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Verbandschef: Laser-Technik wird das Turnen revolutionieren

Turnen Verbandschef: Laser-Technik wird das Turnen revolutionieren

FIG-Präsident Morinari Watanabe hat in Berlin erstmals den Zeitplan für die Einführung einer neuen Laser-Technik bei Turn-Großereignissen offen gelegt. Die 3D-Technologie wird die Sportart revolutionieren und künftig vielleicht sogar einige Kampfrichter überflüssig machen.

FIG-Präsident Morinari Watanabe erklärt die neue Technik.

Quelle: Maurizio Gambarini

Berlin. Eine futuristische Technologie wird das Turnen in den kommenden Jahren gravierend verändern.

Morinari Watanabe, der Präsident des Weltverbandes FIG, stellte als Gast des Internationalen Deutschen Turnfestes in Berlin einen Zeitplan vor, wie die 3D-Video-Technik zur Bewertung von Turn-Übungen zum Einsatz kommen soll.

"Bereits bei der Weltmeisterschaft im Oktober in Montreal werden erste Tests am Sprung und am Pauschenpferd erfolgen. Unser Ziel ist es, bei den Olympischen Spielen 2020 die Technologie komplett einzusetzen", sagte der Japaner, der den Turn-Weltverband seit vergangenem Oktober führt. Vielleicht erfolge schon bei der WM in Stuttgart 2019 die Generalprobe, kündigte er an.

Bei der neuen, in Japan entwickelten, Technologie wird mit Hilfe von drei Kameras eine Übung in Tausende Einzelbilder zerlegt. Die Folge ist ein plastisches, dreidimensionales Bild einer Turn-Übung. Jeder Winkel, jede noch so geringfügige Abweichung von einer Norm, wird exakt berechnet. So soll der Ausgangswert (D-Note/Difficulty) - der Schwierigkeitsgrad einer Übung - künftig technisch bestimmt werden können. Bisher leisten diese Bewertung jeweils zwei Kampfrichter, die natürlich nicht vor subjektiven Fehlern gefeit sind.

Watanabe erhofft sich von der neuen, aber noch sehr kostspieligen Technik viel mehr Transparenz für die Zuschauer. "Sie können die Schwierigkeiten besser verstehen. Jeder sollte auch Entscheidungen der Kampfrichter besser nachvollziehen können", sagte der Japaner. Vorerst kann die Technik aber nicht jene Referees ersetzen, die die Ausführung der einzelnen Elemente bewerten und für die E-Note (Execution/Ausführung) zuständig sind.

"Wenn das klappt, würde es künftig im Turnen keine Proteste mehr geben, denn diese können ja nur gegen den Ausgangswert eingereicht werden", sagte Olympiasieger Fabian Hambüchen am Mittwoch erwartungsfroh. "Das könnte vieles erleichtern." "Eine echt neue Qualität", sagte auch Ex-Weltmeister Eberhard Gienger beeindruckt. "Wenn es funktioniert, wird das Turnen gerechter."

Vorsichtiger sieht Alfons Hölzl, der Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), die Projekte des Weltverbandes. Er weiß, dass eine solche Technik Zehntausende Euro kosten würde. "Wir müssen erst die Tests abwarten. Wir brauchen gerechte Bewertungen und wir brauchen schnelle Ergebnisse, damit das Turnen interessant bleibt", urteilte der Bayer, der aber auch den Breiten- und Nachwuchssport im Blick hat. "Wir dürfen die Kampfrichter nicht verlieren, denn wir werden die Technik nicht auf allen Ebenen einsetzen können."

dpa

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