Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
Bayern demonstriert seine Macht: „Eine Lehrstunde gegen die beste Mannschaft“

Ab in die Winterpause Bayern demonstriert seine Macht: „Eine Lehrstunde gegen die beste Mannschaft“

Nach 16 Spieltagen hat Aufsteiger RB Leipzig das erste Mal in der Bundesliga so richtig seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Die Unterschiede mit den Bayern sind allerdings nicht nur sportlicher Natur.

Nach der Niederlage am Mittwoch gegen FC Bayern München starten die Leipziger nun in ihre Winterpause.

Quelle: dpa

München/Leipzig. Das Schaulaufen von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, mit einem Glas Champagner in der Hand durch die Katakomben der Allianz-Arena, symbolisierte das Verständnis des Rekordmeisters nach dem souveränen 3:0-Erfolg gegen den bis dato punktgleichen Verfolger RB Leipzig. Ganz nach dem Motto: Das Beste ist für uns gerade gut genug. Und: Uns kann keiner in der Bundesliga das Wasser reichen. Der Champus wurde in Kübeln gen Stadioninnenraum gerollt.
 
Leipzigs Linksverteidiger Marcel Halstenberg formulierte es nach der zweiten Saisonniederlage so: „Uns wurden schon die Grenzen aufgezeigt. Klar haben sie in den letzten Wochen nicht so toll gespielt, aber ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.“ Die höchste Pleite seit anderthalb Jahren (8. Mai 2015, 0:4 gegen Sandhausen), drückte auf das Gemüt des Tabellenzweiten. Denn die Pressing-Maschine der Leipziger lief am Mittwochabend nie so richtig heiß. „Es war eine Lehrstunde gegen die beste Mannschaft“, meinte RB-Coach Ralph Hasenhüttl ohne Umschweife.
 
Sportdirektor Ralf Rangnick fand ebenfalls deutliche Worte: „Ich hätte mir unseren Auftritt giftiger gewünscht. Bayern war in der ersten Halbzeit einfach richtig stark. So stark wie lange nicht in dieser Saison. Wir haben unser Leistungslimit nicht erreicht.“ Das führte dazu, dass die Partie nach der Roten Karte von Emil Forsberg bereits nach einer halben Stunde entschieden war. Der 25 Jahre alte Schwede wurde schließlich am Donnerstag im Einzelrichterverfahren des DFB-Sportgerichts wegen rohen Spiels vorerst für drei Spiele gesperrt. Am Ende des Abends stand eine Zweikampfquote von 59 zu 41 Prozent, sowie bayrischer Ballbesitz von 72 Prozent. Der Aufsteiger lief dem Rekordmeister hinterher.
 
Mit Tempo und Spielwitz fanden die Bayern immer wieder die Löcher in der ungewohnt anfälligen Defensive der Roten Bullen. „Natürlich kann man gegen Bayern verlieren, das ist schon anderen Mannschaften so ergangen. Wir haben uns einfach viel, viel mehr vorgenommen. Deshalb ist die Enttäuschung groß. Generell war Bayern so dominant, wie wir sie kennen. Wir hatten keine Chance“, konstatierte Kapitän Dominik Kaiser. 

Alles eine Nummer größer

Auch eine gewisse Nervosität war im Spiel der Leipziger, augenscheinlich an den drei großen Patzern von Forsberg (Foul: Rote Karte), Keita (Fehlpass führt zum Gegentor) und Gulacsi (Foul führt zum Elfmeter) sichtbar, nicht abzustreiten. Vielleicht lag es an der beeindruckenden Kulisse von 75.000 Zuschauern, vor der viele der RB-Fußballer noch nie angetreten sind.
 
Auch in anderen Bereichen ist beim FC Bayern München als ewiger Erfolgsgarant vieles noch eine Nummer größer. Die Unterschiede waren nicht nur auf dem Rasen zu erkennen. In den Pressekonferenzraum passen so viele Journalisten, wie in einen Kinosaal. Akkreditierungen können knapp 600 vergeben werden – nur etwas mehr als doppelt so viele VIP-Plätze gibt es in der Leipziger Red Bull Arena. Im Münchner Rund ist eine komplette Ebene mit Geldgebern gefüllt – vor solchen Hintergründen ist auch die am Mittag gefallene Entscheidung zur Stadionfrage interessant.

Mateschitz-Ansage

Vielleicht kam aber auch die Ansage von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, ein internationaler Startplatz unter den ersten sechs sei das Mindestziel in dieser Saison, vor dem Spitzenspiel zu einem schier ungünstigen Zeitpunkt. Besonders erfreut schienen die RB-Verantwortlichen darüber nicht. Weder Rangnick noch Mintzlaff wollten diese Aussage untermauern, was nach einer 0:3-Niederlage wohl ebenfalls ein schwieriger Zeitpunkt gewesen wäre. Unbeeindruckt der Vorgabe des Geldgebers sagte Kaiser: „Ich weiß gar nicht, ob das alle Spieler mitbekommen haben. Ich habe es gelesen. Aber das war und ist kein Thema für die nächsten Wochen. Wir haben ein ganz klares Ziel innerhalb der Mannschaft und das werden wir weiterhin verfolgen. Generell wird es wichtig sein, dass wir unseren Stil in der Rückrunde weiter auf den Platz bringen.“

Ab in den Urlaub

Kurz nach 9 Uhr fuhr am Donnerstagmorgen ein Teil des Teams im Bus vom Hotel zum Münchner Flughafen. „Es tut allen gut, ein paar Tage abzuschalten. Das Spiel werden wir jetzt nicht in die Feiertage mit hineinnehmen. Von der Niederlage bei den Bayern werden wir uns das tolle Jahr nicht nehmen lassen“, sagte Kaiser. Stürmer Yussuf Poulsen hob mit der Maschine nach Kopenhagen ab, um Weihnachten mit seiner Familie und später den Urlaub in Abu Dhabi zu verbringen.

Sportdirektor Ralf Rangnick macht es sich mit seinen beiden Söhnen Kevin und David im heimischen Backnang gemütlich. Namensvetter Hasenhüttl hofft beim Familientreffen in Österreich auf „ein bisschen Schnee“, um sich sportlich zu betätigen. Am 3. Januar empfängt der Coach seine Mannschaft zum ersten Mal im Jahr 2017 – dann steht die Leistungsdiagnostik auf dem Plan. Ab 4. Januar geht es für acht Tage zum Trainingslager an die portugiesische Algarveküste.
 
Anne Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.