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Schützin Engleder: "Nicht mal ein Millimeter fehlte"

Olympia Schützin Engleder: "Nicht mal ein Millimeter fehlte"

Auch wenn Platz vier ihre bislang beste Olympia-Platzierung ist, die Enttäuschung stand Barbara Engleder ins Gesicht geschrieben. Die kommunikationsfreudige Bayerin will nun in ihrer Spezialdisziplin Sportgewehr nachlegen. "Da kann es noch weiter nach vorn gehen".

Rio de Janeiro. Am Ende verließen sie die Kräfte und auch das Glück. Nach 40 Schüssen in die Zehn leistete sich Barbara Engleder im Finale der besten Acht gleich drei Neunen und verpasste die erste Olympia-Medaille für sie und Deutschland in Rio um winzige 0,3 Punkte.

"Das ist nicht mal ein Millimeter", meinte die 33-jährige Sportsoldatin traurig. Sie beendete den Luftgewehr-Wettkampf über die Zehn-Meter-Distanz auf dem undankbaren vierten Platz. Den ersten Olympiasieg in Rio sicherte sich die erst 19-jährige Virginia Thrasher. Die Amerikanerin setzte sich vor den Chinesinnen Li Du und Siling Yi durch.

"Es ist schon enttäuschend, andererseits muss man mit dem Vorkampfergebnis zufrieden sein. Und es war mir ganz, ganz wichtig, dass ich im Finale nicht als Erste rausgeflogen bin", meinte Engleder. Trotz einer Grippe schoss sie eine überragende Qualifikation mit 420,3 Ringen. Nur die Chinesin Du war mit dem olympischen Rekord von 420,7 Ringen besser. "Dass es jetzt nur der Vierte ist, ärgert mich und auch den Verband, doch wie gesagt: Ist die Runde noch so klein, einer muss das Arschloch sein", meinte die Sportsoldatin etwas deftig.

Nun will sie sich mental bis zu ihrem zweiten Wettkampf aufbauen. Wahrscheinlich wird ihr das auch gelingen. Denn sie hatte zuletzt ganz andere Rückschläge zu verkraften. Beim Hochwasser in ihrer Stadt Triftern Anfang Juni, bei dem auch Menschenleben zu beklagen waren, verlor sie im völlig überfluteten Keller zwei Kleinkaliber-Gewehre und ihre Spezialmunition. "Ich konnte mir in der Schnelle nur einige Waffen sichern, also brauchte ich neue Munition für Olympia", sagte Engleder. Im Gewehrteam wird sie nur "Mama" gerufen.

Die routinierte wie auch wortgewandte Schützin spielte beim Neuaufbau des Gewehrteams nach der Olympia-Enttäuschung in London eine Schlüsselrolle als Führungskraft. "Sie geht mit Daniel Brodmeier voran. Beide haben einen hohen Anteil daran, dass das Gewehrteam mit einer so großen Moral zusammengewachsen ist", meinte Sportdirektor Heiner Gabelmann.

Engleders Spezialdisziplin ist das Sportgewehr mit dem Dreistellungskampf. Da muss die Bayerin am Donnerstag ran. "Ich habe Blut geleckt, eine Medaille ist drin", meinte sie. Bis dahin will sie auch wieder richtig fit sein. "Auf Grund der Klimaanlagen habe ich eine Grippe. Die Ärzte haben mich einigermaßen hingekriegt."

dpa

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