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Abschied ohne Wehmut: Ralf Rangnick ist nicht mehr RB-Trainer

Wechsel bei den Roten Bullen Abschied ohne Wehmut: Ralf Rangnick ist nicht mehr RB-Trainer

Nach einem Jahr als Coach und dem geglückten Bundesliga-Aufstieg schlüpft Ralf Rangnick nun bei RB Leipzig wieder vom Jogginganzug in den feinen Zwirn des Sportdirektors. In seinem Nachfolger Ralph Hasenhüttl sieht er einen "Bruder im Geist".

Ralf Rangnick ist nicht mehr RB-Trainer

Quelle: Christian Modla

Ralf Rangnick will immer gewinnen. Auch wenn er gegen seine Frau Karten spielt. Begeistert war er deshalb nicht, von seinem letzten Spiel als Trainer bei RB Leipzig und der 0:1-Niederlage beim MSV Duisburg. Trotzdem überwog die Zufriedenheit über die gesamte Saison, denn sein Team hat das große Ziel Bundesliga erreicht: „Der Aufstieg ist für mich schon etwas besonderes, weil ihn viele erwartet haben und wir die jüngste Mannschaft der Liga hatten“, zog der 57-jährige Bilanz.

Der Erfolg war auch nicht unverdient: An 24 von 34 Spieltagen standen die Leipziger auf einem direkten Aufstiegsplatz und stellten mit nur 32 Gegentoren die mit Abstand beste Defensive der 2. Bundesliga. Wehmut, seinen Posten auf der Bank wieder abzugeben, verspürt Rangnick nicht: „Man kann die Entscheidungen als Sportdirektor besser treffen, wenn man etwas emotionale Distanz zum Tagesgeschäft hat.“ Außerdem bleibe er dicht an der Mannschaft und werde vom Fenster seines Büros am Cottaweg auch weiter die Trainingseinheiten verfolgen.

Der 57-Jährige ist überzeugt, dass die ständige Weiterentwicklung eines Vereins nur mit mehreren starken Persönlichkeiten an der Spitze möglich ist. Als Beispiel dafür nennt er unter anderem die Bundesligisten aus Dortmund und Gladbach. Bei RB hat Rangnick sich nun neben Vorstandschef Oliver Mintzlaff einen weiteren Vertrauten an seine Seite geholt. Mit seinem Nachfolger Ralph Hasenhüttl sieht er sich schon jetzt als „Bruder im Geist“. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass die Vibrations zwischen uns gestimmt haben“, sagt Rangnick über den Mann, mit dem er schon vergangene Saison im Gespräch war.  

Im ersten Bundesligajahr will der nun Coach a. D. zunächst bescheiden an die neue Herausforderung herangehen: „Wenn wir zu keiner Phase der Saison etwas mit dem Abstieg zu tun haben, wäre das großartig.“ Lange wird sich Rangnick allerdings nicht mit solchen Zielen zufrieden geben. Das weiß auch Hasenhüttl, der zu seinen Ambitionen mit dem neuen Verein, bei dem er genauso wie Rangnick einen Vertrag bis 2019 besitzt, bereits sagte: „Ich möchte irgendwann Titel gewinnen.“

Damit der vierte Aufstieg in drei Jahren nicht der letzte Erfolg in der erst siebenjährigen Vereinsgeschichte bleibt, arbeitet Rangnick bereits akribisch am Kader für die Zukunft, der nach Absprachen mit Hasenhüttl im besten Fall in den kommenden vier Wochen mit etwa sechs Neuzugängen stehen soll. Dabei betont Rangnick: „Bei uns wird es eine magische Grenze für das Gehalt geben, die wir nicht überschreiten werden.“ Leipzig sei bei den Vergütungen der Spieler „noch Lichtjahre“ vom BVB, Bayern oder auch Leverkusen entfernt, erneuert der Sportdirektor seine bereits bekannten Aussagen.

Am Montagnachmittag feierte RB mit tausenden Fans auf dem Leipziger Marktplatz noch einmal ausgiebig den Aufstieg in das Fußall-Oberhaus. Anschließend verabschiedeten sich die Spieler für drei Wochen in den Urlaub. „Es war eine wirklich lange und harte Saison mit einem ganz, ganz großen Ziel von Anfang an. Das haben wir erreicht, deshalb können wir sehr zufrieden in den Urlaub fahren“, sagte Kapitän Dominik Kaiser. Offizieller Trainingsstart ist am 11. Juli. Bis zum Bundesliga-Auftakt Ende August absolviert der Aufsteiger ein Lauftrainingslager in Bad Saarow und ein Haupttrainingslager in Österreich.

Anne Grimm

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