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"Automatisch wird man gar nichts" - RB-Neuzugang Upamecano im Interview

Vor dem Spiel gegen den HSV "Automatisch wird man gar nichts" - RB-Neuzugang Upamecano im Interview

Er steht vor seinem ersten Einsatz in der Startelf von RB Leipzig. Dayot Upamecano spricht im LVZ-Interview über seine Schelligkeit, das Training in Leipzig und seinen Freund Ousmane Dembélé.

Dayot Upamecano

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Leipzig. Cottaweg, Trainingszentrum der Roten Bullen. Manche nennen den 40-Millionen-Euro-Hightech-Bau auch Fußball-Labor. Dort wird rund um die Uhr geübt, geforscht, experimentiert, optimiert. Treffen mit einem Hochbegabten. Abwehrspieler Dayot Upamecano ist zarte 18, hat in Dortmund sein erstes Bundesligaspiel absolviert und im Pott mehrere Duftmarken gesetzt. Rustikal im Zweikampf gegen Marco Reus, lässig im Aufbauspiel, blitzschnell im Sprintduell mit Pierre-Emerick Aubameyang und geistesgegenwärtig bei einer finalen Rettung gegen Matthias Ginter. Die Expertise von RB-Routinier Marvin Compper, 31, über den Zehn-Millionen-Euro-Winterneuzugang: „Dayot hat alles, was es für eine Top-Karriere braucht.“ Weil Compper am Sonnabend gegen den HSV (15.30 Uhr) eine Gelbsperre abbrummt, läuft Upamecano wohl auf und bildet mit Willi Orban das Abwehrzentrum. Der Ex-Salzburger „Upa“ (Vertrag bis 2021) über sein Debüt in Dortmund, seinen beim BVB glänzenden besten Freund Ousmane Dembélé, 19, angeborene Schnelligkeit, sein besonderes Verhältnis zu Sportdirektor Ralf Rangnick und Deutsch-Unterricht bei Raquel Rosa. Frau Rosa muss noch als Dolmetscherin fungieren. Danke dafür.

Über 80 000 Zuschauer in d e m deutschen Fußball-Tempel, heiße Atmosphäre, knapper Spielstand. Manchem 18-Jährigen wäre da das Herz in die Turnhose gerutscht. Wo war Ihres, als Sie eingewechselt wurden?

Wo es hingehört. Ich bin Fußballer geworden, um in solchen Stadien und vor so vielen Zuschauern zu spielen. Ich bin kein nervöser Typ, spiele immer mein Spiel, so gut es geht. Das war in Frankreich in der Jugend so, in Liefering und in Salzburg. Jetzt bin ich in Leipzig und spiele mit RB in der Bundesliga. Traumhaft.

Ihr bester Kumpel Ousmane Dembélé glänzt bei Borussia Dortmund, hat das Siegtor des BVB genial vorbereitet, mischt mit seinen Tempo-Dribblings die Liga auf. Als Sie eingewechselt wurden ...

...war er leider nicht mehr im Spiel. Wir sind zusammen in Evreux aufgewachsen, haben lange zusammen gespielt, viel gemeinsam unternommen. Ein wunderbarer Freund und Fußballer. Wir spielen jetzt beide in Deutschland, telefonieren oft, werden uns gegenseitig besuchen.

Ihr Freund ist auf dem Spielfeld kaum zu halten. Siehe die Szene, als er Ihre Kollegen Marvin Compper und Willi Orban vernascht und auf Aubameyang geflankt hat.

Er ist schwer zu verteidigen, kann am Ball alles, ist schnell.

Apropos. Gegen Ende des Spiels haben Sie einen Sprint angezogen und sind hinter dem bis dato schnellsten Bundesligaspieler hergerannt. Sind sie noch schneller als Aubameyang?

Nein, das glaube ich nicht. Schnelligkeit ist aber im heutigen Fußball sehr wichtig und eine Stärke von mir. Ich habe das nie speziell trainiert, ist wohl angeboren.

Sie können auch richtig gut kicken, spielen einen sauberen Pass, stellen Ihren mächtigen Körper gut rein. In Österreich würde man Sie Wunderwuzzi nennen.

Ich muss in jeder Hinsicht noch viel lernen, da ist jede Trainingseinheit wichtig. Bei uns wird auf sehr hohem Niveau trainiert.

Da wird man automatisch besser.

Automatisch wird man gar nichts. Ich will und muss besser werden, das geht nur mit harter Arbeit.

Manu, Barca, Bayern München. Halb Europa war hinter Ihnen her. Weshalb Leipzig? Stimmt es, dass Ralf Rangnick besondere Verführungskünste kennt und anwendet?

Herr Rangnick hat mich 2015 nach Salzburg geholt und mir schon damals aufgezeigt, dass er mich perspektivisch in der Bundesliga sieht. Es ist alles so gekommen, wie er es vorausgesagt hat. Meine Familie, mein Berater und ich vertrauen Herrn Rangnick. Vertrauen ist in diesem Geschäft wichtig.

Marvin Commper ist gesperrt, Sie gelten gegen den HSV als erster Anwärter auf den Job in der Innenverteidigung. Sind Sie bereit?

Natürlich bin ich bereit. Ob ich spiele, entscheide aber nicht ich, sondern der Trainer. Ich muss im Training Gas geben.

Sind Sie Innenverteidiger und sonst nichts?

Ich kann auch im defensiven Mittelfeld spielen. In Salzburg hab ich dort zuletzt gespielt.

Sie sind erst ein paar Wochen in Leipzig. Haben Sie sich eingelebt?

Ja, es wird mir von allen sehr leicht gemacht, mich wohlzufühlen. Leipzig ist eine schöne Stadt.

Haben Sie schon ein Lieblingsrestaurant?

Mit Naby (Keita, Red.) bin ich ab und zu im Vapiano. Wir essen nicht so oft auswärts, haben im Trainingszentrum einen sensationellen Koch.

Wie steht es mit Heimweh?

Meine Eltern besuchen mich regelmäßig, mein Papa bleibt auch schon mal länger bei mir. Es ist alles okay, als Profi kann man nicht alles gleichzeitig haben.

Haben Sie eine Freundin?

Nein, ich konzentriere mich voll auf meinen Beruf.

Was passiert, wenn Didier Deschamps anruft?

Dann gehe ich ran. Jeder Fußballer träumt von der Nationalmannschaft. Aber man kann sich da nicht reinreden. Es geht nur um Leistung und die will ich jetzt versuchen, so gut es geht zu bringen.

Träumen Sie auch von der Champions League mit RB? Von einem Spiel bei Paris St. Germain?

Ich hätte nichts dagegen. Aber auch hier geht es nur Schritt für Schritt.

Sie denken demnach wie von Rangnick vorgegeben: von Spiel zu Spiel.

Anders geht es nicht.

Dayot Upamecano mit LVZ-Reporter Guido Schäfer.

Dayot Upamecano mit LVZ-Reporter Guido Schäfer.

Quelle: privat

Was geht gegen den HSV?

Schweres Spiel. Hamburg hat zweimal hintereinander gewonnen. Wir wollen die drei Punkte und werden dafür alles geben.

Wie weit sind Ihre Deutsch-Kenntnisse gediehen, wie funktioniert die Konversation mit Coach und Kollegen?

Ich verstehe schon einiges, mit dem Sprechen hapert es noch. Raquel ist bei Mannschaftssitzungen dabei und übersetzt. Marvin (Compper, Red.) und Naby sprechen französisch, helfen mir, wenn ich im Training etwas nicht verstehe. Ich muss ein besserer Spieler werden. Dazu gehört auch die Sprache.

Interview: Guido Schäfer

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