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Erst Demo, dann Kneipe: KSC-Fans planen Protest beim Auswärtsspiel gegen RB Leipzig

Erst Demo, dann Kneipe: KSC-Fans planen Protest beim Auswärtsspiel gegen RB Leipzig

Mit 2000 Fans wollen sie anreisen. Aber nicht, um ihr Team im Stadion anzufeuern, sondern um zu protestieren. Anhänger des Karlsruher SC organisieren knapp sechs Wochen vor dem Auswärtsspiel bei Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig eine Großdemo „gegen die Kommerzialisierung und für das Ehrenamt“ in der Messestadt.

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Feuer und Flamme für die Fußballtradition: Fans des Karlsruher SC wollen am 24. September gegen RB Leipzig protestieren. Danach ist ein Kneipenbesuch geplant.

Quelle: dpa

Leipzig. Das Gastspiel ihrer Mannschaft am 24. September wollen sie anschließend in Fußball-Kneipen schauen. Dort stößt die Ankündigung jedoch auf wenig Gegenliebe.

Leipziger Wirte mit Sky-Anschluss erreichte dieser Tage ein Rundschreiben der Supporters Karlsruhe 1986 e.V. Der Dachverband der KSC-Fans kündigte für den Abend des 24. September einen Großbesuch aus dem Badischen in den Sports-Bars der Messestadt an. Am genannten Mittwoch solle erst in der Innenstadt mit 2000 erwarteten Teilnehmern gegen das „Marketinginstrument RB Leipzig“ demonstriert werden. Anschließend werde „der Großteil der Demo-Teilnehmer die Sky-Kneipen rund um die Innenstadt aufsuchen“, heißt es darin.

Vorsichtshalber "Tische aus dem Weg räumen"

Auch an die Vodkaria in der Gottschedstraße war einer der digitalen Briefe adressiert. Dessen Wirt Torsten Junghans war über die Bitte, schon einmal die „nötigen Vorkehrungen“ zu treffen, sprich vorsichtshalber Tische aus dem Weg zu räumen, doch einigermaßen verwundert. „Aufgrund der geringen Anzahl der Sky-Bars in der Innenstadt werden wohl etliche Leute das Spiel im Stehen schauen“, heißt es weiter in dem Letter, den Junghans auf der Facebook-Seite der Kneipe veröffentlichte. Und weiter: „Eventuell wäre es auch sinnvoll, vorab bei Ihren Stammgästen um Verständnis zu bitten, dass es bei diesem Spiel etwas enger und lauter werden könnte.“

Das Public Viewing wird allerdings schwierig werden – denn ebenso wie Junghans haben auch einige andere Leipziger Kneipen ihr Pay-TV-Abo aufgrund massiver Preiserhöhungen zum 31. August gekündigt. „Vielleicht sollten Sie mal gegen Sky auf die Straße gehen“, entgegnete der Vodkaria-Wirt den kommerzkritischen Supporters am Donnerstag per sozialem Online-Netzwerk. Und schob hinterher: „Was veranlasst Sie eigentlich zu der Arroganz anzunehmen, dass in den verbliebenen Kneipen noch Platz für Gäste ist, die uns unseren Spaß vermiesen wollen?“

Marsch vom Bahnhof zur Red-Bull-Arena geplant

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Torsten Junghans, Chef der Leipziger Sportsbar Vodkaria.

Quelle: André Kempner

Im Leipziger Ordnungsamt wusste man bis Donnerstag indes noch nichts von der Anmeldung einer Demo. Diese sei aber schon per Post auf dem Weg nach Leipzig, versicherte Supporters-Chef Martin Löffler gegenüber dem Online-Portal Faszination-Kankurve.de. Die RB-Gegner wollen demnach um 14.30 Uhr am Hauptbahnhof treffen und über Goethestraße, Augustusplatz, Roßplatz, Martin-Luther-Ring und Friedrich-Ebert-Straße zur Red-Bull-Arena marschieren. Dort ist für 16 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant.

Als Boykott-Aufruf für das Spiel will Löffler, der eine Anfrage von LVZ-Online bis zum Abend unbeantwortet ließ, die Aktion nach eigenem Bekunden nicht verstanden wissen. „Jeder soll selbst entscheiden, ob er ins Stadion geht oder nicht. Wir wollen das keinem vorschreiben“, sagte der KSC-Fan dem Online-Portal. Ihm gehe es bei der Demonstration besonders um das Ehrenamt, das in unzähligen Vereinen gepflegt werde, betonte er.

Vodkaria-Wirt Junghans empfahl dem Einreicher der Tischreservierung daher, statt nach Leipzig zu fahren sich doch lieber auf das am darauffolgenden Wochenende stattfindende Spiel von Post Karlsruhe beim SV Kickers Brüchig vorzubereiten. „Dort in der Landesliga Mittelbaden wird Ihnen der Eintritt dann auch mit großer Wahrscheinlichkeit von einem ehrenamtlichen Kassierer abgenommen.“

Robert Nößler

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