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Darmstadt-Coach rät seinen Spielern gegen RB Leipzig: „Sturzhelm auf und Gurt festzurren“

Darmstadt-Coach rät seinen Spielern gegen RB Leipzig: „Sturzhelm auf und Gurt festzurren“

Was ein rappelvoller Fanblock bewirken kann, hat RB-Torhüter Fabio Coltorti am vergangenen Montag in Kaiserslautern erlebt. „Da gab es schon ein lautes Pfeifkonzert, nur weil wir die Platzwahl gewonnen haben“, so der 34-jährige Schweizer.

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Trainer Dirk Schuster hat seinen Vertrag bei SV Darmstadt 98 vorzeitig bis 2018 verlängert.

Quelle: Daniel Reinhardt

Leipzig. Genossen hat er das Spiel trotzdem. „Es macht einfach Spaß, bei so einer Stimmung zu spielen. In meinem Alter lässt man sich davon auch nicht mehr beeindrucken“, sagte der Schweizer.

Am Freitag beim Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 muss er allerdings genau hinhören, um die Anhänger der Lilien überhaupt auszumachen. Nicht einmal 200 Schlachtenbummler wollen sich auf den Weg nach Sachsen machen. Was zu Saisonbeginn bei den gegnerischen Fans schon nahezu zum guten Ton gehörte und zwischendurch etwas abebbte, lebt jetzt wieder auf: der Boykott von Spielen gegen RB Leipzig.

Bereits Anfang April hatten Fanclubs und Ultras sich gegen eine Reise nach Leipzig entschieden. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. An erster Stelle das altbekannte Argument: Das Konstrukt RB als Spitze des Eisberges der Kommerzialisierung trete die Werte des Fußballs mit Füßen. Die Darmstädter wollen zudem „nicht Teil der Red-Bull-Vermarktungsmaschinerie“ werden. Außerdem haben sie das Drittligaspiel aus der vergangenen Saison in keiner guten Erinnerung. Von den 40.000 Besuchern feuerten damals 3500 die Gäste an. Strenge Einlasskontrollen vor einem Jahr stoßen den Darmstädtern noch immer auf. „Hierher? Nie wieder!“, so der Tenor der Hessen. Außerdem fühlten sich die 98er auf den Gästeplätzen im Oberrang „eingepfercht“.

"Unterstützung hätte geholfen"

SV-Trainer Dirk Schuster ist wenig begeistert von der Aktion, hält sich aber mit deutlichen Kommentaren zurück. „Wir respektieren die Entscheidung der Fans“, sagte der in Karl-Marx-Stadt geborene Coach. „Aber der Verein hat im Moment eine riesige Chance, da muss man alles in die Waagschale werfen. Da hätte uns die Unterstützung der Fans schon ein bisschen geholfen.“

Die Darmstädter Kurve hat sich zumindest eine Ersatzaktion ausgedacht. Sie besuchte die Mannschaft beim Abschlusstraining und präsentierte eine stimmgewaltige Choreografie mit Bengalos. „Vielleicht bleibt das in den Hinterköpfen der Spieler und sie erinnern sich daran, wenn sie in Leipzig unseren Support benötigen“, meinte ein Anhänger.

Sportlich stellt sich Schuster auf einen ganz heißen Tanz ein. "Wenn die Leipziger ihre komplette Qualität abrufen, hilft es oftmals nur noch, den Sturzhelm aufzusetzen und beide Sicherheitsgurte festzuzurren“, betonte er bildgewaltig bei der Pressekonferenz zum Spieltag.  Mit seiner Einschätzung fühlt er sich durch den Leipziger Auftritt auf dem Betzenberg bestätigt. "Das Spiel war sicherlich eines der besten in der bisherigen Zweitliga-Saison. Leipzig hat mit enormer Power gespielt. In dieser Verfassung könnten sie mit Sicherheit auch in der Bundesliga mithalten“, sagte Schuster zum Auftritt von RB beim FCK.

Der Coach wäre deshalb mit einem Punkt zufrieden. Verzichten muss er auf den gesperrten Marco Sailer. Immerhin traf Stürmer Dominik Stroh-Engel nach 14 Partien ohne Treffer am vergangenen Wochenende wieder. Allerdings benötigte der 29–Jährige für sein neuntes Saisontor einen Elfmeter.

Matthias Roth

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