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Bierdusche für Zorniger und Riesenparty auf der Festwiese: So feiert RB Leipzig

Bierdusche für Zorniger und Riesenparty auf der Festwiese: So feiert RB Leipzig

Leipzig. Die Party begann um 13.39 Uhr. Spätestens da waren sich die RB-Fans einig: Hier brennt nichts mehr an, das war das letzte Heimspiel in der 3. Liga.

Daniel Frahn hatte da gerade zum 2:0 gegen den 1. FC Saarbrücken getroffen. Was folgte war Aufstiegsfeier pur.

Leipzig befindet sich schon seit fast einer Woche im fußballerischen Ausnahmezustand. Die meist gebrauchte Frage unter den Anhängern: "Hast Du schon eine Karte für Sonnabend?" RB verkündete die Vorverkaufszahlen täglich in immer größer werdenden Tausenderschritten. Am Ende erwarben 42.713 Fans ein Ticket für den Aufstiegsknaller. Diesen Andrang genießt sonst nur die deutsche Nationalmannschaft in Leipzig. Ein Punktspiel haben so viele Besucher nach der Sanierung des Zentralstadions noch nicht gesehen.

Und auch das war neu: Am späten Sonnabendvormittag trafen sich rund 1500 RB-Fans zum  Fanmarsch auf dem Augustusplatz und machten sich gemeinsam auf in ihren Sektor B in der Red-Bull-Arena. Friedlich zogen sie zum Sportforum, blockierten zwar zeitweise den Verkehr, sangen dafür aber: "Dritte Liga war schön, Zeit für uns zu gehen." Im Stadion ging's weiter: 90 Minuten Dauergesang und dann endlich der ersehnte Abpfiff. Zu diesem Zeitpunkt standen die Ersatzspieler, Trainer und Betreuer längst Arm in Arm an der Seitenlinie. Danach gab es kein Halten mehr. Stadionsprecher Tim Thoelke verkündete sogar: "Wir spielen ab sofort in der 2. Liga." Dabei vergaß er das letzte Spiel bei den Stuttgarter Kickers in der kommenden Woche.

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Leipzig. Das Warten hat ein Ende: Leipzig gehört nach 16 Jahren Pause wieder zur 2. Fußball-Bundesliga. Das letzte Heimspiel der Saison gegen den 1. FC Saarbrücken wurde die reinste Party. Bereits nach 14 Minuten war der Aufstieg beim Stand von 3:0 besiegelt, fast 43.000 Zuschauer erlebten sogar den höchsten Saisonsieg der Roten Bullen. Fünf Tore erzielte Rasenballsport in der 3. Liga noch nie.

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Spieler formten sich derweil zum Knäuel auf dem Rasen, hüpften ausgelassen über den Platz, herzten sich. Trainer Alexander Zorniger, bekennender Anti-Alkoholiker, holte sich in der Kabine die erste Bierdusche ab und erschien völlig durchnässt zur Pressekonferenz. Als er gerade das Spiel analysierte, rissen Daniel Frahn und Timo Röttger die Tür auf. In der Hand hielt jeder Spieler einen XXL-Bierstiefel, im Mund qualmte eine Zigarre. Zorniger wusste, jetzt gibt's Nachschlag. Sein nicht ganz ernst gemeinter Ruf zu Röttger: "Du lässt Dich missbrauchen", blieb ungehört. Röttger und Frahn gossen den Gerstensaft über ihrem Coach aus. Sportdirektor Ralf Rangnick, im feinen Anzug, hatte sicherheitshalber das Weite gesucht.

Gern mitgefeiert hätten zuvor schon die Spielerfrauen der Roten Bullen. Sie stürmten mit ihren Kindern an der Hand von der VIP-Lounge die Treppe hinunter in Richtung Rasen. An der Security-Schleuse war für sie Schluss - kein Ausweis, kein Durchgang, so die strengen Sicherheitsleute. RB-Marketing-Mann Jörg Kurzeja entpuppte sich schließlich als Frauenversteher und holte die Damen nebst Anhang in den Innenraum. Die Kinder von Innenverteidiger Tim Sebastian nutzten die Gunst der Stunde, schummelten sich zur Mannschaft und hüpften ausgelassen zum "Uffta Uffta Tätärä" mit.

Keine halbe Stunde später suchten die Roten Bullen noch einmal das Bad in der Menge. Auf der Festwiese warteten bereits rund 10.000 Fans. Die Mannschaft ließ sich nicht lang lumpen. Auf einem Laufsteg schritt sie direkt auf ihre Anhänger zu und sang schließlich, was die Fußballwelt in solchen Momenten singt: „We are the Champions“, den Stadionklassiker von Queen.

RB wäre aber nicht RB, wenn es nicht noch einen internen Gassenhauer in der Hinterhand hätte. Den stimmten die Spieler gleich im Anschluss an: „Ohne Willers wären wir nicht hier“, tönte es über den Stadionvorplatz. Eine kurze, wenn auch etwas gehässige, Hymne auf Verteidiger Tobias Willers. Er hatte vor einem Jahr in der Relegation zur dritten Liga als Spieler der SF Lotte erst ein Tor geschossen und dann in der Verlängerung einen Schuss von Matthias Morys zum 2:1 ins eigene Tor abgefälscht. So machte er RB erst den Aufstieg ermöglicht. Willers nahm die Strophe sportlich.

Einem gemeinsamen Abendessen sollte eine lange Partynacht in der Innenstadtdiskothek L1 folgen. Wie es sich dort feiert, hat Trainer Alexander Zorniger am vergangenen Sonntag als Gast mit dem Deutschen Handball-Pokalsieger HC Leipzig ausprobiert - mit Saftschorle versteht sich.

Matthias Roth

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