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"Coltooorti": RB-Torhüter ist auf den Geschmack gekommen - Déjà-vu für Darmstadt 98

"Coltooorti": RB-Torhüter ist auf den Geschmack gekommen - Déjà-vu für Darmstadt 98

Die Anweisung kam von Joshua Kimmich. "Geh nach vorn, hat er zu mir gesagt", so RB-Torhüter Fabio Coltorti nach dem Sieg über Darmstadt 98.

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Jubel nach Fabio Coltortis Treffer.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. 14 Jahre Lebensalter trennen die beiden Mannschaftskollegen. Der Keeper hört am Freitagabend auf seinen jungen Mitspieler. "Man geht dann los und sucht sich im Strafraum ein Plätzchen", beschreibt es der Schweizer ganz nüchtern. Eine richtige Entscheidung. Nur wenige Augenblicke später wird er von seinen Kameraden auf den Schultern durch die Red-Bull-Arena getragen. Der Fanblock tobt dazu, ruft immer wieder den Namen von Coltorti und feiert den 2:1-Sieg über die Hessen. Manchmal bedarf es nur einiger Sekunden und aus einem Fußballer wird ein Held.

Coltorti muss nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit seine Interviews im Akkord geben. Er soll die letzten Sekunden der Partie beschreiben. Der 34-Jährige macht es geduldig, fast ist ihm der Rummel um seine Person schon unangenehm. „Wir haben ein Spiel gewonnen, dafür brauchen wir die ganze Mannschaft“, kommentiert er die Begegnung.

 

Ganz so gelassen sehen es die gut 25.000 Besucher nicht. Sie müssen 77 Minuten der Darmstädter Abwehrschlacht ertragen und auch noch den Rückstand der eigenen Mannschaft erleben. Dann folgt der Ausgleich und danach der Auftritt des Torhüters in der Schlusssekunde. Nach dem Siegtreffer stürmen Wechselspieler, Trainer und Betreuer auf den Rasen. Schiedsrichter Robert Kampka pfeift die Partie ab.

 

„In einem Pflichtspiel habe ich noch kein Tor erzielt, das ist das erste Mal. Es hat sich gut angefühlt“, sagt Coltorti. Ganz cool hat er das gemacht. Die Kopfballverlängerung von Omer Damari landet genau vor seinen Füßen. Darmstadts Knipser Dominik Stroh-Engel hebt das Abseits auf. „Ich konnte den Ball gut annehmen, mich schnell drehen und das Tor schießen. Aufgeregt war ich nicht. Ich weiß, dass ich Fußball spielen kann“, so der Keeper. Trainer Achim Beierlorzer hätte bei dem Ausflug von Coltorti höchstens mit einem Kopfball gerechnet. „Fabio bringt ja eine gewisse Größe mit“, sagt der Coach. An einen Flachschuss dachte er nicht.

 

Coltorti ist auf den Geschmack gekommen. „Tore schießen ist das Schönste im Fußball, das ist noch besser als ein gehaltener Elfmeter“, findet der Schlussmann. Ausflüge in die gegnerische Gefahrenzonen sollen aber die Ausnahme bleiben. „Das sind hundert Meter, die ich nach vorn rennen muss. In meinem Alter macht man das nicht mehr so oft“, meint der 34-Jährige.

Für seinen Darmstädter Kollegen Christian Mathenia wurden die Schluss-Sekunden zum Déjà-vu. Am zehnten Spieltag tauchte Bochums Keeper Andreas Luthe ebenfalls für den letzten Angriff vor seinem Kasten auf. Zwar traf der VfL-Keeper nicht selbst, legte den Ball aber für seinen Kollegen Mikael Forssell zum Last-Minute-Treffer auf. „Das ist Lotterie, das passiert im Fußball“, sagt der Darmstädter Schlussmann. Geärgert hat er sich trotzdem. „Wir sind frustriert, es ist schade, dass wir durch zwei Mist-Tore hier verlieren“, so Mathenia.

Matthias Roth

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