Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
25 Jahre nach Hansa: RB Leipzig ist Bundesliga-Spitze – Bayern angefressen

Nach Triumph gegen Leverkusen 25 Jahre nach Hansa: RB Leipzig ist Bundesliga-Spitze – Bayern angefressen

Dank einer beeindruckenden Aufholjagd bei Bayer Leverkusen steht RB Leipzig erstmals an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Das war zuletzt einer ostdeutschen Fußballmannschaft am 31. August 1991 gelungen.

Jubel nach dem 3:2-Sieg am Freitagabend in der BayArena in Leverkusen.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Es ist vielleicht nur eine Momentaufnahme, aber allemal ein Grund zum Feiern: 25 Jahre nach Hansa Rostock steht wieder einmal eine in Ostdeutschland beheimatete Fußballmannschaft an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Durch das vor allem in der zweiten Hälfte furiose 3:2 (1:2) am Freitagabend bei Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen konnte RB Leipzig am FC Bayern vorbeiziehen, der selbst am gegen Dortmund patzte.

Der Triumph in der BayArena war bereits der sechste nacheinander: „Es ist natürlich eine außergewöhnliche Situation, wenn man sechs Siege in Serie erspielt. Auch dass man gegen Leverkusen zwei Mal zurückliegt, dann noch einen Elfmeter pariert und das Spiel am Ende noch gewinnt, kommt nicht alle Tage im Fußball vor. Deshalb ist es auch verständlich, dass die Freude im gesamten Team anhält und auch nachwirkt“, erklärte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick am Sonntag.

Rangnick konstatierte zudem, dass die Roten Bullen inzwischen eingespielt und gefestigt auftreten. „Wenn wir weiterhin von Spiel zu Spiel denken und den jeweiligen nächsten Gegner dermaßen fokussiert angehen, sehe ich wenige Gründe, warum sich an der aktuellen Leistung was ändern sollte“, so der 58-Jährige.

Am elften Spieltag war Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig bei Bayer Leverkusen zu Gast. Die Partie nahm gleich zu Beginn ordentlich Fahrt auf.

Zur Bildergalerie

Hasenhüttl: Mit Platzwunde noch eine Schippe draufgepackt

Auch RB-Chefcoach zeigte sich am Sonntag beeindruckt von der Mentalität seines Teams: „Einige Punkte haben mich extrem gefreut und diese hab ich den Jungs heute Morgen in der Kabine auch mitgegeben. Zum Beispiel ist es nicht selbstverständlich, dass ein Spieler mit einer Platzwunde 90 Minuten durchhält und in der zweiten Hälfte sogar noch eine Schippe draufpackt. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass ein Benno Schmitz dem ich schon zwei, drei Mal einen anderen Spieler vorgezogen hab, dann aber mit so einer Präsenz in die Partie kommt und gegen so einen starken Gegner solch eine starke Leistung abruft“, erklärte Ralph Hasenhüttl. Diese Moral spreche für das ganze Team, auch für diejenigen, die aktuell noch in der zweiten Reihe stehen.

Abwehrchef Willy Orban, der am Freitagabend den 3:2-Siegtreffer erzielen konnte, schwärmte: „Nach so einem turbulenten und wirklich geilen Auswärtsspiel war die Stimmung auf dem Rückweg nach Leipzig natürlich überragend. Vor allem weil wir nach der Pause nochmal alles reingeschmissen haben und eine richtig gute Moral gezeigt haben. Der Trainer hat uns in der Kabine daran erinnert, dass wir an unsere Stärken glauben müssen und auch wir wussten genau, dass uns 45 Minuten reichen um zurückzuschlagen und das haben wir dann auch eindrucksvoll bewiesen.“

BVB-Tuchel: RB Leipzig erinnert an Leicester City

Thomas Tuchel, Trainer beim RBL-Verfolger Borussia Dortmund, hält nun sogar einen Meistertitel für die Roten Bullen für denkbar. Für den 43-Jährigen erinnere die Situation in der Bundesliga an ähnliches vergangenes Jahr in der Premier League: Dort fegte Aufsteiger Leicester City alles vom Platz und wurde überraschend englischer Meister: „Leipzig kann exakt den gleichen Weg gehen. Das ist meine Überzeugung, wenn ich sie spielen sehe“, so Tuchel nach dem 1:0 (1:0) seines BVB gegen Bayern München am Samstagabend.

RB-Sportdirektor Rangnick hält die Meisterschaftskrone zwar für unwahrscheinlich, freut sich aber dennoch über den Leicester-Vergleich: „Das war auch undenkbar und ist nachher trotzdem passiert.“ Aber es seien noch nicht mal ein Drittel aller Spiele gespielt. „Jedes unserer Spiele war brutal eng und hätte auch in eine andere Richtung gehen können. Deswegen genießen wir momentan jedes einzelne Spiel“, sagte der Leipziger RB-Vordenker.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge war nach der bitteren Niederlage gegen den Rivalen dagegen wortlos durch die Katakomben gestapft, Trainer Carlo Ancelotti schaute noch griesgrämiger als sonst, und Phillip Lahm kommentierte den Sturz vom Tabellen-Thron nach 14 Monaten mit ungewohntem Sarkasmus. „Das ist doch schön für die Liga. Das haben sich doch alle gewünscht“, sagte der FCB-Kapitän. Dass ausgerechnet Emporkömmling RB Leipzig die Münchner nach der ersten Saisonniederlage am 11. Spieltag an der Spitze ablöste, hinterließ beim Branchenriesen Spuren. „Klar, kann man nicht zufrieden sein, wenn man nicht mehr Tabellenführer ist und Punkte liegen lässt“, meinte Lahm angesichts des Drei-Punkte-Rückstandes auf Leipzig.

Hansa Rostock besiegte einst Bayern, Dortmund und Gladbach

 Zuletzt hatte mit Hansa Rostock am 31. August 1991 eine Fußballmannschaft aus Ostdeutschland an der Tabellenspitze der Bundesliga gestanden. Die Hanseaten legten damals furios los, grüßten vom ersten bis zum siebenten Spieltag vom Platz an der Bundesliga-Sonne. Das Team von Erich Rutemöller besiegte als eingegliederter DDR-Oberliga-Meister unter anderem Bayern München (2:1), Borussia Dortmund (5:1), den VfB Stuttgart (3:0) und Borussia Mönchengladbach (2:1). Am Ende der Saison stiegen die Hanseaten trotzdem als 18. der Tabelle in die Zweite Bundesliga ab.  (mit dpa)

mpu

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr