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BVB-Fans: Heftige Diskussion um Boykott bei RB Leipzig – Entschieden ist nichts

Vor dem Bundesligastart BVB-Fans: Heftige Diskussion um Boykott bei RB Leipzig – Entschieden ist nichts

Wird das erste Heimspiel von RB Leipzig in der 1. Bundesliga ohne Gästefans ausgetragen? Ein Boykott des BVB-Anhangs wird heftig diskutiert, entschieden ist aber noch nichts.

Die stimmgewaltige Südtribüne des BVB.

Quelle: dpa

Leipzig. Fans von Borussia Dortmund wollen das Auswärtsspiel bei RB Leipzig am 10. September boykottieren. Diese Meldung verbreitete sich in den vergangenen Tagen rasant. Stattdessen sollen die Anhänger des Traditionsvereins die eigenen Amateure gegen den Wuppertaler SV im Stadion Rote Erde unterstützen.

Jetzt wurde bekannt: Entschieden ist noch gar nichts. Bei einem Treffen von Fanclubs haben auch Mitglieder des Magazins Schwatzgelb teilgenommen. Dort soll der angebliche Boykott beschlossen worden sein. Redaktionsmitglieder des Fanzines berichten nun etwas anderes.

Ein Boykott sei nur „eine von vielen konstruktiv diskutierten Optionen“ gewesen. „Dies als bereits beschlossen zu melden, greift einem Abstimmungsprozess mit möglichst vielen Fans und Fanclubs voraus“, heißt auf der Facebook-Seite von Schwatzgelb und fachte eine lebhafte Diskussion an. Viele Anhänger können einem leeren BVB-Block in Leipzig wenig abgewinnen. „Ein Boykott ist sinnlos! Die Einnahmen durch Tickets juckt die sowieso nicht.

Besser ist dahin zu fahren und zu zeigen was Stimmung und Tradition bedeuten!“, meint ein BVB-Anhänger, stellvertretend für viele Posts auf der Seite.

Die Fans des BVB sind für zahlreiche kreative Aktionen bekannt. 2010 gründeten die Dortmunder Anhänger die Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ und protestierten damit gegen immer höhere Eintrittspreise für Fußballspiele.

Neben Aufsteiger RB Leipzig gehören vor allem zwei Vereine zu den Lieblingsfeindbildern des Borussen-Anhangs. Die TSG Hoffenheim und der VfL Wolfsburg stehen wegen der millionenschweren Unterstützung durch Dietmar Hopp und dem VW-Konzern in der Kritik. Von SAP-Gründer Hopp wurde im Aufstiegsjahr 2008 der Kraichgauer sogar ein Plakat mit Fadenkreuz gezeigt, was zu einer bundesweiten Diskussion führte, wie weit Fanaktionen führen dürfen. Der verantwortliche BVB-Fan entschuldigte sich später und Hopp zog eine Anzeige gegen ihn zurück.

Der BVB selbst wollte sich zu der Diskussion um einen möglichen Leipzig-Boykott nicht äußern. „Wir haben davon während unserer Chinatour gehört, halten es aber grundsätzlich so, dass wir erst mit unseren Fans sprechen, bevor wir in der Öffentlichkeit über sie sprechen“, erklärte Vereinssprecher Sascha Fligge. Dortmund weilt zu einem Testspiel gegen Manchester City in der Millionenstadt Shenzhen.

„Gebt den beteiligten Fanclubs die notwendige Zeit, einen gemeinsamen Standpunkt zu finden und ihr Vorgehen miteinander abzustimmen“, schlagen die Macher von Schwatzgelb vor.

Viele Leipziger freuen sich auf den stimmgewaltigen Anhang aus dem Ruhrgebiet. Wegen der enormen Ticketnachfrage hoffen aber einige Bullen-Fans auch auf einen Boykott. Sie spekulieren auf eine Erhöhung des Heimkontingents bei den Eintrittskarten.

Matthias Roth

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