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Dominik Kaiser: „Mit Spielweise auch in Bundesliga konkurrenzfähig“

RB Leipzig Dominik Kaiser: „Mit Spielweise auch in Bundesliga konkurrenzfähig“

Kapitän Dominik Kaiser steht mit RB Leipzig vor dem dritten Aufstieg seit seinem Wechsel nach Sachsen 2012. Sein großes Ziel war wieder die Bundesliga - so wie damals bei der TSG 1899 Hoffenheim. Dafür nahm er sogar einen langen Umweg in Kauf. Bereut hat er es nicht.

Dominik Kaiser glaubt, dass RB Leipzig auch in der ersten Bundesliga bestehen kann. (Archivbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Jung, dynamisch und präzise: Dominik Kaiser ist bei RB Leipzig der Führungsspieler schlechthin. Ob hängende Spitze, defensiver Mittelfeldspieler auf der «Sechs» oder als Freistoßspezialist und Taktgeber - Kapitän Kaiser ist beim ambitionierten Club mit seinen 27 Jahren der Leader. Im Interview spricht der gebürtige Schwabe über seinen schwierigen Umweg zurück in die Bundesliga.

Herr Kaiser, stimmt es, dass Sie mit RB Leipzig von Anfang an ihre zehn Bundesligaspiele damals mit Hoffenheim übertreffen wollten?

«Das Fernziel war es, aber es war mir bewusst, dass es ein weiter Weg werden wird. Es war das große Ziel, so schnell wie möglich aus der vierten Liga herauszukommen, gerade durch dieses Relegations-Nadelöhr. Aber ich wusste natürlich auch, dass mit Ralf Rangnick jemand in der Verantwortung steht, der sich mit der dritten Liga nicht zufrieden gibt. Jetzt sind wir schon in der zweiten Liga und es ist ganz klar mein Ziel, dass zu den paar Bundesligaspielen noch das ein oder andere hinzukommt.»

Kann man RB Leipzig mit dem Projekt in Hoffenheim vergleichen?

«Was ich hier vom ersten Moment an gemerkt habe ist, dass es in Leipzig vom Fan-Dasein ein viel, viel größeres Potenzial gibt als in Hoffenheim. Gerade in der zweiten Liga haben wir das hier enorm wahrgenommen. Ich bin mir sicher, wenn wir den Schritt in die Bundesliga irgendwann mal schaffen, dann wird sich die Unterstützung unserer Fans noch mal deutlich weiterentwickeln und die Leute werden uns noch stärker nach vorne pushen als jetzt schon. Und mit Leipzig steht eine Stadt mit großer Fußball-Begeisterung und mit Riesenpotenzial dahinter.»

Könnte RB Leipzig mit dem Konzept der jungen Spieler auch in der Bundesliga bestehen?

«Das ist hypothetisch. Wir spielen noch in der zweiten Liga, den Schritt müssen wir erst noch machen. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir mit dieser Spielweise auch in der Bundesliga konkurrenzfähig sind – zu hundert Prozent. Weil wir jetzt schon genug Spieler haben, die das verinnerlicht haben. Und die Jungs, die in Richtung Profikader oder dann möglicherweise komplett neu dazukommen, werden alle genügend Potenzial haben, um in der Bundesliga mitzuhalten. Sie werden sich individuell durchsetzen und auch körperlich die Voraussetzungen haben, um so ein hochintensives Spiel auf den Platz zu bringen.»

Alexander Zorniger hat Sie als langjähriger Trainer geprägt, was macht Ralf Rangnick nun anders?

«Alexander Zorniger hat mich sehr gefordert und auch viel verlangt, auch vom Auftreten her. Er hat mir viel mitgegeben, ich bin ihm sehr dankbar. Er war ein sehr wichtiger Trainer in meiner bisherigen Laufbahn. Unter Ralf Rangnick hat sich das Spiel in der Variabilität noch einmal verändert. Wir haben jetzt immer noch das klare Ziel, so schnell wie möglich nach vorne zu kommen, was unter Alexander Zorniger bereits intensiv praktiziert wurde. Aber wir haben nun gegen bestimmte Gegner auch gemerkt, dass es immer wieder andere Wege braucht. Und dass muss man dann auch spielerisch lösen. Da haben wir uns mit Ralf Rangnick schon nochmal andere Möglichkeiten angeeignet.»

Was macht den von Ralf Rangnick so gelobten Teamspirit aus?

«Wie er mit uns Spielern umgeht und jeder das Gefühl hat, dass er sehr wichtig ist. Das ist bei so einem Kader nicht ganz einfach, weil alle Spieler genügend Qualität haben, um in der ersten Elf zu stehen und zudem den eigenen Anspruch haben, in der zweiten Liga von Anfang an jedes Spiel zu bestreiten. Das hat er bisher super geschafft. Alle Spieler bleiben im Boot und sind total fokussiert auf ihre Leistung.»

Sie hatten die Bundesliga-Vereine direkt vor der Haustür. Wieso mussten Sie als Schwabe den Umweg nach Sachsen in Richtung Bundesliga gehen?

«Es war ein Traum als kleiner Junge, mal zum VfB Stuttgart zu kommen. Es hat in der Jugend aber nie funktioniert, ich war da ein- oder zweimal beim Probetraining. Da bin ich einfach nicht so weit gewesen, um den Sprung zu schaffen. Es war auch von der Schule her nicht so einfach, da von zu Hause ganz klar war, dass ich die erstmal beende. Da waren auch meine Eltern hinterher. Es hat damals aber auch sportlich nicht gereicht.»

War der Wechsel nach Leipzig in die vierte Liga schwer?

«Nein, überhaupt nicht. Es war so, dass die Überzeugung von Alexander Zorniger und Ralf Rangnick da war. Dadurch, dass ich die zwei sehr gut kannte aus meiner Zeit bei Normannia Gmünd und von Hoffenheim, war für mich schnell klar, dass dies hier für mich eine riesige Chance werden kann. Und deshalb habe ich mich recht schnell entschieden, auch wenn es von den Ligen her ein kleiner Rückschritt war. Der Schritt von Hoffenheim, wo ich einige Bundesligaspiele machen durfte, zurück in die Regionalliga war sicherlich nicht ganz einfach. Ich habe aber die Chance gesehen, dass sich hier viel entwickelt. Letztlich war es die richtige Entscheidung und ich bin glücklich, dass ich immer noch dabei bin.»

Von Anne Grimm und Frank Kastner, dpa

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