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1860-Investor Ismaik kommt nach Leipzig – Ultras boykottieren

RB empfängt die Löwen 1860-Investor Ismaik kommt nach Leipzig – Ultras boykottieren

Die Ultras des TSV 1860 München boykottieren aus Protest gegen das „Marketingkonstrukt“ RB erneut das Auswärtsspiel in Leipzig. Dafür fliegt am Sonntag ihr Investor Hasan Ismaik in der Red-Bull-Arena ein. Er sorgte zuletzt mit ähnlichen Plänen wie die Leipziger für Schlagzeilen.

Der jordanische Investor Hasan Ismaik (rechts) kommt am Sonntag zusammen mit 1860-Präsident Peter Cassalette nach Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Für Hasan Ismaik ist es eine Premiere: Der millionenschwere Investor von Zweitligist 1860 München besucht am Sonntag bei RB Leipzig (13.30 Uhr, Liveticker auf LVZ.de) sein erstes Auswärtsspiel. Zusammen mit TSV-Präsident Peter Cassalette wird der 39-jährige Jordanier in der Red-Bull-Arena auf der Tribüne sitzen – zum ersten Mal als Gästefan in seiner knapp fünfjährigen Ära bei den Löwen. Ismaik will mit seinem Privatjet direkt aus Abu Dhabi nach Leipzig fliegen. „Er ist Feuer und Flamme“, sagte Cassalette der Münchner Abendzeitung.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat mit RB vorgemacht, wie man sein Geld erfolgreich im Fußball investiert. Die Bullen klopfen in dieser Saison ans Tor zur 1. Bundesliga, haben als Tabellenführer derzeit elf Punkte Abstand zum vierten Platz. Am Freitag schob sich der der 1. FC Nürnberg auf Rang drei mit einem 4:0 in Bielefeld bis auf drei Punkte an die Bullen heran. Die Löwen liegen derzeit auf dem 15. Platz und damit knapp vor der Abstiegszone. Zuletzt konnte sich das Team von Trainer Benno Möhlmann mit drei Siegen in Folge etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen.

Stadionpläne mit Löwenpark

Cassalette ließ durchblicken, dass er sich nach dem Spiel in Leipzig mit Ismaik treffen will, um einige Dinge zu besprechen. „Wir haben ausgemacht, dass wir uns danach zusammensetzen.“ Worum es geht, blieb offen. Dass Ismaik nach Leipzig reist, um sich mit Mateschitz persönlich auszutauschen, ist eher unwahrscheinlich. Der Chef des Dosenimperiums war vor knapp zwei Jahren zu seinem ersten und bislang einzigen Mal bei einem Spiel im Leipziger Stadion. Im April 2014 sah der damals 69-Jährige den 1:0-Sieg im Drittliga-Duell gegen Darmstadt 98, ließ sich durchs Stadion führen und motivierte die Mannschaft vor dem Spiel bei einem Kurzbesuch in der Kabine.

Ismaik, der seine Millionen mit Öl und Immobilien verdiente, sorgte zuletzt ebenso wie die RB-Bosse mit Überlegungen für einen Stadionneubau für Schlagzeilen. Während die Leipziger prüfen, im Falle des Bundesliga-Aufstiegs eine Arena für mehr als 60.000 Zuschauer nahe der A 14 zu errichten, hat Ismaik noch ganz andere Pläne. An ein mögliches neues Sechziger-Stadion in der Nähe der Messehallen in München-Riem soll sich ein Löwenpark angliedern, in dem alle Löwenrassen der Welt zu sehen sind. „Jedes Tier wird den Namen eines Spielers tragen, der bedeutend war für 1860“, sagte Ismaik, der eine eigene Löwenfarm in Kenia besitzt, vor einigen Wochen bei einem Fantreffen.

Ultras boykottieren „Marketingkonstrukt“

Apropos Fans: Die Ultras der Münchner werden die Partie am Sonntag erneut boykottieren. Sie wollen das „Marketingkonstrukt“ Red Bull nicht mit ihren Eintrittsgeldern unterstützen. „Wie bereits in der vergangenen Saison wird die aktive Szene von 1860 auch in diesem Jahr dem Auswärtsspiel unserer Münchner Löwen bei Red Bull Leipzig fernbleiben“, schreiben die Giasinga Buam auf ihrer Homepage. Sieben weitere Fanklubs haben sich dem Boykott angeschlossen. Dennoch wurden für das Spiel am Sonntag rund 300 Gäste-Tickets nach München verkauft.

Ralf Rangnick hat zur Boykott-Debatte seine eigene Meinung. „Dort hat man doch auch einen Investor, der nach eigenen Angaben, wie ich lesen konnte, 40 oder 50 Millionen Euro in den vergangenen Jahren in den Verein gesteckt hat.“ sagte der RB-Trainer auf das Thema 1860 angesprochen beim TV-Sender Sky. „Trotzdem“, stichelte Rangnick, „blieb der sportliche Erfolg aus“.

Testspiel vereinbart: Am Gründonnerstag empfängt RB den tschechischen Erstligisten Bohemians Prag zu einem Freundschaftsspiel im Trainingszentrum am Cottaweg. Anpfiff ist um 16 Uhr. 

Von Robert Nößler

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