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Ex-RB-Leipzig Akteur Niemeyer und die Liebe auf den zweiten Kick in Magdeburg

Von der Elbe nach Leipzig und zurück Ex-RB-Leipzig Akteur Niemeyer und die Liebe auf den zweiten Kick in Magdeburg

Eigentlich wollte Michel Niemeyer bei RB Leipzig den Durchbruch schaffen. Mit der U23 stieg er im Sommer in die Regionalliga auf. Doch eine Chance, sich wirklich bei den Rsenballern durchzusetzen sah der Verteidiger nicht und wechselte zurück zum 1. FC Magdeburg.

Sah bei RB Leipzig keine Perspektive mehr für sich: Michel Niemeyer.

Quelle: GEPA Pictures

Magdeburg. Die Lautstärke wird Michel Niemeyer von seiner ersten Drittliga-Partie in Erinnerung behalten. „Ich konnte kaum die Zurufe meiner Mitspieler verstehen, die zehn Meter entfernt standen“, erinnert sich der 19-Jährige. Noch im Sommer stand er mit der Zweiten von RB Leipzig vor 78 Zuschauern bei der Zweiten von Carl Zeiss Jena auf dem Rasen, nun spielt er vor bis zu 21.000 Fans für den 1. FC Magdeburg.

Inzwischen ist der Linksverteidiger in Magdeburg angekommen, mit dem Aufsteiger steht Niemeyer nach 18 Spieltagen auf Platz sieben der Tabelle. Bis zu einem Muskelfaserriss im September hat der gebürtige Salzwedeler fünf Mal in der Anfangsformation gestanden. In der Partie bei Holstein Kiel Anfang Oktober ist Niemeyer wieder fit und darf von Beginn an ran - doch nach 24 Minuten verletzt er sich erneut. Diesmal ist es ein Bänderanriss am rechten Kniegelenk. Immerhin nicht der zuerst befürchtete Kreuzbandriss, rund sechs Wochen muss Niemeyer trotzdem pausieren, bevor er beim FCM wieder angreifen kann.

Eigentlich wollte Niemeyer bei RB Leipzig den Durchbruch schaffen. Im Sommer 2013 war er aus der Jugend der Magdeburger zur U19 der Rasenballer gewechselt. Dort und ein Jahr später mit der U23 kam er regelmäßig zum Einsatz. Überlegen stieg RB II im Sommer in die Regionalliga auf.

Dann jedoch stieß Niemeyer an die gleiche gläserne Decke, an der auch viele seiner früheren Mitspieler wie Tom Nattermann oder Paul Schinke scheitern sollten. „Ich sah keine Chance, auf meiner Position in der Zweiten Liga spielen zu können“, sagt Niemeyer. Dass selbst ein zweitligaerfahrener Linksverteidiger wie Anthony Jung mittlerweile auf der Bank sitzt, weil nachträglich noch Marcel Halstenberg für drei Millionen Euro von St. Pauli geholt wurde, sollte diese Einschätzung im Nachhinein bestätigen.

Und so musste Niemeyer nicht lange überlegen, als sein alter Trainer Jens Härtel, der ihn schon bei der RB-U19 gecoacht hatte, bei ihm anfragte. „Ich habe Herrn Härtel viel zu danken“, sagt Niemeyer über den Übungsleiter, der den früheren Stürmer Niemeyer auch erst zum Außenverteidiger umschulte. „Michel hat in den vergangenen zwei Jahren vor allem in der Defensivarbeit viel dazugelernt“, sagte wiederum Härtel im „Kicker“ über seinen Musterschüler. „Er soll jetzt bei uns den nächsten Entwicklungsschritt machen.“ Die Stärken des 1,78 Meter großen Verteidigers liegen dennoch eher in der Offensive: Dribbeln und flanken liegen Niemeyer mehr als grätschen und köpfen.

Den Weg zurück in die Elbestadt empfindet Niemeyer nicht als Rückschritt, auch wenn er in Leipzig besser einkaufen konnte, wie er mit einem Lächeln sagt. Dafür sei in Magdeburg der Zusammenhalt im Team größer. Vor neun Jahren, genau in der Saison, bevor Niemeyer zum ersten Mal zum FCM wechselte, erlebten die Magdeburger eine ähnliche Spielzeit wie jetzt. Als Aufsteiger stürmten sie die damals drittklassige Regionalliga, am Ende fehlte ein Punkt am Durchmarsch in Liga zwei.

Christian Dittmar

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