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Sonne, Samba, Schufterei: Endspurt auf der Baustelle

Olympia Sonne, Samba, Schufterei: Endspurt auf der Baustelle

Der Olympiapark von Rio ist so gut wie fertig. Mittlerweile wird nur noch am Feinschliff gearbeitet. Für viele Arbeiter war das riesige Bauprojekt ein gutes Geschäft, zahlreiche Familien hatten dafür aber weichen müssen.

Rio de Janeiro. Júlio César hat wenig Zeit. Seine Mittagspause ist kurz, sein Magen leer und der Chef "ziemlich streng", wie er sagt. Júlio arbeitet als Maler im Olympischen Park von Rios Stadtteil Barra und ist auf dem Weg zum Imbiss um die Ecke.

"Ich muss mich beeilen", sagt der kleine runde Mann mit blauem Kittel. "Ich habe ganz schön Hunger und muss rechtzeitig zurück sein."

Seit einem Jahr und fünf Monaten arbeiten der 24-Jährige und sein 29 Jahre alter Kumpel Rogério mit daran, dass zum Start der Olympischen Spiele am Freitag alles fertig ist. In etlichen Sportstätten des großflächigen Parks haben sie seitdem gestrichen, ihre Arbeitskleidung ist voll mit weißen Farbflecken. Mittlerweile ist so gut wie alles fertig, sagen sie. Die Spiele können kommen. Aber erst mal die Mittagspause.

Júlio und Rogério sind einige der wenigen noch verbliebenen Arbeiter im Olympiapark. Tatsächlich scheint alles auf dem großflächigen Gelände so gut wie fertiggestellt zu sein. An den zahlreichen Arenen wird kaum noch gearbeitet, der letzte Feinschliff findet höchstens noch innerhalb der Sportstätten statt. Alberto Cesario bringt gerade mithilfe einer Karre Material in die Tennisarena.

"Ich arbeite seit zwei Monaten hier, alles wird rechtzeitig fertig", sagt der 42-Jährige. Cesario wirkt ziemlich müde, seine Augen sind klein, die Augenlider hängen tief. "Muito trabalho, muito trabalho", meint er. Viel Arbeit. Dann verschwindet er mit seiner Karre in Richtung Arena, wo gerade die Tennis-Superstars Andy Murray und Novak Djokovic trainieren.

Der Olympische Park von Barra ist für Besucher, die sich nicht für Sport interessieren, wenig attraktiv. Die Hauptzutaten des großen Geländes sind Beton und Stahl. Tausende Menschen mussten weichen, damit der "Parque Olímpico da Barra" entstehen konnte.

Doch 20 der ursprünglich 700 Familien, die hier in der Favela Vila Autódromo gelebt haben, weigerten sich, für das große Bauprojekt umzuziehen. Nach jahrelangen Konflikten durften sie tatsächlich bleiben, doch das aktuelle Bild ist skurril: Neben dem riesigen Olympia-Parkplatz befinden sich nun die weißen Bungalows der "Rebellen". Der Rest hatte das Angebot der Stadt angenommen, in Apartments außerhalb des Zentrums umzuziehen.

Osvaldo do Nascimento Viera war das relativ egal und unbewusst vielleicht sogar ein wenig recht. Der 34-Jährige kommt aus der Stadt Santa Cruz westlich von Barra und hat wie Júlio, Alberto und Co. ganz gutes Geld dank der Olympia-Baustelle verdient. Osvaldo arbeitet für eine Konstruktionsfirma, die unter anderem Fernsehstudios baut.

1830 Reais, etwa 500 Euro verdient er hier im Monat. Das sei deutlich mehr als sonst, sagt Osvaldo. "Wir arbeiten hier jeden Tag, auch Samstag und Sonntag. Aber das hat gutes Geld gebracht." Am Freitag haben Osvaldo und Co. ihren vorerst letzten Arbeitstag auf dem Olympia-Gelände, dann können sie etwas mehr als zwei Wochen Urlaub machen. Danach wird vieles wieder abgebaut.

dpa

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