Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
100. Einsatz: RB Leipzigs Stadionsprecher Tim Thoelke feiert gegen Hertha Jubiläum

Faktotum der Rasenballer 100. Einsatz: RB Leipzigs Stadionsprecher Tim Thoelke feiert gegen Hertha Jubiläum

Seit fünf Jahren steht er vor den Spielen auf dem Rasen der Red Bull Arena und ist inzwischen bei den Heimauftritten von RB Leipzig nicht mehr wegzudenken. Gegen Hertha BSC Berlin feiert Stadionsprecher Tim Thoelke am Samstag ein besonderes Jubiläum.

Tim Thoelke steht seit dem 29. Juli 2011 als Stadionsprecher von RB Leipzig auf dem Rasen der Red Bull Arena.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Bevor wir uns dem Hertha-Gastspiel und einem RB-Jubilar, der maßgeschneiderte rote Sakkos trägt, zuwenden, ein Nachklapp aus dem Lager der Feierbiester. Bei der Weihnachtsfeier der Profis in der Kongresshalle mussten die Sommer-Neuzugänge Timo Werner und Marius Müller singen. Das müssen Neue immer, gerne vor furchteinflößender Kulisse. Und, nein, die beiden trällerten nicht „Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund, die Sonne brennt dort oben heiß“ von Nicole. Sie wählten Xavier Naidoos „Dieser Weg wird kein leichter sein“. Sagen wir es so: Werner/Müller bemühten sich und amüsierten andere.

Top-Stimmung auch bei der U19-Weihnachtsfeier, auf der Reiner Calmund eine Stunde lang aus seinem Leben erzählte und den jungen Fußballern näherbrachte, dass sie abends früh ins Bett gehen und tüchtig trainieren mögen. All das in einem einzigen episch langen Satz. Ohne Luft zu holen. Ohne Punkt und Komma. Calli eben.

Hertha also. 15. Bundesliga-Spieltag, Zweiter gegen Dritter, d a s Spitzenspiel am Sonnabend, 15.30 Uhr, in der Red-Bull-Arena. Vorm Anpfiff wird ein Mann geehrt, der sein 100. Pflichtspiel absolvieren wird. Einer, der immer aufläuft, keinen Formkrisen unterliegt, nie verletzt ist und Faktotum der Rasenballer ist: Stadionsprecher Tim Thoelke. Der 44-jährige Multi-Entertainer ist DJ, Moderator, Quizmaster, röstet gerne Promis wie Stefan Kretzschmar und Sebastian Krumbiegel (Comedy Roast) und feierte am 29. Juli 2011 sein Erstlingswerk als Stimme des Ostens. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und musste schwimmen“, erinnert sich Thoelke an sein erstes Mal. Fragen über Fragen, die sich inmitten des DFB-Pokal-Krimis RB gegen Wolfsburg stellen und vor über 30 000 Fans der Beantwortung harren. TT’s erste Worte als neuer Stadionsprecher werden von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet. „Ich dachte, das fängt ja super an, hab’ dann aber mitbekommen, dass in meinem Rücken gerade die Wolfsburger Mannschaft aus dem Tunnel kam.“ Geklärt werden muss dann auf dem kurzen Dienstweg, wer eigentlich nach den Torschützen späht. Aha, die Regie von oben, nicht der Neue von unten. Man braucht an diesem Abend keine Brille, um den Helden ausfindig zu machen. Daniel Frahn sorgt mit drei Toren für einen 3:2-Sieg des Teams von Peter Pacult. Thoelke kriegt heute noch Gänsehaut, wenn er an jenen in vielerlei (auch in persönlicher) Hinsicht dramatischen 29. Juli denkt.

Reichlich fünf Jahre später ist der Mann, der an Spieltagen in einen maßgeschneiderten roten Anzug schlüpft, nicht mehr aus der Red-Bull-Arena wegzudenken. Der gebürtige Hannoveraner genießt Kultstatus, nähert sich legendären Figuren wie Norbert Dickel (Borussia Dortmund) oder dem ewigen Klaus Hafner, der seit 1989 in Mainz das Sagen hat. Thoelke: „Eine wunderbare Aufgabe, ich kann alle meine Leidenschaften einbringen. Ich liebe Fußball, Musik und spreche gerne in ein Mikrofon.“ All das gerne „bis ans Lebensende“.

Spuren hat er schon hinterlassen im gut geölten Getriebe der RB-Maschinerie. So ist die eingespielte Musik das Werk des DJs TT. Wenn die Spieler das Feld betreten, ertönt die Fanfare vom Ur-Rocky, bei einem Tor für RB kommt James Browns „I feel good“ zum Einsatz. Bei der Vorstellung der eigenen Mannschaft spannt Thoelke Pfeil und Bogen für die Stürmer, deutet einen Basketball-Dunk an (Ode an den Hünen Fabio Coltorti) oder wirft in Anlehnung an den schwedischen Fischfreund Emil Forsberg eine Angel aus.

Provokationen des Gegners stehen für den um Sachlichkeit bemühten Thoelke auf dem Index. Das Werten von Spielständen ebenfalls. Die Selbstverwirklichung hat auch bei der Mugge Grenzen. Jedenfalls in Leipzig. In Düsseldorf wurde das nicht so eng gesehen. Da ließ der Stadionsprecher beim Spiel gegen RB den Abba-Hit „Money, Money, Money“ laufen.

Thoelkes emotionales Hightlight? Das Siegtor von Keeper Coltorti gegen Darmstadt im April 2015. „Da habe ich ins Mikro gebrüllt und kein Mensch hat mich verstanden. Ich dachte, das Stadiondach fliegt weg.“

Einen Traum hat der norddeutsche Skateboardmeister von 1988 auch noch: „Ein Pflichtspiel gegen eine Mannschaft aus dem Ausland.“ Hieße: internationaler Fußball.

Und sein Wunsch zum Jubiläum? „Ein Sieg gegen Hertha.“ Was sonst.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.