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Sturm nach Olympia-Quali: "Bestes Spiel meiner Amtszeit"

Eishockey Sturm nach Olympia-Quali: "Bestes Spiel meiner Amtszeit"

Unter Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm geht es stetig bergauf. Mit sieben NHL-Spielern schaffte Sturms Nationalteam am Sonntag die Rückkehr zu den Olympischen Winterspielen. Ob die NHL-Spieler aber 2018 in Pyeongchang auch dabei sind, ist noch unklar.

Bundestrainer Marco Sturm führte Deutschland zu Olympia.

Quelle: Stefan Diepold/eishockey-online.com

Riga. Die riskante Beförderung des deutschen NHL-Rekordspielers Marco Sturm (37) zum Eishockey-Bundestrainer zahlt sich immer mehr aus. Unter der Führung des Trainer-Neulings geht es stetig bergauf.

Nach dem ersten WM-Viertelfinale seit fünf Jahren im Mai führte Sturm die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nun auch wieder zurück zu Olympia. Fragen an Sturm nach der erfolgreichen Qualifikation für die Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang durch das 3:2 am Sonntag in Riga gegen Lettland:

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Mannschaft?

Marco Sturm:  Das war das beste Spiel in meiner Amtszeit bislang. Der Mannschaftsgeist, der Charakter, der in der Mannschaft herrscht, ist überragend. Wie jeder für den anderen fightet.

Verspüren Sie Erleichterung, dass das Olympia-Comeback geklappt hat?

Sturm:  Ja, das stimmt. Die Jungs haben das voll durchgezogen von der ersten bis zur letzten Minute. Wir haben das auch verdient, obwohl der Gegner sehr, sehr gut war. Unser Powerplay hat den Unterschied gemacht und natürlich ein Grubauer im Tor. Aber ich brauche da jetzt niemanden extra zu erwähnen. Das war eine super Mannschaftsleistung vom ersten Spiel an bis zum letzten.

Empfinden Sie Stolz?

Sturm:  Wir sind auf alle Fälle stolz. Wir fahren zu Olympia. Das war unsere Mission und die haben wir erfüllt. Da können wir alle, die Spieler, der Trainerstab, der Betreuerstab und DEB-Präsident Franz Reindl stolz drauf sein.

Die ersten beiden Spiele gegen Japan und Österreich waren ungewohnt souverän, gegen Lettland hat das Team dem Druck und den Fans hier in Riga getrotzt - alles eine Frage der Erfahrung angesichts von sieben NHL-Spielern?

Sturm: Man merkt's halt. Die Jungs strahlen einfach Ruhe aus. Wenn du heute in so einem Spiel 30 Sekunden vor Schluss im letzten Wechsel einen Ehrhoff und einen Seidenberg hinten drin stehen hast und dazu noch einen Grubauer im Tor, dann ist das schon Gold wert.

Müssen Sie jetzt alle vier Jahre die NHL-Spieler für die Olympia-Qualifikation zusammenholen?

Sturm:  Unser Ziel kann nicht sein, dass wir uns jedes Mal für Olympia qualifizieren müssen. Wir wollen den direkten Weg über die Weltrangliste gehen.

Zuletzt ging es sportlich ja deutlich bergauf: WM-Viertelfinale im Mai, jetzt die Olympia-Qualifikation - gibt es nächstes Jahr bei der Heim-WM wieder einen Schritt mehr?

Sturm: Das sind immer Etappen. Wir haben bislang jede Etappe gemeistert und uns kontinuierlich gesteigert. Jetzt haben wir nochmal einen drauf gesetzt. Und mit der Heim-WM in Köln natürlich das nächste Ziel.

Ihre NHL-Spieler haben einen großen Teil zur Olympia-Qualifikation beigetragen. Wie gehen Sie damit um, dass Sie aktuell noch gar nicht wissen, ob die NHL 2018 überhaupt wieder für Olympia pausiert?

Sturm:  Das ist das Spiel. Das ist vor jeden Olympischen Spielen dasselbe. Da geht es natürlich in erster Linie ums Geld. Ich habe selbst mehrere Winterspiele gemacht, das ist etwas Besonderes. Die Spieler wollen dabei sein. Jeder will zu Olympia. Ich hoffe, dass man sicht einigt.

Tom Kühnhackl hat heute sein drittes Tor im fünften Länderspiel gemacht und die Mannschaft zu Olympia geschossen. Wie sehen Sie seinen Aufstieg zum Stanley-Cup-Sieger?

Sturm: Er hat Selbstvertrauen ohne Ende. Ich bin froh, dass wir ihn haben. Und dass er seinen Lauf aus der NHL mitgebracht hat.

Was zeichnet ihn aus?

Sturm: Er macht einfach die Kleinigkeiten richtig. Auf ihn kann man sich verlassen. Er kämpft für die Mannschaft. Man kann ihn in Unterzahl und Überzahl immer bringen. Man merkt ihm auch die Erfahrung aus den NHL-Playoffs an. Auch aus Spielen wie heute, nur daraus lernt man. Es fühlt sich so an, als wäre er schon ewig dabei. Das war ein sehr gutes Turnier von ihm.

In kürzester Zeit hat er seinen legendären Vater schon mehrfach übertroffen als NHL-Spieler und sogar Stanley-Cup-Sieger. Ein Übertrumpfen der Bronzemedaille seines Vaters bei Olympia ist aber Kaum möglich, oder?

Sturm:  Wir sind nur froh, dass wir dabei sind. Was die Jungs 1976 geschafft haben, das ist einmalig.

ZUR PERSON: Marco Sturm (37) wurde im Juli 2015 überraschend zum Nachfolger von Eishockey-Bundestrainer Pat Cortina ernannt. Trainer-Erfahrung hatte er nicht. Als Profi hat Sturm 1006 Spiele in der nordamerikanischen Profiliga NHL absolviert - mehr als jeder andere Deutsche.

dpa

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