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Boyd: „Manchmal bin ich ein kleiner Psychopath“

Boyd: „Manchmal bin ich ein kleiner Psychopath“

Bei Waldhof Mannheim spielte in den 80er Jahren der Grieche Dimitrios Tsionanis. Der hatte einen Schädel aus Stahl, hätte Bierkästen aus dem Strafraum geköpft.

Schladming. Tsionanis war gefürchtet. RB hat sich Tsionanis 2 geangelt. Name: Terrence Boyd. Spitzname: The Body. Spezialität: Kopfbälle, notfalls mit Eisenkugel. Im RB-Camp sprach der Ex-Wiener, 23, über Körperlichkeit, den Traumsturm Boyd, Frahn, Poulsen, Brech-Attacken und Single-Dasein.

Gegen Kapfenberg biss Ihr Gegenspieler sinnbildlich ins Gras. Müssen sich die Zweitliga-Verteidiger auf Nahtod-Erfahrungen einstellen?

Nein, nur auf harte Zweikämpfe. Ich ziehe weder den Kopf ein noch das Bein zurück. Wenn der Ball kommt, will ich ihn haben.

Ähnliches Gedankgut hegen auch Ihre Gegenspieler.

Die müssen aus dem Weg. Ich setze meinen Körper ein, habe keine Angst. Anders hast Du in der Box (Boyd meint den Strafraum; Red.) keine Chance.

Der Legende nach kennen Sie auch im Training keine Freunde.

Ich kann nicht verlieren, auch kein Trainingsspiel. Da grätscht man auch mal einen Kollegen um. Manchmal bin ich ein kleiner Psychopath.

Muss man im Sturmzentrum so sein?

Man muss vorne drin viel einstecken.  Aber wie heißt es so schön: Das Leben ist ein Geben und Nehmen.

Und Sie geben gerne.

Man muss sich wehren. Die Verteidiger müssen wissen, dass da kein Weichei auf sie zukommt.

Ihr Ex-Trainer David Wagner vom BVB sagt, dass Sie 2011 den Ball weiter gestoppt als andere geschossen haben. Alexander Zorniger schwärmt, dass Sie die Bälle ansaugen. Was ist seit 2011 passiert?

Ich habe hart an mir gearbeitet und dazugelernt. Ich bin immer noch keiner, der vier Übersteiger macht und fünf Mann austanzt. Aber ich kann jetzt den Ball stoppen.

Wagner sagte auch, dass Sie nicht immer um 22 Uhr im Bett waren. Leipzig ist eine sündige Stadt. Und Sie sind Single...

Ich bin früher gerne um die Häuser gezogen, habe das aber schon in Wien eingeschränkt. Ich bin jetzt 23 und will in Leipzig den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Fußball ist meine absolute Nummer eins. Nach oben kommt man nur, wenn man entsprechend lebt.

Sie hatten ein höher dotiertes Angebot von Wigan Athletics. Warum sind Sie nicht auf die Insel gewechselt?

Geld ist nicht alles. Ich wollte in Deutschland den Durchbruch schaffen. Ich habe mein Ja zu Leipzig nicht bereut. Alles, was ich bei RB erlebe, das gesamte Umfeld, alles ist erste Sahne.

Sie haben die wunderbaren Trainingsinhalte von Herrn Zorniger vergessen.

Extrem anspruchsvoll, alles im Sprint, immer Vollgas. Nach dem ersten Training hätte ich beinahe gek ...

...brochen?

Ja, so kann man es auch sagen. Alle, die schon länger bei RB sind, sind Maschinen. Ich werde auch bald eine sein. Wenn wir umsetzen, was wir uns im Training erarbeiten, wird es unangenehm, gegen uns zu spielen.

Was ist drin in der 2. Liga?

Wir stehen jedenfalls nicht zitternd da. Wir wollen erfolgreichen Fußball spielen und unsere Fans begeistern.

In Wien und Dortmund sind Sie nach Toren auf Zäune gestiegen. Das wird in der Red-Bull-Arena schwer. Bis zur Zuschauerreihe sind es drei Meter Beton.

Echt drei?

Ja, aber vielleicht sind Ihnen Daniel Frahn und Yussuf Poulsen beim Besteigen behilflich. Boyd, Frahn, Poulsen - sieht so der neue Traumsturm aus?

Ich hätte nichts dagegen. Dass ich einen Stammplatz ergattern will, ist klar.

Sie haben laut Rapid Wien zwei Millionen Euro gekostet. Hemmt die Summe?

Über die Ablöse kann ich nichts sagen, die kenne ich nicht. RB hat sich sehr um mich bemüht. Ich will mit Leistung zurückzahlen.

Guido Schäfer

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