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Coltorti ist wieder fit: Kampf um die Nummer eins im Tor von RB Leipzig

Rückkehr nach Verletzung Coltorti ist wieder fit: Kampf um die Nummer eins im Tor von RB Leipzig

Auch wenn ein Einsatz im Sonntagspiel gegen den TSV 1860 München wohl noch zur früh käme: RB Leipzigs Keeper Fabio Coltorti ist wieder fit, der Kampf um den Platz im Tor damit eröffnet. Auf Befindlichkeiten, Talent und Lebensleistung kann im Aufstiegskampf keine Rücksicht genommen werden.

Peter Gulasci oder Fabio Coltorti - RB-Leipzig-Trainer Ralf Rangnick hat bald wieder die Qual der Wahl.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Es gibt Menschen, die behaupten, dass Oliver Kahn nie eine Flanke unterlaufen hat und ganz toll auf der Linie war. Wahr ist: Kahn hat nie eine Flanke unterlaufen, weil er nie von seiner Linie gewichen ist. Und wer auf der Linie kauert, sollte auf der Linie ganz toll sein. Kahn sieht das übrigens fundamental anders. Ein Titan eben.

Wann ein Ball unhaltbar ist, definierte Toni Schumacher für sich und die Nachwelt: „Alles was ich nicht halten kann, ist unhaltbar.“ Es soll Torhüter gegeben haben, die auch Haltbare rein lassen. Hans-Jörg Butt war so einer. Im Sommer 2002 verlor Bayer Leverkusen das Champions-League-Finale gegen Real Madrid 1:2. Butt sah zweimal alt aus. Im Bayer-Kader übte ein 17-jähriger Torhüter namens Rene Adler. Der war und ist einer für Unhaltbare. Leverkusens Ikone Bernd Schneider war auch Jahre später überzeugt, dass Bayer mit Adler den Pott geholt hätte. Coach Klaus Toppmöller hatte damals nicht den Mut, den Jüngling zu bringen.

Was das alles mit RB Leipzig und den Keepern Peter Gulacsi, 25, und Fabio Coltorti, 35, zu tun hat? Auch hier ist ein Trainer mit Mut und Einblick gefragt. Gulacsi ersetzt Coltorti seit ein paar Spielen. Oldie Coltorti ist nach Schulter-Blessur wieder da. Das Sonntagspiel gegen 1860 München (RB-Arena, 13.30 Uhr) kommt für den just Gesundeten zu früh. Aber was passiert danach?

Fakt ist: Coltorti ist ein Mann, der Unhaltbare hält. Fakt ist auch: Er hat in der Vorrunde sechs, sieben Punkte gerettet. Und er ist einer, der Furcht einflößt, der den Stürmer zur Einsicht kommen lässt: „Ich umfahre das Schweizer Bergmassiv mal lieber weiträumig...“

Statthalter Peter Gulacsi ist auch nicht schlecht gebaut, macht einen unaufgeregten Job. Der Ungar hat seine Chance nach landläufiger Meinung genutzt und die Nummer eins erobert. Dazu muss man wissen, dass Coach Ralf Rangnick mit Landläufigkeit nix am Hut hat. Der 57-Jährige stellt sich und seinem Torhüter-Trainer Frederik Gößling bei der Wahrheitsfindung diese Frage: Ist Peters Werkzeugkasten genau so gut sortiert wie der von Fabio?

Auf Befindlichkeiten, Talent und Lebensleistung kann im Aufstiegskampf keine Rücksicht genommen werden. Wenn Rangnick zum Schluss kommt, dass RB mit Coltorti aufsteigt, kehrt der Hüne gegen Nürnberg in den Kasten zurück. Wenn nicht, wird sich der Schweizer im Sommer in seinen restaurierten VW-Bus begeben und zu seiner Familie nach Marbella tuckern. Ein 35-jähriger Familienvater, der seine Schäfchen im Trockenen hat und ewig auf Wanderschaft ist, setzt sich nicht ausdauernd auf die Bank. Auch nicht auf die eines Bundesligisten RB.

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