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Drittligist Dynamo Dresden buhlt um Ex-RB-Kicker Hoheneder

Personalkarussell Drittligist Dynamo Dresden buhlt um Ex-RB-Kicker Hoheneder

Noch ist unklar, wo Niklas Hoheneder in der kommenden Saison seine Töppen schnüren wird. Nach Ende seines Vertrages bei RB Leipzig ist offenbar die SG Dynamo Dresden einer von mehreren heißen Kandidaten. Der Österreicher wurde unlängst beim Besuch an der Elbe gesichtet.

Nach seiner schweren Verletzung in der vergangenen Saison kam Niklas Hoheneder bei RB Leipzig nicht mehr wie gewohnt zum Zug.

Quelle: GEPA Pictures

Dresden. Es wäre nicht der erste Österreicher, der bei Dynamo Dresden hinten aufräumt. Ob Klaus Dietrich oder Adnan Mravac – Abwehrspieler aus der Alpenrepublik haben sich schon mehrfach in der schwarz-gelben Kluft versucht. Nun hat der Tabellensechste der abgelaufenen Drittliga-Saison wieder einen österreichischen Verteidiger im Visier: Niklas Hoheneder von den Leipziger Rasenballern.

Offiziell halten sich die SGD-Verantwortlichen zwar vornehm bedeckt, doch Hoheneder wurde bei einem Besuch des Dresdner Stadions fotografiert. Seinen Wagen parkte er direkt an der Lennéstraße. Nur eine private Stippvisite? Ganz sicher nicht: Hoheneder sucht einen neuen Job, denn bei RB-Sportdirektor und -Neu-Trainer Ralf Rangnick in Leipzig wurde der 28-Jährige ausgemustert. Zwar liebäugelte der gebürtige Linzer angeblich zunächst mit der Rückkehr in seine Heimatstadt oder mit einem Wechsel zu Holstein Kiel, doch das Interesse aus Dresden schien es ihm offenbar wert, sich noch einmal näher damit zu befassen.

Beim Linzer ASK würde Hoheneder zwar weiter zweitklassig spielen, doch das Niveau der Ersten Liga in Österreich – so der Name der zweithöchsten Spielklasse im Nachbarland – reicht nicht an das der 2. Bundesliga in Deutschland heran. Im Schnitt kommen auch nur etwas mehr als 2000 Fans zu den LASK-Heimspielen ins 18 000 Plätze bietende Linzer Stadion. In Kiel wären es zwar deutlich mehr, doch bei weitem nicht so viele wie in Dresden (Zuschauerschnitt 2015/16: 22 582). Da die „Störche“ – anders als lange erhofft – auch nicht in der 2. Liga landen konnten, büßten sie ihr stärkstes Pfund im Vertragspoker ein. Zwar sagt es bei Dynamo niemand laut, doch die Ambitionen sind die gleichen wie in Kiel. Warum also sollte es Hoheneder noch an die weit entfernte Waterkant ziehen? Vielleicht, weil Kiel besser zahlt. Für einen Appel und ein Ei kommt der Innenverteidiger aber ganz bestimmt nicht – weder an  die Förde noch an die Elbe. Schließlich hat er in Leipzig gut verdient.

Für die „Bullen“ spielte Hoheneder drei Jahre, in denen er 56 Punktspiele absolvierte und drei Tore schoss. Zweimal stieg der Linzer mit den Leipzigern auf, doch in der ersten Zweitliga-Saison kam er nur noch auf zehn Einsätze und ein Tor. Am 3. Spieltag gegen Aue (1:0) stürzte er nach einem Luftkampf in der 44. Minute unglücklich auf den Kopf und stauchte sich die Wirbelsäule. Nur um Haaresbreite entging er dem Rollstuhl: „Die Ärzte haben gesagt, dass ich mehr als Glück hatte“, erklärte er später. Eine gewisse Zeit konnte er den linken Arm nicht voll bewegen. Acht Wochen war er weg vom Fenster, der Stammplatz futsch. Für Dynamo könnte der 1,90 Meter große Oberösterreicher aber noch eine Verstärkung sein, denn er besitzt viel Erfahrung. Genau das, was sich SGD-Trainer Uwe Neuhaus für die noch recht junge Abwehr wünscht.

Vor seiner Zeit in der Messestadt spielte Hoheneder ein halbes Jahr beim Karlsruher SC in der 2. Liga, davor war er bei Austria Wien aktiv. Die Wiener hatten ihn von Sparta Prag ausgeliehen.  In der tschechischen Hauptstadt war Hoheneder 2009 gelandet und hatte dort 2010 sogar Einsätze Europa League bestritten. Der Routinier mit Vollbart würde jetzt wohl gern in Sachsen bleiben, denn seine Frau erwartet Nachwuchs. Klappt es mit Dynamo, könnte die Familie auch in Leipzig wohnen bleiben.

Jochen Leimert

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