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Wasserspringer-Bundestrainer Buschkow erklärt den Frust über Platz vier

Der Schwiegermutter-Vergleich Wasserspringer-Bundestrainer Buschkow erklärt den Frust über Platz vier

Nachdem Bundestrainer Lutz Buschkow seinem Vorzeige-Wasserspringer Patrick Hausding väterlich über den Haarschopf gestrichen hatte, fand er einen etwas kuriosen Vergleich, um den Frust im Team nach dem vierten Platz am Montag zu verdeutlichen.

Bundestrainer Lutz Buschkow in Rio.

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Nachdem Bundestrainer Lutz Buschkow seinem Vorzeige-Wasserspringer Patrick Hausding väterlich über den Haarschopf gestrichen hatte, fand er einen etwas kuriosen Vergleich, um den Frust im Team nach dem vierten Platz am Montag zu verdeutlichen: „Stellen Sie sich vor, Sie bekommen Besuch und haben zu Hause die Tafel gedeckt. Alles ist vorbereitet, alle sind aufgeregt. Und dann schütten Sie der Schwiegermutter den Kaffee übers Kleid, obwohl das eine leichte Übung ist, die schon hundert Mal geklappt hat. Dann ärgern Sie sich doch auch.“

Von leichter Übung konnte durchaus die Rede sein, denn der Berliner Hausding hatte im Turm-Synchronfinale an der Seite von Sascha Klein aus Dresden vor allem bei den Pflichtsprüngen gepatzt. Die Pflicht ist ähnlich wie im Eiskunstlauf wegen fehlender Attraktivität – man kann auch Langeweile sagen – seit Jahren aussortiert. Nur im Synchronspringen gibt es zwei Durchgänge mit simplen Kopfsprüngen, bei denen eine gefühlte Ewigkeit Zeit bleibt, sich aufs Eintauchen vorzubereiten. „Ich mag das nicht, wenn man das Wasser auf sich zukommen sieht und zu viel Zeit hat zum Nachdenken“, meinte Hausding.

Der 27-Jährige räumte ein: „Die Medaillenchance war für Sascha und mich vom Turm am größten. Wenn wir zwei Plaketten holen wollen, hätte die eigentlich kommen müssen. Wir müssen aber jetzt weg von dem Gedanken, dass die ganzen Spiele nun negativ laufen. Ich hasse so eine Neurose.“

Schon heute (21 Uhr) könnte es im Brett-Finale mit Stephan Feck vom SC DHfK Leipzig besser laufen. Der Sprung aufs Podest wird deutlich schwerer. Denn die Deutschen springen ein eher leichtes Programm, müssen auf Patzer der anderen hoffen.

Hausding wollte eigentlich den viereinhalbfachen Salto vorwärts als Höchstschwierigkeit einbauen. Doch letztlich entschied sich das Duo für die alte Serie, mit der beide im Februar den Weltcup gewannen. „Die sichere Variante ist die bessere“, sagte Stephan Feck, der sich gut in Form fühlt und nach dem Absturz von London seinem zweiten Olympiastart entgegen fiebert. Sascha Klein wiederum hat nun Zeit, ehe er am 19. August mit seinem DSC-Vereinskollegen Martin Wolfram zum Vorkampf wieder auf den Turm klettert. Auch hier ist eine Medaille möglich.

Ging aber am Montag im Synchronspringen eine Ära zuende? Dies steht noch nicht fest. „Ich werde in den nächsten Wochen in Ruhe überlegen, wie es weitergeht. Olympische Spiele wird es für mich wohl nicht noch mal geben“, sagte der aus Aachen stammende Klein. Der fast 31-Jährige deutete an, vielleicht noch ein Jahr dranzuhängen. Dann könnte es noch eine Revanche gegen die Briten geben. Das zehnte gemeinsame EM-Gold und eine weitere WM-Medaille wären lohnende Ziele.

Hausding ist ungeachtet der körperlichen Defizite (Knie und Schulter) ohnehin motiviert, bekommt er doch mit Christoph Bohm (32) aus Dresden einen neuen Trainer. Vorher will er in Rio seinem Coach Jan Kretzschmar gern noch einen tollen Abschiedswettkampf bescheren. Das gleiche Ziel hat Stephan Feck für seinen langjährigen Trainer Uwe Fischer, der daheim am Fernseher mitfiebert.

Von Frank Schober

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