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Bürgermeister fordern „harte Strafen“ – DFB ermittelt wegen Eisenstange und Laserpointern

Nach Attacken auf RB-Fans in Dortmund Bürgermeister fordern „harte Strafen“ – DFB ermittelt wegen Eisenstange und Laserpointern

Die Oberhäupter der Städte Leipzig und Dortmund zeigen klare Kante nach den Attacken gegen RB-Fans rund um das Spiel beim BVB. Der DFB äußert sich gegenüber der LVZ zu Details der Ermittlungen.

Die Vorfälle vor und während des Spiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig werden in den kommenden Tagen noch die Polizei sowie das DFB-Sportgericht beschäftigen.

Quelle: dpa

Leipzig. Drei Tage nach den Ausschreitungen rund um das Spiel von RB Leipzig beim BVB fordern die Oberbürgermeister beider Städte ein „hartes Durchgreifen und harte Strafen gegen die Gewalttäter“. In einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag erklären Burkhard Jung (SPD) und Ullrich Sierau (SPD), „sowohl der Deutsche Fußballbund als auch die Leitung des BVB seien mit aller Konsequenz gefordert, die Ausschreitungen aufzuklären.“

Leipzigs Stadtoberhaupt sagt: „Wer Familien angreift, hat keine Nachsicht verdient. Wer Hass predigt, kann kein Verständnis erwarten. Die Palette möglicher Strafen ist groß und reicht von lebenslangem Stadionverbot bis zu Spielabbruch oder der Annulierung von Spielergebnissen“. Sein Pendant aus Dortmund unterstreicht: „Dies ist einer Fußballhauptstadt in keinster Weise würdig. Es ist beschämend! Ich entschuldige mich bei allen Leipzigerinnen und Leipzigern, die in Dortmund Gastfreundschaft erwarten konnten, aber auf unerträgliche Weise mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen wurden.“ Sierau lädt die zu Schaden gekommenen Familien  außerdem „zu einem gewaltfreien Wochenende nach Dortmund mit einem Kulturprogramm inklusive einem Gang durch das Deutsche Fußballmuseum ein.“

DFB-Ermittlungen wegen Eisenstange und Laserpointer

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußballbundes hatte am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen Borussia Dortmund wegen der Vorkommnisse im Stadion eingeleitet. Wie der DFB auf LVZ-Anfrage mitteilte, geht es dabei nicht nur um Schmäh-Banner, sondern auch um den Wurf einer Eisenstange sowie das Blenden zweier RB-Spieler mit einem Laserpointer. Der DFB fordert vom BVB nun eine zeitnahe Stellungnahme. Wann es eine Verhandlung und somit ein Urteil gibt, sei noch nicht abzuschätzen.      

Die viel diskutierten Vorfälle außerhalb des Stadions unterliegen hingegen nicht der Zuständigkeit des DFB. Deshalb ermittelt zu den Angriffen auf RB-Fans vor der Partie die Dortmunder Polizei. Diese erklärte, es ist mit Attacken gegen den Mannschaftsbus der Gäste gerechnet worden. Der Bus sei deshalb auf einer anderen Route als üblich zum Stadion geleitet worden. Möglicherweise könne das ein Grund für die Attacken auf Leipziger Fans und Polizisten gewesen sein, so eine Sprecherin. Die Gewalteskalation war nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) allerdings nicht vorauszusehen.

Die Dortmunder Beamten haben seit Dienstag dazu aufgerufen, Bild- und Filmmaterial, das als Beweismittel dienen kann, auf dem Portal des Bundeskriminalamts hochzuladen:

 

Sicherheitsstufe 1 gegen den HSV

Die Leipziger Polizei sieht keinen Grund, ihren Einsatzplan für das kommende RB-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV zu ändern. „Wir haben auch das Gefühl, dass unsere Fans das so einordnen wie es ist und nicht mit irgendwelchen Gegenaggressionen reagieren, sondern weiter unsere Fankultur pflegen und dafür stehen, dass wir anders sein wollen“, betonte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl am Dienstag.

Von Seiten der HSV-Fans seien laut Sprecher Uwe Voigt bisher keine beunruhigenden Signale ausgegangen. Die Partie ist, unabhängig von den aktuellen Ereignissen, vor der Saison in die höchste Kategorie, die Sicherheitsstufe eins eingeordnet worden. Das bedeutet, dass die Polizei mehr Beamte einsetzt, sowie Reiterstaffeln, Hunde, Hubschrauber und Wasserwerfer im Notfall zur Verfügung stehen.

Vor dem Hinspiel im September, bei dem die Leipziger mit 4:0 den höchsten Saisonsieg feierten, hatten sich 400 HSV-Fans zu einem Protestmarsch getroffen, bei dem es keine großen Vorfälle gab. Unschön für einige RB-Fans damals: Am Eingang des Gästeblocks wurden die Leipziger Anhänger mit Eiern beworfen.  

Genesung der Kranken

Gute Nachrichten gab es am Dienstag aus sportlicher Sicht: Die bei der 0:1-Niederlage in Dortmund wegen Krankheit fehlenden Stammspieler Timo Werner, Marcel Sabitzer sowie Diego Demme sind wieder gesund und ins Training zurückgekehrt. „Wir bauen die Jungs, die vergangene Woche krank waren, langsam auf, damit sie am Samstag einsatzfähig sind“, sagte Coach Hasenhüttl. Das Heimspiel gegen den Tabellen-16. Hamburger SV in der Red-Bull-Arena ist seit Wochen ausverkauft.

Anne Grimm (mit dpa)

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