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Unerreichbar für die Mehrheit der Brasilianer Ein Mix aus Tristesse und Tollhaus

Leere Stadien Ein Mix aus Tristesse und Tollhaus

Bei vielen Olympia-Wettbewerben blieben die Stadien und Arenen bisher leer. Schuld daran sind nicht nur die für viele Einheimische unerschwinglichen Eintrittspreise. Viele Sponsoren rufen zudem ihre Ticketkontingente nicht ab.

Viele Plätze bleiben bei Olympia bisher leer.

Quelle: dpa

Rio. Arenen, bis unters Dach gefüllt. Public Viewing – ausverkauft. Karten auf dem Schwarzmarkt? Fehlanzeige. Sogar beim Marathon und Radrennen stehen sie in Vierer-, Fünferreihen an der Straße. Und erst die Stimmung – olympisch-gigantisch. Nur: Das war London 2012.

Vier Jahre später ist das Bild in Rio eher ein Mix aus Tristesse und Tollhaus. Gähnende Leere beim Beachvolleyball. Hockey unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Selbst die Spiele des US-Dream-Teams beim Basketball sind nicht ausverkauft. Doch das Ticketproblem ist hausgemacht: Sponsoren rufen wie schon in Peking 2008 ihre Kontingente nicht ab. Und für die Einheimischen sind 180 Real, umgerechnet 51 Euro, für ein Beachvolleyball-Viertelfinale zu viel. Die Wirtschaftskrise lähmt.

Es sei denn, Brasilien spielt, kämpft oder rennt. Dann sind die Arenen zumindest gut gefüllt. „Brasil, Brasil!“ Es ist ein einziges Schreien, Brüllen. Stars wie US-Legende Michael Phelps schwärmen von der einzigartigen Stimmung. Eine mit Tücken, denn Gegner werden gnadenlos ausgebuht. Das überrascht, irritiert. Fairplay müssen die Brasilianer noch lernen. Noch haben sie eine Woche Zeit.

Jens Kürbis

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