprunggewaltigen Jarl Magnus Riiber orientiert. "Diesmal scheinen uns die Norweger etwas aus dem Weg zu gehen", vermutet Weinbuch angesichts der Tatsache, dass Magnus Moan und Co. lieber in Planica trainieren als sich mit den anderen zu messen. Bei kleineren Wettkämpfen fielen jedoch die hervorragenden Ergebnisse von Riiber auf. "Wir sind hellwach und beobachten die Szene", sagt Weinbuch.

Frenzel ist das derzeit völlig egal. "Ich konzentriere mich auf mich. Und ich bin auf einem sehr, sehr guten Weg." Für ihn zählt Olympia. Da möchte er in Bestform sein. Genügend Erfahrung bringt er mit. Der Gesamt-Weltcupsieg spiele eine untergeordnete Rolle, weil sich dieser schlecht planen lasse. "Das habe ich voriges Jahr mal versucht, und am Ende wurde es sehr, sehr eng." Dieser Erfolg sei ihm viel schwerer gefallen als in den Jahren zuvor, in denen er sich nicht so viel Gedanken gemacht habe.

 

Weitere Konkurrenz ist auch aus Frankreich zu erwarten. Der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister Jason Lamy Chappuis ist zurück, bestreitet am Mittwoch im österreichischen Tschagguns seinen ersten Grand Prix. 2015 war er zurückgetreten, ließ sich zum Piloten ausbilden. Ihn hat der Bundestrainer schon zweimal gesehen: "Er springt recht anständig. Ich denke, er wird in einer guten Form zurückkehren, so dass er vorne mitmischen kann." Das erwartet auch Frenzel: "Er ist ein toller Sportsmann. Und wenn er sagt, er kommt zurück, dann macht er das mit vollem Einsatz. Er wird ein ernstzunehmender Gegner sein."

Weinbuch hätte sich schon jetzt einen Vergleich mit den Norwegern gewünscht. "So werden wir einfach akribisch und konzentriert weiterarbeiten." Und Fürchten werden sich die Deutschen vor niemanden. Im Gegenteil. Weinbuch ist überzeugt: "Letztlich werden sich alle an uns orientieren."

dpa

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