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Sieg und Sorgen für Oranje beim Straßenrennen der Frauen

Olympia Sieg und Sorgen für Oranje beim Straßenrennen der Frauen

Auch das Straßenrennen der Frauen wird von schweren Stürzen beeinflusst. Die Niederländerin van Vleuten kommt in Führung liegend zu Fall, stattdessen holt sich Teamkollegin van der Breggen den Sieg.

Rio de Janeiro. Olympiasiegerin Anna van der Breggen und ihre große Vorgängerin Marianne Vos hielten an der Copacabana zaghaft die niederländische Fahne in die Luft, doch der Schock stand dem Duo noch ins Gesicht geschrieben.

Ein schwerer Sturz ihrer Teamkollegin Annemiek van Vleuten stellte den nächsten niederländischen Triumph im olympischen Straßenradrennen der Frauen in den Schatten. Kopfüber war van Vleuten in Führung liegend in den Straßengraben gekracht und anschließend regungslos liegen geblieben. Erst nach Rennende gab es zumindest teilweise Entwarnung. "Sie ist bei Bewusstsein und mit unserem Teamarzt im Krankenwagen", sagte ein Delegationsmitglied der niederländischen Mannschaft der Deutschen Presse-Agentur.

Die Niederländerin hat sich bei ihrem Sturz drei Knochenabsplitterungen an der Lendenwirbel und eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen. Die 33-Jährige sei bei Bewusstsein, könne sprechen und sei trotz ihrer Lage klar im Kopf, teilte der niederländische Radsport-Verband (KNWU) am Sonntagabend via Twitter mit. Van Vleuten müsse noch 24 Stunden auf der Intensivstation bleiben.

Siegerin van der Breggen hatte den Sturz gar nicht gesehen. "Die Jagd begann, nachdem ich Annemiek auf der Straße liegen gesehen habe. Ich denke, sie ist sehr hart gestürzt. Ich war geschockt. Als Erste aus unserem Team bin ich auch für Annemiek weitergefahren", sagte die vierte niederländische Straßenrad-Olympiasiegerin seit 1988. Van der Breggen triumphierte nach 136,9 Kilometern im Sprint einer kleinen Gruppe vor der Schwedin Emma Johansson und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Die deutschen Fahrerinnen spielten in der entscheidenden Phase keine Rolle.

Als beste Fahrerin fuhr Lisa Brennauer mit fast fünf Minuten Rückstand als 19. über den Zielstrich. Damit ist der Bund Deutscher Radfahrer, der im Frauen-Straßenrennen die erste Medaille seit 2004 angestrebt hatte, am Auftakt-Wochenende leer ausgegangen. Am Samstag hatte Emanuel Buchmann (Ravensburg) beim Sieg des Belgiers Greg van Avermaet einen achtbaren 14. Platz belegt.

Wie schon bei den Männern beeinflussten spektakuläre Stürze den Rennausgang entscheidend. "Ich bin vorsichtig runtergefahren. Es gibt eigentlich schwere Abfahrten. Das Problem ist, dass sie sehr schnell ist und man sich an nichts orientieren kann", sagte Trixi Worrack, die erst im März einen schweren Sturz erlebt und dabei eine Niere verloren hatte.

Am Samstag war der italienische Kapitän Vincenzo Nibali auf Medaillenkurs liegend zu Fall gekommen und hatte einen Schlüsselbeinbruch erlitten, ebenso erging es dem Kolumbianer Sergio Henao, der sich das Becken brach. Dazu trug der Australier Richie Porte einen Schulterblattbruch davon. Das nutzte van Avermaet zum Sieg vor dem Dänen Jakob Fuglsang und dem Polen Rafal Majka.

Die Deutschen blieben von schweren Stürzen verschont, spielten aber auch sonst keine Rolle. Dabei hatten Worrack und Co. stundenlang keine Fluchtgruppe verpasst. Schon zu Beginn des schweren achteinhalb Kilometer langen und durchschnittlich 5,7 Prozent steilen Schlussanstiegs erübrigten sich die deutschen Medaillenhoffnungen.

Von Claudia Lichtenberg, der Giro-Siegerin von 2009, war nichts zu sehen. Die Kletterspezialistin war aber nicht die einzige Top-Fahrerin, die abreißen lassen musste. Auch London-Olympiasiegerin Vos und Mitfavoritin Lizzie Armitstead, um die es im Vorfeld wegen verpasster Dopingkontrollen Wirbel gegeben hatte, mussten früh abreißen lassen.

Weiter geht es im Radsport am Mittwoch mit den Einzelzeitfahren der Männer und Frauen. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin rechnet sich aufgrund der schweren Strecke aber allenfalls Chancen auf Bronze aus.

dpa

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