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Der Tempomacher von RB Leipzig feiert Geburtstag

Der Tempomacher von RB Leipzig feiert Geburtstag

Oliver Mintzlaff ist Vorstandsvorsitzender von RB Leipzig, Kopf des Red-Bull-Fußballs und feiert am Mittwoch seinen 40. Geburtstag. Gefeiert wird nicht. Wie tickt Mintzlaff? Was hat er noch vor bei RB? Versuch einer Annäherung.

Auf Augenhöhe: Ralf Rangnick (links) und Oliver Mintzlaff.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Auf Augenhöhe mit RB-Großwesir Ralf Rangnick? Es wird eng. Rangnicks Mentor Helmut Groß, 68, gehört dazu. Oliver Mintzlaff ebenfalls. Der Ex-Leichtathlet ist "Head of Global Soccer", jettet zwischen den Red-Bull-Fußball-Standorten Leipzig, Salzburg, New York und Brasilien hin und her. Als Vorstandsvorsitzender der Rasenballer legt er ein Höllen-Tempo an den Tag. 2012 hat der Club 70 Vollzeit- und Teilzeitangestellte, aktuell sind es über 300, Tendenz steigend. Am Mittwoch wird der Mann, der Fettwerte wie zu seinen Glanzzeiten als Läufer hat, 40. Gefeiert wird nicht. Wie tickt Mintzlaff? Was hat er noch vor bei RB? Versuch einer Annäherung. 

Mintzlaff und die Überholspur:  Sport-Marketing-Chef bei Puma. Manager von Schlager-Queen Andrea Berg. Berater von Mario Gomez - und Ralf Rangnick. Als Rangnick im Mai 2012 mit Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz verhandelt, sitzt Mintzlaff mit am Tisch. Man einigt sich. Milliardär Mateschitz ist vom Auftreten des gewieften jungen Mannes beeindruckt, macht ihn Anfang 2014 zum Kopf seiner Fußball-Abenteuer. 

Mintzlaffs Auftrag:  Sportlicher Erfolg. Aber: Aufwand und Ertrag müssen korrespondieren. Red Bull New York krempelt er auf links, verlängert den Vertrag mit Großverdiener Thierry Henry nicht, etabliert ein neues Management und Rangnicks Fußball-Philosophie (flach spielen, hoch gewinnen, oder so ähnlich...). Aus dem feisten Etat-Krösus wird ein schlanker Mitbewerber. Vielleicht auch ein sexy Übernahme-Kandidat. Klar ist: Leipzig ist die Nummer eins im Red-Bull-Fußball.

Der Saisonstart:  Mintzlaff ist kein Fußball-Gelehrter, kann aber eine Tabelle lesen und sieht beim 2:0 in Braunschweig, dass Fabio Coltorti in Ermangelung an Beschäftigung keine Chance auf die Kicker-Elf des Tages hat. "Die sieben Punkte freuen uns. Aber wichtiger ist die Art und Weise, wie wir uns vor allem in der zweiten Halbzeit in Braunschweig präsentiert haben. Das war ein guter Schritt nach vorne."

Thermik, Flügel, Aufstiege:  "Wir sind ein junger, moderner Verein, der auf und neben dem Platz ständig in Bewegung ist. In den letzten drei Jahren haben wir uns von der Regionalliga in die 2. Bundesliga hochgearbeitet. Und natürlich haben sich in dieser Zeit auch die Strukturen weiterentwickelt. Daran müssen und werden wir weiter arbeiten, um irgendwann für die Bundesliga gerüstet zu sein." 

Kurzer Dienstweg:  "Wenn wir von etwas überzeugt sind, dann setzen wir das um. Wir haben kurze Entscheidungswege. Das erleichtert vieles." 

Dietrich Mateschitz:  Wird in Bälde auf Leipzig-Visite sein. Einstweilen ist der berühmte 71-jährige Österreicher happy. Mintzlaff: "Wir haben regel­mäßigen Kontakt. Herr Mateschitz freut sich sehr über die Fortschritte in Leipzig, insbesondere über die Entwicklung des Nachwuchses. Wir haben mittlerweile 20 Jugendnationalspieler und spielen mit den wichtigsten Nachwuchsmannschaften in den höchsten Ligen oben mit. Das ist eine tolle Entwicklung."

Gesamtkunstwerk vor Vollendung:  Die RB-Profis beziehen heute ihre Zimmer im Trainingszentrum am Cottaweg. Für den Vorstandsvorsitzenden "ein weiterer Meilenstein, der die Nachhaltigkeit des Investments dokumentiert". Nein, kein optisches Aushängeschild, "sondern inhaltliche Weiterentwicklung".

Michael Kölmel und die RB-Arena:  Mintzlaff fühlt sich in der Zusammenarbeit "wohl", sieht aber auf beiden Seiten Optimierungsbedarf. "Wir werden in den nächsten Wochen die Zukunft besprechen." Dazu gehört ein Ausbau des 44000 Zuschauer fassenden Stadions. "Mit einem Aufstieg würde die schon jetzt tolle Begeisterung unserer Fans weiter steigen." Vor dem Ausbau steht eine Machbarkeitsstudie. 

Perry Bräutigams Zukunft:  Man befinde sich in "guten Gesprächen" mit dem Torwartrainer der ersten Stunde, will den 52-Jährigen "langfristig an den Verein binden". Als Botschafter, Repräsentant, Außenminister, Talentsichter. Perry, der Allrounder. 

Bleibt Rangnick nur ein Jahr Coach?  Fußball ist ein hitziges und schnelllebiges Geschäft. "Wer weiß", fragt Mintzlaff, "was in ein paar Monaten sein wird? Wichtig ist, dass wir Ralf Rangnick langfristig an uns binden konnten, er begeistert den ganzen Verein." Der 57-jährige Schwabe hat seinen Vertrag als Sportdirektor bis 2019 verlängert. Sein Amt als Trainer will er 2016 abgeben. Das ist jedenfalls der Plan.

Osnabrück-Spiel mit dem Feuerzeug:  RB hat ein Wiederholungsspiel angeboten, dies "mit Nachdruck an den DFB kommuniziert". Mintzlaff: "Wir waren in Osnabrück sicherlich nicht die bessere Mannschaft, wollten so nicht in die zweite Pokal-Runde einziehen."

Neue Sponsoren:  Wenn der Club international spielt, greift Financial Fairplay und beschränkt die Alimentierung von Investoren. RB muss unabhängiger von der Dose und Dietrich Mateschitz werden. Mintzlaff: "Klar ist, dass wir mit den vorhandenen Ressourcen sorgfältig umgehen müssen und das auch tun. Wenn Ralf Rangnick davon spricht, Transferwerte zu schaffen, ist das ein Teil unseres nachhaltigen Plans. Wir ­haben mit Tipico, VW, Porsche und Nike schon engagierte Partner, in Zukunft wollen wir aber unsere Einnahmequellen auf breitere Beine stellen. RB Leipzig ist attraktiv, hat ein riesiges Potenzial. Auch in Sachen Vermarktung."

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